30.01.2019 - 17:41 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neue Förderkulisse für Seidel-Druckerei

Die historische Druckerei J.E. von Seidel ist ein heller Stern am Himmel der bayerischen Kultur. Deshalb wurde sie als eines von zwei Museen in Bayern für ein sehr exklusives Förderprogramm vorgeschlagen.

Leiter aller kulturellen Einrichtungen in Sulzbach-Rosenberg, kulturinteressierte Stadträte und Bürger tauschten sich beim Projektstart aus.
von Autor GACProfil

Die geschichtliche Bedeutung, der Wert der Einrichtung und Archivalien sowie die überregionale Bedeutung für das Verlags- und Druckwesen, machen nach Angaben von Stadtheimatpfleger Markus Lommer die Einzigartigkeit des Seidel-Ensembles aus. Ist man sich nun nach politischer Kontroverse über Ankauf und Sanierung einig, bleibt die Frage der Finanzierung, die zu einem großen Teil von öffentlicher Hand gewährleistet werden soll. Mit der möglichen Förderung im TRAFO-Programm bietet sich nun fast ein Glückstreffer, so die Meinung Lommers.

Wie beim Projektstart im Seidel-Saal zu erfahren war, handle es sich bei TRAFO um ein Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes, das in Zusammenarbeit mit Ländern, Kreisen und Kommunen die Weiterentwicklung des Kulturangebots im ländlichen Raum fördert.Das bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst hat die Fichtelgebirgsmuseen in Wunsiedel und die historische Druckerei J. E. von Seidel ins Rennen geschickt.

Die Leiter aller kulturellen Einrichtungen in Sulzbach-Rosenberg, kulturinteressierte Stadträte und engagierte Bürger trafen sich am Montag zum Projektstart. Bürgermeister Michael Göth erklärte, dass der Stadtrat bereits im April 2018 die Teilnahme am TRAFO-Projekt beschlossen habe. "Wie müssen sich unsere Kultureinrichtungen verändern, um auch in Zukunft Bestand zu haben?", das sei die Frage, die TRAFO beantworten wolle, sagte das Stadtoberhaupt. Der entscheidende Aspekt sei, nicht nur auf Insellösungen zu setzen, sondern sich zu vernetzen und das Beste für die Stadt zu bewirken.

Sandra Engelhardt vom Büro "Urban Lab" in Nürnberg wird das Projekt als Prozessbegleiterin mitgestalten. In der Entwicklungsphase solle geklärt werden, welche Veränderungen die Museen und kulturellen Einrichtungen für sich anstreben, welchen Faktor Kultur für den Standort darstellt und ob Kultur ein Hebel für Wertevermittlung an die Jugend sein könne, sagte sie. "Wichtig ist das Einbeziehen der Menschen vor Ort und das Öffnen für Kooperationen."

Engelhardt und Lommer hatten sechs "Stationen" mit Stellwänden vorbereitet, an denen die Teilnehmer sich informieren, diskutieren und auch Kommentare auf Klebezetteln abgeben sollten. Das Angebot wurde lebhaft genutzt. In der nächsten Runde wurden Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer und der Bevölkerung gesammelt und aufgeschrieben.

In der Entwicklungsphase, die bis Juli 2019 dauert, muss nun gemeinsam der Förderantrag erarbeitet werden. Dafür gibt die Kulturstiftung des Bundes insgesamt 40 000 Euro. Während dieser Zeit wird auch die Auswahlkommission der Kulturstiftung Sulzbach-Rosenberg einen Besuch abstatten, um sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Von den 18 Projektanträgen werden dann fünf ausgesucht, die weiter gefördert werden. Sulzbach-Rosenberg muss sich also mächtig anstrengen, um die Projektförderung von bis zu 1,25 Millionen Euro zu erobern.

Zum Thema:

TRAFO - was ist denn das?

TRAFO ist ein Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes in Berlin zur umfassenden Transformation der Angebote und Strukturen öffentlicher Kultureinrichtungen im ländlichen Raum. Teilnehmen können Regionen, die vom Bevölkerungsrückgang betroffen sind und mehrere öffentliche Kulturinstitutionen haben, die ihre Zukunft sichern wollen. Die Regionen werden von den zuständigen Kultureministerien der Länder vorgeschlagen. Sich selbst zu bewerben ist also nicht möglich. Die Ausarbeitung der Projektanträge wird von der Kulturstiftung des Bundes mit 40000 Euro gefördert. Wenn ein Projekt für die Förderung ausgewählt wird, fließen bis zu 1,25 Millionen Euro in die geförderte Region.

Bürgermeister Michael Göth begrüßt die Teilnehmer.
Moderatorin Sandra Engelhardt erläutert das Trafo-Projekt.
An den Schauwänden wurde angeregt diskutiert.
An jeder Station wurden auf Klebezetteln Kommentare und Ideen zum Thema gesammelt.

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