30.10.2019 - 14:28 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Internet-"Schnäppchen": Geld überwiesen, aber Wohnmobil kommt nicht

Das sah tatsächlich aus wie ein Schnäppchen: Ein hochwertiges Wohnmobil für nur 12 000 Euro.Ein Mann überweist das Geld - und sieht es nie wieder.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Fast täglicher werden Meldungen veröffentlicht, die davor warnen, zu sehr dem Motto "Geiz ist geil" oder der populären Schnäppchenjagd zu verfallen. Bei niedrigpreisigen Waren lässt sich ein möglicher Betrug vielleicht verschmerzen, aber wenn es um einen fünfstelligen Euro-Betrag geht, dann verstehen viele Schnäppchenjäger die Welt nicht mehr.

So erging es einem 64-Jährigen aus Sulzbach-Rosenberg, der im Internet ein Inserat über ein Wohnmobil sah, das zu einem Spottpreis angeboten wurde. Der Kastenwagen sollte gerade einmal zwei Jahre alt sein und nur knapp 12 000 Euro kosten, unfallfrei, versteht sich.

Vergleichsmodelle sind nicht unter dem dreifachen Preis zu haben. Der Herr wurde auch dann nicht stutzig, als er sein Erspartes nach Griechenland überweisen sollte. Laut Angebot sollte sich ein Logistikunternehmen um die Überführung des Objekts der Begierde kümmern.

Also zögerte der Mann nicht lange, um sich sein Schnäppchen zu sichern. Er ging zur Hausbank überwies knapp 12 000 Euro auf ein griechisches Konto. Daraufhin kam auch noch eine Mail mit den Lieferdaten. Das Wohnmobil sollte nur eine Woche später frei Haus an die Adresse geliefert werden.

Wie zu erwarten, kam der Kastenwagen nicht, das Angebot war im Internet gelöscht und die Logistikfirma, die es wahrscheinlich gar nicht gibt, reagierte nicht mehr. Auch die Hausbank konnte den überwiesenen Betrag nicht mehr zurückholen. Der 64-Jährige hat seine Schnäppchenjagd teuer bezahlt.

Die Ermittlungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, aber aus der kriminalistischen Erfahrung heraus sei es nahezu unmöglich, einen möglichen Täter, der meist im Ausland sitzt, zu ermitteln, vermerkt die Polizei in ihrem Bericht.

Sie weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man kein Internetspezialist, oder gar kaufmännisch beschlagen sein muss, um auf derartige Angebote nicht hereinzufallen. Der "gesunde Menschenverstand" reiche hierzu schon aus.

Fazit der Polizei-Fahnder: "Niemand würde ein Fahrzeug für nur ein Drittel des üblichen Marktwertes verkaufen, und niemand hat etwas zu verschenken - schon gar nicht im Internet.""

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.