23.02.2020 - 17:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Kunterbunt wie die Kostüme

Die Städtische Sing- und Musikschule kann Musik. Das ist nicht überraschend. Wie gut sie auch Humor kann, bewiesen Dutzende junger Musiker beim Faschingskonzert der SMS in der Aula der Krötenseeschule.

Quicklebendig und lebenslustig ist der Autritt der Musical Company.
von Autor COGProfil

Das Programm war so kunterbunt und vielfältig wie die Kostüme der jungen Musiker und vieler Zuschauer. Gleich am Anfang trieb das Percussionensemble mit Drum-Set, Bongos und zwei Marimbas die Temperaturen im Saal nach oben und legte dabei die Latte für die anderen Musiker hoch. Optisch bot das Cajón-Ensemble zunächst wenig: Die Spieler saßen auf Holzkisten. Aber diese Kisten haben es in sich. Immer wieder drehten die Spieler im Spielen das Cajón, holten so eine andere Seite nach vorn und erzielten beim Schlagen andere Klangeffekte.

Ganz entzückend war der Auftritt der Kinder von der musikalischen Früherziehung. Sie präsentierten ein fröhliches Zirkusprogramm mit Liedern und Bewegung. Die nächstälteren, die Minis, tanzten fröhlich durch den „Kleinen Regen im April“. Muss man wirklich nach München oder gar Amberg fahren? Nein, fand das Frauenensemble „Singbach-Notenberg“ und gab mit „Sulzbach-Rousenbearch“ eine mitreißende Liebeserklärung für den Mittelpunkt der Welt ab. Die Musical Company lud mit einer Nummer aus „Grease“ zu ihrer großen Aufführung am 6.-8.März ein, und auch zwei Solosängerinnen begeisterten.

Nicht nur die Sänger, auch die Instrumentalisten überzeugten mit großartigen Beiträgen und zeigten, dass an der SMS der Spaß wichtig ist, aber vor allem auch hochqualifizierte Lehrkräfte engagierten Musikschülern viel beibringen. Das Cello- und das Gitarrenensemble erfreuten mit hohem Können und und ansteckender Spielfreude, das Fagott-Trio, zwar ein Quartett, aber wer wollte im Fasching schon so genau zählen!, überraschte mit dem „Imperial March“ aus Star Wars und dem James-Bond Thema. Ein besonderes Highlight war der Auftritt des integrativen Ensembles Querbeet. Schon die Besetzung war außergewöhnlich: Schlagzeug, Bongos, zwei Tenorhörner, Trompete, Mandoline, Akkordeon und Hackbrett. Bei „Conquest of Paradise“ wippten nur die Füße der Zuhörer, aber bei „Griechischer Wein“ sangen viele begeistert mit. Einige der kleinsten Konzertbesucher hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen, sie kamen zur Band und tanzten.

Die Gesichter der Saxophon-Mafia kann man nicht erkennen, aber ihre Musik ist absolut klar.

Die Sulzbacher Hofmusik ist bekannt für ihre elegante, kultivierte Interpretation Alter Musik. Diese wollte sie in einem „Potpüree“ ihrer größten Erfolge darbieten, aber der Blockflötennachwuchs funkte aus den hinteren Reihen immer dazwischen. Da mischte sich plötzlich eine barocke Chaconne mit „Alle Jahre wieder“, „Schinkenbrot“ und „Von den blauen Bergen“. Ein Riesenspaß für Zuhörer und Musiker.

Ein Elefant war leider nicht im Saal, trotzdem war Henry Mancinis „Baby Elephant Walk“, von der finsteren Saxophon-Mafia dargeboten, ein Genuss, gespielt mit Leidenschaft, starker Spannung und präzisem Rhythmus.

Schließlich entließ das bestens besetzte Jugendorchester mit Händels „Wassermusik“ und Tanzmusik von Jos van den Dungen das begeisterte Publikum in ein ausgelassenes Faschingswochenende.

Die Sulzbacher Hofmusik und ihre Freunde überwinden Grenzen zwischen unterschiedlichen Altersgruppen und Musikstile in ihrem "Potpüree".
Die Minis singen und tanzen im Regen.
Mit sehr viel Charme überzeugen die Kinder der Musikalischen Früherziehung bei ihrem kunterbunten Zirkus-Programm.
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