Doch von Anfang an: Es gibt einen übergeordneten Schulverbund, dem die Kommunen Illschwang, Auerbach, Königstein, Edelsfeld, Hirschbach, Etzelwang, Neukirchen und Sulzbach-Rosenberg angehören. Er ist einer der größten im Landkreis, als Koordinator fungiert seit 2013 der Rektor der Krötensee-Mittelschule, Peter Danninger. Daneben bildeten, quasi als Untergliederung, bisher noch fünf Gemeinden (Neukirchen, Königstein, Etzelwang, Hirschbach und Edelsfeld) den sogenannten Hauptschulverband Neukirchen-Königstein.
Dieser agierte fast 50 Jahre lang, musste aber heuer feststellen, dass der Abwärtstrend der Schülerzahlen zunahm: Für heuer sind es gerade noch einmal 26 Köpfe in einer 8. (12) und einer 6. Klasse (14), untergebracht im Königsteiner Schulhaus. Das ist zu wenig, um einen vernünftigen Kernunterricht mit Wahlmöglichkeiten anzubieten, erkannten die Verbandsräte und beschlossen die Auflösung (wir berichteten). Die einzelnen Gemeinde- bzw. Stadtratsgremien müssen nun noch ihre Einzelentscheidung treffen, dann wird der Antrag auf Auflösung an die Regierung der Oberpfalz geschickt.
Alle Gemeinden liegen im Gebiet des Schulverbundes Sulzbach-Auerbach, und dessen Koordinator Peter Danninger muss sich nun um den Verbleib der 26 Kinder im neuen Schuljahr kümmern. Also startete er eine Befragung der Eltern, wo ihr Kind denn wunschgemäß künftig in die Schule gehen solle. Von den jetzigen Sechstklässlern entschieden sich 11 für die Krötenseeschule und drei für Auerbach, bei der 8. Klasse waren es 10 für Krötensee, je einer für Auerbach und Velden.
Normalerweise gibt der Schulsprengel den Ausschlag darüber, wo der Schulort liegt, doch hier machte das Amt eine Ausnahme und ließ den Eltern die Wahl. Im Schuljahr 2019/20 wolle dann aber die Regierung von den Gemeinden eine klare Zuordnung haben.
Deswegen wird die Krötensee-Schule, schon jetzt die zweitgrößte Mittelschule der Oberpfalz, im neuen Schuljahr auf 550 Schüler wachsen. Die Neuen verteilen sich auf vorhandene Klassen. Gemeinsam mit Auerbach (180 Schüler) bildet Krötensee den Mittelschulverbund Sulzbach-Auerbach, mit 730 Schülern wohl den größten im Landkreis.
Die Gründe für den Niedergang auf dem Land sieht Danninger auch in den steigenden Abgangszahlen zu Realschule und Gymnasium. Allerdings sei da auch ein Haken dabei: "Für so einige Kinder macht das nämlich keinen Sinn, die kommen dann wieder, weil sie es nicht schaffen, weil sie fehlgeleitet und überfordert sind!" Die Mittelschule nehme sie dann zwar wieder auf, doch vielen könnte man den Stress ersparen.
Danninger, der auch die gesamten Fachlehrer-Stunden im Verbund verteilt, sieht in der Entscheidung für die Betroffenen zugunsten der Krötensee-Schule auch Positives: Dank des breiteren Angebotes seien bei dem zur Verfügung stehendem Stundenbudget die Wahlmöglichkeiten für praktische Ausbildung und durch diverse Zusatzangebote zur Lernförderung für die Schüler eher vorhanden.
Beide Schulhäuser in Königstein und Neukirchen bleiben natürlich erhalten - schließlich werden hier noch jeweils vier Grundschulklassen unterrichtet. Das Schulhaus der Grundschule Neukirchen-Etzelwang werde jetzt fit gemacht für kommende schulische Aufgaben, erklärte Bürgermeister Winfried Franz, und sein Amtskollege Hans Koch aus Königstein sprach von der Idee, dass in die frei werdenden Räume eine Kindertagesstätte einziehen könnte.













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