17.09.2020 - 17:39 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Historische Spurensuche: Was hat Kaiserin Elisabeth von Österreich mit Sulzbach zu tun?

Ein neuer Themenschwerpunkt bei Stadtführungen in Sulzbach-Rosenberg beleuchtet die Verbindungen des Adelsgeschlechtes der Wittelsbacher zur alten Residenzstadt im Nordgau. Teilnehmer loben die durchdachte Umsetzung.

Im Rathaussaal erklärt Stadtführerin Patrizia Zimmermann (links) die Gemälde der wittelsbachischen Pfalzgrafen.
von MÜBProfil

Den brandneu angebotenen geschichtliche Rundgang „Auf den Spuren der Wittelsbacher“ beginnt Stadtführerin Patrizia Zimmermann am Geschichtsbrunnen. Dort geht sie zunächst der Frage nach wie die Wittelsbacher nach Sulzbach kamen?

Im großen Rathaussaal, der ersten Station des Rundgangs, hängen Bilder der Sulzbacher Pfalzgrafen und von Pfalzgräfin Franziska Dorothea. Hier werden die komplizierten verwandtschaftlichen Verhältnisse der Wittelsbacher anschaulich mit eigens erstellten Grafiken übersichtlich und nachvollziehbar dargestellt.

Über die Neustadt führt der Weg zurück zur Stadtpfarrkirche St. Marien. Den Wittelsbachern verdankt die Kirche auch den Entwurf des Hauptaltares, für dessen Ausführung 1710 die Künstlerfamilie Asam beauftragt wurde. Die Kirche stand seit 1652 beiden Konfessionen als Simultaneum offen. Hans Georg Asam ist in Sulzbach gestorben und wurde im Friedhof an der Kirche begraben. In der unter dem Hauptaltar liegenden Fürstengruft haben 13 Wittelsbacher ihre letzte Ruhe gefunden. Fotos geben einen Eindruck des einfachen Raumes mit dunklen Holzsärgen, da ein Zugang im Rahmen des Rundgangs nicht möglich ist. Auch die nahe liegend errichtete Lateinschule ist eine Wittelsbacher Gründung und war über die Landesgrenzen bekannt.

Ein weiterer bedeutsamer Ort ist natürlich das Schloss. Unter den Wittelsbachern wurde die Burg zu einer Residenz ausgebaut. Hierzu gehörte auch der Hofgarten mit seinen über die Grenzen berühmten Grünanlagen und Wasserspielen. Der große Ballsaal bot genügend Raum für Feste.

Den Wittelsbachern verdankt Sulzbach die um die Stadtmauer errichtete Allee und den Wallfahrtsort auf dem Kastenbühl, heute als Annaberg bekannt. 1656 ließ Pfalzgraf Christian August eine kleine Holzkapelle für das Gnadenbild St. Anna selbdritt errichten.

Nach dem Rundgang geht es zurück in das Rathaus und Pfalzgräfin Franziska Dorothea darf als Königin Mutter nicht vergessen werden. Sie lebte im Schloss und verbrachte die Sommer auf „Franziska Ruh“, dem Schlössl in Rosenberg. Sie ist nicht nur die Mutter des ersten Königs von Bayern Max Joseph, ihre Urenkelin Elisabeth (Sissi) wurde Kaiserin von Österreich.

Als Lehrerin baut Stadtführerin Patrizia Zimmermann den Rundgang und die einzelnen Stationen mit vielen Informationen didaktisch klug auf. Verständlich und spannend wird das Wirken der Wittelsbacher in Sulzbach-Rosenberg aufgezeigt. Die nächste Wittelsbacher-Führung ist für Sonntag 18. Oktober, um 14.30 Uhr angesetzt.

Patrizia Zimmermann erklärt den Stammbaum der Wittelsbacher aus Sulzbach.
Auch im Schlosshof stößt die Gruppe auf Spuren der Wittelsbacher.
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