30.03.2020 - 15:20 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Milcherzeuger erwarten 0,6 Prozent jährlichen Zuwachs an Produktion

44,5 Millionen Kilogramm Milch lieferten die Landwirte der Milcherzeugergemeinschaft Sulzbach-Rosenberg 2019 an die Molkerei Zott. Diese Geschäftsverbindung bleibt fürs erste weiter bestehen.

Fragen der Tierhaltung behandelt Dr. Iris Fuchs vom Veterinäramt Bayreuth in ihrem Vortrag bei der Milcherzeugergemeinschaft Sulzbach-Rosenberg.
von Wolfgang BerndtProfil

Zwar sei die Kommunalpolitik in Fragen der Landwirtschaft nicht immer kompetent, räumte Bürgermeister Michael Göth bei der Jahresversammlung der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) ein, doch sie sei in der Lage, deren Tätigkeit zu würdigen. Dabei dachte er an die Produktion gesunder Nahrungsmittel und die Erhaltung der Kulturlandschaft. Solche Leistungen sollten auch finanziell entsprechend honoriert werden - Worte, die der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV), Peter Beer, gern hörte. Er ermahnte seine Kollegen, egal ob sie in der Tierzucht oder im Pflanzenbau arbeiten, zusammenzuhalten: "Ansonsten hat die bäuerliche Landwirtschaft keine Chance, ihre Interessen gegen die Wirtschaft und den Handel durchzusetzen."

Nachdem sich der Milchmarkt in den vergangenen Jahren relativ stabil gezeigt habe und die Erzeuger auf einer soliden Basis planen konnten, gerate das durch die jüngsten Entwicklungen in Gefahr, warnte der Vorsitzende Josef Rauch. Daran ändere auch der vor kurzem abgeschlossene Milchliefervertrag mit der Molkerei Zott nichts, der für die nächsten drei Monate in Kraft ist. Hilfreich bei der Preisgestaltung wirke sich die Tätigkeit der Bayern-MEG aus, die in elf Bundesländern aktiv ist und rund 20 Prozent der deutschen Milch verkaufe.

Zu den Themen, die nicht nur Milchviehhalter angingen, gehörten das Tierwohl, die Tiergesundheit und die Düngeverordnung, mit denen höhere Kosten für die Landwirtschaft verbunden seien. Solange aber der Verbraucher höhere Preise für Nahrungsmittel nicht akzeptiere, wie dem Milchpreis zu bezahlen, könne die bäuerliche Landwirtschaft mit dem Weltmarkt nicht mithalten, betonte Josef Rauch. Wer auch in Zukunft die kleineren und mittleren Bauernhöfe erhalten wolle, müsse umdenken.

Über eine Umfrage der Molkerei Zott zu den Erwartungen der Milchbauern informierte Ludwig Wild. Zuletzt habe ein solches Meinungsbild eine Punktlandung gebracht, denn die produzierte Milchmenge wich um nicht einmal ein Prozent vom Umfrageergebnis ab. 2019 lieferten 123 Landwirte 44,5 Millionen Kilogramm Milch aus dem Bereich der MEG Sulzbach-Rosenberg an die Molkerei Zott. Aus den jetzt abgegebenen Fragebögen gehe hervor, dass bis zum Jahr 2025 mit einer jährlichen Steigerung von 0,6 Prozent erwartet werde. Und dies, obwohl auch mit einem Rückgang der Anzahl der Lieferanten zu rechnen sei.

"Es gibt Kontrollen, und es gibt gute Kontrollen von Amtstierärzten", betonte Dr. Iris Fuchs vom Veterinäramt Bayreuth. Bei den letzteren versuchten die Vertreter der Veterinärämter, gemeinsam mit den Landwirten Probleme zu lösen oder gar nicht entstehen zu lassen, ehe Zahlungsbescheide verschickt werden. Große Bedeutung habe, dass auf der Grundlage der gesetzlichen Bestimmungen wie dem Tierschutzgesetz präventive Maßnahmen Vorrang genießen. Da die Landwirtschaft in erster Linie das Ziel verfolge, den Lebensunterhalt des Landwirtes und seiner Familie zu bestreiten, sei es sehr wohl im eigenen Interesse, das Tierwohl und die Gesundheit der Rinder zu beachten.

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