Auf dem Luitpoldplatz weist ein Schild Hilfesuchenden den Weg zur Polizei. Schon längere Zeit steht es allerdings Kopf. Warum das so ist, fragen sich viele. Jetzt sorgte ein fähiger Kopf für Aufklärung. Christian Knorr von Rosenroth (1636 - 1689), Kanzleidirektor am Hofe Herzog Christian Augusts, wollte schon immer den Dingen auf den Grund gehen und ihre Ursachen entdecken.
Deshalb kam er - beziehungsweise Günter Haller, der als Stadtführer in die Gewänder des Universalgelehrten schlüpft - jetzt zum Luitpoldplatz, um auch dieses Rätsel zu lösen. Systematisch, wie es sich für einen Philosophen geziemt, analysierte er das Phänomen und deckte mit seinem messerscharfen Verstand die Hintergründe auf: Im großen Rahmen des Schildes hängt normalerweise ein Hinweis auf die Schlossgarage, der aber zurzeit im Depot liegt, bis die Tiefgarage nach dem Abschluss ihrer Sanierung wieder für die Öffentlichkeit freigegeben wird. Der Hinweis auf die Polizei sollte oberhalb des Rahmens stehen und ist heruntergekippt, weil der Gegendruck fehlt.
Für den barocken Weisen war die Untersuchung damit abgeschlossen. Seine moderne Verkörperung Günter Haller hat sich an die Polizei und den Bauhof gewandt, damit man sich nicht mehr den Hals verdrehen muss, um den Weg zu den Ordnungshütern zu finden.













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