05.08.2019 - 16:56 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Mächtig Flugbetrieb über der Stadt

Über Sulzbach-Rosenberg kreisen am Wochenende immer wieder Flugzeuge. Von ihnen droht keine Gefahr oder Spionage, denn sie gehören zum Rundflug-Angebot beim Fliegerfest in Fichtelbrunn. Die Herzogstadt gibt's aus der Vogelperspektive.

von Redaktion ONETZProfil

Es ist immer wieder faszinierend, wenn ein Flugzeug abhebt. Egal welche Größe oder Motorisierung es hat. Das Flugzeug VL3 evolution der Firma JMB Aircraft rollt in Richtung Start. Delta-Mike-Xray-Alpha-Alpha, buchstabiert nach dem Nato-Alphabet, ist die internationale Flugzeugkennung. 190 Staaten sind dem sogenannten Luftfahrzeugregister angeschlossen. Der Rotax-Motor 912 ULS beschleunigt den bis zu 300 km/h schnellen Ultraleichtflieger. Als Besonderheit hat er ein Einziehfahrwerk mit Schachtabdeckung.

Das traditionelle Flugplatzfest der Luftsportgruppe Sulzbach-Rosenberg ist auch am regnerischen Samstag gut besucht. Die Rundflüge sind stets ausgebucht. Es ist eine gute Gelegenheit, den Blick von oben auf die Herzogstadt außerhalb von Google Maps persönlich und live zu erleben. Das Sonntagsprogramm startete mit dem traditionellen Kinder-Flugplatzlauf.

Keine Ruhe am Rollfeld

Kaum war nach dem Lauf die Landebahn wieder freigegeben, setzte Delta-Mike-Oscar-Hotel-Yankee zur Landung an. Das zweisitzige Ultraleichtflugzeug Ikarus C22 wurde in den Jahren 1982 bis 1992 von der Firma Comco Ikarus gebaut. Der Pilot flog von Kulmbach nach Fichtelbrunn.

Auf dem Rollfeld herrscht ein ständiges Starten und Landen. Alle Flugzeugbewegungen werden von Peter Ostermann kommentiert, er erklärt die Fluggeräte, die .manöver und informiert mit viel Hintergrundwissen - auch mit manchem Scherz. Jetzt wissen wir, ein guter Pilot ist derjenige, der genau so viele Landungen wie Starts aufweisen kann.

Zum Start rollt jetzt Delta-Kilo-Golf-Tango-Bravo. Der Super Dimona HK 36 des österreichischen Herstellers Diamond Aircraft gehört zur Luftsportgruppe Amberg. Der Reisemotorsegler hat eine Flügelspannweite von über 16 Metern. Durch den sehr schlanken 7,28 Meter langen Rumpf wirken die Flügel aber noch breiter. Elegant schwebt er nach einer kurzen Startphase durch die Lüfte. An diesen zwei Tagen Dauergast auf dem Rollfeld ist Delta-Mike-Sierra-Kilo-Kilo. Die TL 96 Star ist im Rundflug-Dauereinsatz, bietet doch die große Kabinenhaube einen unübertrefflichen Rundblick. Eine tolle Rundumsicht bietet auch Delta-Mike-Whiskey-Papa-Mike. Die Condor TL232 ist ein klassischer Hochdecker mit Kabinenglasdach. Hier lässt sich also auch der Luftraum über dem eigenen Fluggerät beobachten.

Gegen Abend starten die Gäste zum Heimflug, die Zuschauer fahren nach Hause. In Fichtelbrunn kehrt wieder Ruhe ein. So mancher wird jetzt ins Überlegen kommen. Die Einsteigerpauschale von 495 Euro für eine Pilotenausbildung beinhaltet auch 30 Starts mit dem Schulungsflugzeug.

Info:

Hintergrund

1951 wurde die Luftsportgruppe Sulzbach-Rosenberg von 74 Luftsportbegeisterten in der Bastei gegründet. Zuerst widmete man sich nur dem Bau von Flugmodellen. Ab April 1952 wurde in der Bindergasse mit dem Bau eines modernen Übungsseglers, dem sogenannten Doppelraab, begonnen. Nach 3500 Stunden Bauzeit in 16 Monaten erhob sich der Segler in Köfering zum ersten Mal in die Lüfte. Erst 1955 findet die Luftsportgruppe in Fichtelbrunn ein eigenes Fluggelände. 1961 folgte der Bau der ersten Flugzeughalle und damit der Grundstein für das Hallenfest. Heute sind in Fichtelbrunn 11 Flugzeuge stationiert. Der Verein bildet Piloten für Motorsegler und Ultraleichtflugzeuge aus. Die Segelflugausbildung ist bereits ab einem Alter von 14 Jahren möglich. Ein Schnuppertag für Interessenten jeglichen Alters beinhaltet drei Flüge am Doppelsteuer.

Info:

Spannendes Finale beim Fichtelbrunner Flugplatzlauf

Bereits zum zwölften Mal ging beim Fichtelbrunner Fliegerfest der Bambini-/Kinder-Flugplatzlauf über die Bühne. Er richtet sich an Mädchen und Buben und geht über die Strecken 500 Meter (Jahrgang 2012 und jünger) sowie 1500 Meter die Start- und Landebahn entlang. Für die längere Distanz sind die beiden Jahrgangsklassen 2011 und 2010 sowie 2009 bis 2006 ausgelobt. Den Sieg bei den Bambini holte sich bei den Buben Yannik Schwab mit einer Zeit von 1:49 Minuten. Ab dem Start mischte Sarah Koller in der Spitzengruppe mit und holte sich schließlich bei den Mädchen mit 2:06 Minuten den ersten Platz.

Schon beim Start zeichnete sich ab, dass der Lauf der Schüler über die Distanz von 1500 Metern spannend werden würde. So schien sich in der ersten Runde eine kleine Gruppe in Führung setzen zu wollen. Aber schon in der zweiten Runde wurde deutlich, dass diejenigen, die taktisch klüger das Rennen angegangen waren, ihre Kräfte einzuteilen wussten. So zerlegte sich die Führungsmannschaft in der dritten Runde und musste dem Verfolgerfeld Platz machen. In einem fulminanten Endlauf rollte Noah Plach das Feld auf und lief nach 3:56 Minuten als Erster und Gesamtschnellster durch das Ziel. Mit 4:42 Minuten konnte Victoria Fuhrmann bei den Schülerinnen Klasse B den Sieg holen.

In der Schülergruppe A setzte sich Manuel Meier mit 6:00 Minuten auf den ersten Platz, bei den Mädels Milena Weich (6:43). Gerüchten zufolge hat so mancher Läufer schon heute einen Trainingsplan, der ihm im nächsten Jahr zu einem Platz im Führungstrio verhelfen soll.

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