20.10.2019 - 16:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Letzter Schinken beim Renner-Metzger

Zum Abschluss der Sanierung in der Frühlingsstraße 16 stand ein Schmankerl im Mittelpunkt. Vom Schinken angelockt, erfuhren dort Besucher, wie Leerstandsbeseitigung "biologisch" funktionieren kann.

Leerstandssanierer Stefan Thar (rechts) freute sich über den guten Zuspruch und erläuterte seine Form der biologischen Altbausanierung.
von Redaktion ONETZProfil

Auf dem Areal der früheren Metzgerei Renner hatte Stefan Thar, Geschäftsführer der Firma Biokonstrukt, zu einem "letzten Schinken" eingeladen. Das Wetter schien zuerst die Veranstaltung zu vereiteln, aber kaum hatte der Regen nachgelassen, kamen Gäste aus Industrie, Handwerk und Politik sowie viele interessierte Bürger auf den Hof des Anwesens.

Stefan Thar freute sich über den Zuspruch der lockeren Runde und berichtete, dass er für die Generalsanierung des Anwesens neun Monate habe gebraucht habe. "Wir übernahmen seinerzeit das Gebäude mit dem kompletten Interieur. In der Metzgerei waren noch alle Maschinen installiert, die jedoch niemand haben wollte. Schließlich haben wir Interessenten aus Rumänien gefunden. Allerdings warfen auch sie das Handtuch angesichts der schweren Maschinen. Heute ist von der ehemaligen Metzgerei nichts mehr zu sehen", sagte Stefan Thar.

Der Gebäudekomplex beherberge jetzt neun Wohnungen unterschiedlicher Größe. In der Tat schaffte es Stefan Thar, dem sanierten Gebäude einen eigenständigen Charakter zu verleihen, der sich hervorragend in das Gesamtstadtbild integriere und dabei dem Denkmal-Konzept gerecht werde. Wie die ehemalige Waage in Rosenberg sei die Renner-Metzgerei ein Leuchtturmprojekt und Beispiel gelungener Leerstandssanierung, war aus dem Besucherkreis zu vernehmen.

Ein Gedicht von einem Schinken - würzig, zart und saftig.

"Leerstand gibt es in vielen Innenstädten. Aber eine Sanierung unter baubiologischen Aspekten wird nur von wenigen Firmen durchgeführt. Mittlerweile habe ich Anfragen aus vielen Städten in der Oberpfalz, ja sogar aus Amberg." Das Interesse, dass seine Firma weitere Objekte in Sulzbach-Rosenberg saniert, bekunden auch an diesem Abend einige Gäste. Ihnen bleibe angesichts der vielen Anfragen bei Biokonstrukt nur die Hoffnung, dass patriotische Heimatverbundenheit mehr wiegt als alle roten Teppiche, die so manche Stadt für Stefan Thar ausbreitet, hieß es von Teilnehmern am Rande der Veranstaltung. Der ursprüngliche Vorrat von 10 Kilogramm Schinken ist merklich geschrumpft und so mancher Getränkekasten hat deutlich an Gewicht verloren. Ein später Gast bringt es auf den Punkt: "Betrachtet man den Mühlberg vom Stadtpark aus, könnte man fast an ein modernes Märchen glauben. Die beiden Scheinwerfer tauchen das Anwesen in ein zauberhaftes Licht!"

Mit viel Liebe geschmierte Butterbrote waren eine gute Grundlage für eine dicke Schicht Schinken.
Info:

Bau- und Förderberatung

Auch beim „letzten Schinken“ tauchten die Fragen nach Förderungen von Sanierungsobjekten im Innenstadtgebiet auf. Wegen des Bedarfs an Informationen findet am Dienstag, 5. November, ab 19 Uhr im Gasthof Sperber eine kostenlose Bau- und Förderberatung der FWU statt. Warum kann es sinnvoll sein, ein Gebäude oder eine Wohnung in der Innenstadt zu sanieren bzw. zu erwerben, als ein neues Haus in einem Baugebiet zu errichten? Welche Förderungen und Zuschüsse gibt es möglicherweise für so ein Vorhaben? Welche steuerlichen Aspekte spielen eine Rolle? Zu der Veranstaltung können auch Pläne, Fotos und Ideen mitgebracht werden. Eine Voranmeldung unter 0175/82 05 80 2 ist zwingend erforderlich.

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