01.09.2019 - 16:43 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kirwa heißt hier stets Gemeinschaft

Kirwa-Zeit ist die schönste Zeit. Das sagen die alten Kirwa-Leit zu den Jungen. Die Erinnerungen werden nie verblassen. Diese Woche der Gemeinschaft und des Feierns ist prägend fürs ganze Leben. Tausende feierten am Wochenende mit.

von Redaktion ONETZProfil

Die Rousenbercha Kirwa ist gelebtes Brauchtum, heute so lebendig wie vor 41 Jahren, als man dieses Fest wieder auf den jährlichen Veranstaltungskalender setzte. Die Festwoche beginnt bereits am Mittwoch mit der letzten Tanzprobe im Obersdorfer Schützenheim. Die Musik kommt nicht aus der Dose wie früher - es spielen die Birgländer Musikanten, sozusagen die Hauskapelle der Rousenbercha.

Zuerst in die Kirche

Am Donnerstag treffen sich die Kirwa-Leit im Fischer-Garten. Ob letzte Einsatzbesprechung oder Vorglühen, an diesem zünftigen Abend bereitet man sich auf den Freitag vor. Der beginnt mit dem traditionellen Kirwa-Gottesdienst. Denn trotz der weltlichen Feierwoche darf man nicht den Ursprung des Festes vergessen, die Weihe der Kirche. Im Wechsel findet ein ökumenischer Gottesdienst statt, dieses Jahr in der Herz-Jesu-Kirche. Vor dem Gottesdienst gingen die Kirwa-Leit zu Gräbern verstorbener Mitglieder und legten Blumengebinde nieder. Erinnerung und Gedenken für alle und eine Ehre für die Verbliebenen. Kirwa heißt Gemeinschaft, zumindest in Rosenberg.

Der Wille zählt

Der Zusammenhalt wird anschließend im Gasthaus Kreiner in Sieben-eichen beim Schlachtschüssel-Essen gefördert. Höhepunkt des Abends ist das Aussingen. Die Moila zerlegen die Charaktere der Boum messerscharf, bis nur noch harte Worte für individuelle Merkmale übrig bleiben. Die Boum gehen mit ihren Moila gnädiger um. Die Moila sind beim Komponieren immer textsicherer. Angesichts einer langen Nacht ist das aber egal. Der Wille zählt.

Am Samstag in der Früh wird der Baum eingeholt. Stolze 29 Meter hat er dieses Jahr. Die Nutzung des Geländes am Kettelerhaus ist nach dem Umbau nicht mehr möglich, so wird er im Schatten des Feuerwehrhauses hergerichtet. Begleitet von der Musik der Hoglbouchan ziehen zwei Pferde mit prunkvollem Geschirr den geschmückten Baum zum Dorfplatz. Christian Weiss hat das Oberkommando beim Aufstellen des rund eine Tonne schweren Baumes. Faszinierend zu sehen, wie der Baum mit den Schwalben immer schräger gestellt wird und nach rund eineinhalb Stunden senkrecht steht. Dann noch schnell das Podest um den Baum, Biertische und Bänke platziert und kurze Zeit später sind an diesem lauen Abend alle Sitzplätze belegt. Auch im Fischergarten und bei der Feuerwehr geht's rund, am Dorfplatz mit der Partyband Jack Point.

Ein neues Oberkirwapaar

Die warme Sonne am Sonntagmorgen lädt zum Frühschoppen ein. Zum Mittagessen eine halbe Ente beim Kreiner, Braten bei der Feuerwehr oder Schäuferl im Fischergarten. Mit den Birgländer Musikanten holen am Nachmittag die Kirwa-Boum ihre Moila. Und ein Zwiefacher vor dem Wirtshaus geht dann immer, manchmal auch ein Kümmerling.

Die Birgländer Musikanten spielen auf. Das Austanzen in spannender Erwartung, wann der Wecker klingeln wird. Miriam Berberich und Max Klose halten gerade den Strauß in der Hand, als es klingelt - Rosenberg hat ein neues Kirwa-Paar. Die Kirwa-Insignien, ein Kranzl für den Hut und ein seidenes Tuch fürs Dirndl, haben stolze Träger gefunden. Und während das Oberkirwapaar noch Glückwünsche und Ehrungen entgegennimmt, bauen bereits die Alfelder Musikanten auf. Ein zünftiger Abend nimmt seinen Anfang: Oh Kirwa, lou niat nou!

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