Sulzbach-Rosenberg
06.07.2018 - 14:35 Uhr

Kröte feiert Jubiläum

Die Krötenseeschule wird zum Flughafen und lädt ein zu einem Rundflug durch vier Jahrzehnte Schulgeschichte. Eine Geburtstagsfeier der Erinnerungen und des Ausblicks. Selbst Passagieren mit Flugangst kann geholfen werden

Rektor Peter Danninger zeigt die Geschichte der MS Kröte auf.
Rektor Peter Danninger zeigt die Geschichte der MS Kröte auf.

(hka) Ein bunter Fallschirm bläht sich am Himmel der Krötensee-Schulaula, Motoren dröhnen, die Startbahn ist frei, als Co-Pilot Konrektor Harald Röbl die Passagiere an Bord des Jubiläumsfluges begrüßt. Die originelle Idee vom Rundflug durch 40 Jahre Schulgeschichte zieht sich wie ein roter Faden durch den Festakt. Von einigen Turbulenzen ist dabei die Rede, aber auch vom steten Kurs, den die Krötensee-Mittelschule gehalten habe.

Schulleiter Peter Danninger und sein Konrektor begrüßen bereits an der Pforte: ehemalige und aktuelle Lehrkräfte, Schüler sowie ein Großaufgebot an Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft, dem Schulamt und den zahlreichen anderen Schulen und Einrichtungen der Stadt und des Umlands. Harald Röbls Gruß und Dank gilt auch den Flugbegleitern, der Verwaltung, den Hausmeistern und Reinigungskräften der Schule sowie dem Förderverein. "Bei Flugangst", so scherzt er, „sorgen für seelischen Beistand die Vertreter der Kirchen“.

Bürgermeister Michael Göth blickt zurück auf das Jahr 1978, auf die Gebietsreform, die der Stadt zusätzliche Gemeinden, einen neuen Stadtturm und eine neue Schule beschert habe. „Diese hat sich in ihren vierzig Jahren bestens bewährt“, lobt er die Kröte und verspricht, dass in den nächsten Jahren über ihre Sanierung nachgedacht werde. Landrat Richard Reisinger nennt sich „nur einen Zaungast dieses Jubiläums“, den Landkreis aber den verdienstvollen „Local Player“ in der Sulzbach-Rosenberger Schullandschaft. „Die Lehrkräfte hier verstehen etwas von ihrem Geschäft“, ist die Meinung der Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger . Sie würdigt die „Atmosphäre des Vertrauens, der Anerkennung und Lebensfreude“ und das Bemühen der Schulleitung, die Krötensee-Mittelschule weiter zu entwickeln.

Der Jubiläumsabend soll vor allem der Begegnung dienen. Viele ehemalige Lehrkräfte sind an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt, wo derzeit 520 Schüler von 60 Lehrkräften unterrichtet werden. Andere können diesen Tag nicht mehr erleben, ihre Gesichter werden in einer bewegenden Foto-Präsentation in Erinnerung gerufen. Ein weiteres Multi-Media-Highlight des Abends sind Einspielungen, in denen ehemalige Schüler von ihrer Schulzeit erzählen und schildern, was aus ihnen geworden ist. Und schließlich gehört auch Musik dazu. Der Schulchor unter der Leitung von Silvia Niederkleine unterhält mit aktuellen Songs in englischer Sprache, Emily Fleischmann aus der Klasse M9.2 spielt Chopins Für Elise am Flügel. Last but not least sorgen die Flugbegleiterinnen aus dem Fachbereich Ernährung und Soziales der Schule für das Catering.

„Hier spricht der Kapitän“ . Rektor Peter Danninger begrüßt seine Passagiere an Bord der MS Krötensee 19-78. Ein Luftschiff, schon etwas in die Jahre gekommen, sagt er, aber mitnichten eine Luftnummer. Viele Passagiere aus dem Landkreis habe es auf ihrem Weg zu weiteren Zwischenlandungen hin zu einem selbstbestimmten und selbst verantworteten Leben begleitet. Die Flugbegleiter und Piloten seien dabei von entscheidender Bedeutung gewesen, hätten ihre Fluggäste bestmöglich versorgt.

Der Rektor zeigt die Geschichte seiner Mittelschule auf: 1978 eingeweiht, habe sie in vier Jahrzehnten rund 6000 Jugendliche an Bord genommen, habe neben einer fundierten Bildung ein Hauptaugenmerk auch auf Kultur prägende Fächer Musik, Kunst und Religion gelegt. 1996 sei mit dem „Düsenflugzeug F 10“ die Berechtigung für den FOS-Landeplatz ermöglicht worden. Mit den Eingliederungsklassen für Spätaussiedler-Kinder habe die Schule viel Erfahrung in den Bereichen Integration und Inklusion gesammelt. „Wir sprechen nicht nur von Integration, wir leben sie“, schildert Danninger die Situation heute.

Nach ein paar Loopings befinde sich die MS Krötensee nun über den Wolken. Sie habe computergesteuerte Turbinen, die Piloten aber seien auf die Unterstützung des Bodenpersonals angewiesen. „Jungkröten“ nennt der Rektor diese Helfer, spricht von der Einführung von Smartboards, Netbooks und I-Pads, von E-Learning-Plattformen und nicht zuletzt dem Einbau eine professionellen Kantine.

Dass die Kröte inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen sei verschweigt der Kapitän aber nicht. Wartungsarbeiten, Ersatzteile, defekte Klimananlage und zugige Fensterplätze seien Gründe für die Planungen einer baldigen Generalüberholung. „Die Crew hofft, dass die MS Krötensee dabei nicht auf dem Flugzeugfriedhof landet“, ist das Ende seiner Durchsage.






 
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