13.10.2020 - 12:35 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

The! Lucky Punch hebt den Sitztanz in neue Dimensionen

Let‘s make Rock‘n Roll great again! Mit dieser Devise kam The! Lucky Punch ins Capitol. Fazit: Die Mission war zu 100 Prozent erfolgreich.

Rock vom Feinsten kredenzte The! Lucky Punch im Capitol. Gerhard Koelbl, Helmut Spörl, Stefan Bauer, Oliver Alwart, Wolfgang Ernst und Thomas Müller (von links) zeigen, dass die Rocklegenden unsterblich sind.
von Autor COGProfil

„There‘s gonna be some Rockin‘“, mit diesem Versprechen begann der Abend. Der Rhythmus ging sofort ins Blut, und bis zum Schluss steigerte sich der Drive. Rock‘n Roll, Hardrock, Blues, der eine oder andere Blick zum Soul, das waren die Zutaten zu einem großartigen Gig. Unvergessliche Songs von allen Großen der 60er- und 70er-Jahre, dazu eine Eigenkomposition, brachten den Saal zum Kochen.

Die sechs Mann auf der Bühne haben von Stars wie Free, Spencer Davis Group oder Ray Charles viel gelernt. Da hatten die Lieder die Kraft der Originale, dazu aber den eigenen Charakter von The! Lucky Punch. Der charismatische Sänger Oliver Alwart fand mit seiner wandlungsfähigen Stimme für jedes der alten Idole den richtigen Ton – erdig beim „Hoochie Coochie Man“ oder hypnotisierend in „Jumpin‘ Jack Flash“. Stefan Bauers leidenschaftliches Schlagzeug, das großartige Keyboard von Gerhard Koelbl, Wolfgang Ernsts grollender Bass verschmolzen zu prächtigen Sounds, lösten sich aber auch immer wieder für feine Soli voneinander. Helmut Spörl und Thomas Müller ergänzten den Gesang, betätigten sich aber vor allem an den Saiten. Das geniale Gitarrenriff von „Genius waiting“ war eine Offenbarung, „Shadow Play“ eine Sternstunde der Gitarristen.

Sitztanz kennt man ja eher aus Seniorengruppen. Hier wurde diese Bewegungsform in ganz neue Dimensionen gehoben. Bei „Red House“, im Original von Jimi Hendrix, hier kongenial interpretiert von Gitarrist Helmut Spörl, ging auch auf den Stühlen die Post ab. Das reichte weit über das übliche Wippen und Kopfnicken hinaus. Große, rhythmische Bewegungen mit dem ganze Oberkörper und den Armen machten deutlich, wie wichtig die 1,50 Meter Abstand zwischen den Stühlen nicht nur wegen der Aerosole waren.

The! Lucky Punch ist sich auch der sozialen Verantwortung bewusst. Immer wieder forderten die Musiker dazu auf, sich doch etwas zu trinken zu holen, und zwar möglichst Kaffee oder Schnaps, weil da die Gewinnmarge für den Wirt am höchsten ist. Trotzdem blieben die meisten Fans beim Bier. Das passte einfach am besten zu Hits wie „Keep on running“, „Back in the Night“ oder „Pinball Wizard“.

Nach großartigen 90 Minuten spielte die Band zum Abschluss sehr passend den Kracher „I thank you“. Die Zuhörer sprangen auf von ihren Stühlen und forderten stürmisch eine Zugabe. Bei „Rock‘n Roll Damnation“ gab es kein Halten mehr. Jetzt wurde richtig getanzt, aber natürlich mit Maske und Abstand. Für die schmerzhaften Entzugserscheinungen durch die coronabedingten Konzertausfälle der vergangenen Monate war dieser Abend eine wirksame Therapie.

Neue Band feiert ihren Einstand

Amberg
Rock vom Feinsten kredenzte The! Lucky Punch im Capitol. Gerhard Koelbl, Helmut Spörl, Stefan Bauer, Oliver Alwart, Wolfgang Ernst und Thomas Müller (von links) zeigen, dass die Rocklegenden unsterblich sind.
Rock vom Feinsten kredenzte The! Lucky Punch im Capitol. Gerhard Koelbl, Helmut Spörl, Oliver Alwart, Stefan Bauer, Wolfgang Ernst und Thomas Müller (von links) zeigen, dass die Rocklegenden unsterblich sind. using darktable 2.6.3
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