Künstler Roman Friedrich stellt im St.-Anna-Krankenhaus aus

Sulzbach-Rosenberg
05.08.2022 - 16:12 Uhr

"Ich gebe meinen Werken grundsätzlich keine Titel, denn dann kann jeder Betrachter darin das finden, was er will“, sagt der Künstler Roman Friedrich über seine Werke. Einige davon zeigt er in einer neu eröffneten Ausstellung.

Im Krankenhaus herrscht Maskenpflicht, aber draußen kann die Kunst-AG, vertreten durch Claudia Harris, Sieglinde Konhäuser (Vorsitzende), Ute Büttner und Angela Kropius (von links) mit dem Künstler Roman Friedrich anstoßen, als er seine abstrakten Gemälde und die Drucke zu den Liedern Neidharts von Reuenthal präsentiert

Der Maler und Grafiker Roman Friedrich zeigt seit dieser Woche im St.-Anna-Krankenhaus eine Ausstellung. Im Eingangsbereich hängen fünf große quadratische Gemälde in Schwarz, Weiß und Grau. Die ganze Serie strahlt Kraft und Entschlossenheit aus. Die energischen Balken und wenigen runden Elemente wirken sehr geschlossen, ziehen aber trotzdem – oder gerade deshalb – die Betrachter in ihren Bann. Und wirklich, die Gemälde tragen keine Namen. Entstanden sind sie, wie Friedrich erläutert, aus kleinen Papierschnipseln, die bei seiner Arbeit anfallen. Die klebt er zusammen und malt sie auf große Leinwände ab.

Ganz anders sind die Exponate im ersten Stock. Es sind Seiten aus einer kunstvollen Ausgabe von Gedichten des Minnesängers Neidhart von Reuenthal. Neidhart, um 1180 in der Oberpfalz geboren, war einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter des Mittelalters. Die Gedichte sind in im mittelhochdeutschen Originaltext abgedruckt und außerdem in modernem Deutsch. Die Sommer- und Winterlieder sind erfüllt von prallem Leben und großer Sinnlichkeit. Diese Lust nimmt Friedrich in seinen Illustrationen auf. Die Holzschnitte in Rot und Schwarz zeigen verspielte Erotik, aber auch Leidenschaft, sie reflektieren die Spannung zwischen Jugend und Alter.

Ausgestellt werden mehrere Seiten mit Bild und Text. Das ganze prächtige Buch mit den handgedruckten Holzschnitten liegt am Com-Center auf. Dort kann man es einsehen und in die dörfliche Welt vor 800 Jahren eintauchen, in die Freuden und Leiden unserer Vorfahren. Für 95 Euro lässt sich das Kunstwerk erwerben. Auch die abstrakten Gemälde sind käuflich.

„Wenn Sie einen Patienten besuchen, dann genießen Sie im Vorbeigehen die Ausstellung“, empfiehlt Ute Büttner von der Kunst-AG des Krankenhauses, die auch diese Schau organisiert hat. Die Ausstellung kann noch bis Ende Oktober während der Besuchszeiten besichtigt werden. Derzeit ist ein negativer Coronatest erforderlich, außerdem muss eine FFP2-Maske getragen werden.

 
 

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