02.06.2020 - 15:48 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neue Realschul-Fassade bringt neue Schulfarben

Landrat Richard Reisinger weist stolz auf die neue Fassade hinter sich. Die Walter-Höllerer-Realschule beeindruckt mit bunten Elementen. Zeit für eine Halbzeit-Bilanz des 30-Millionen-Euro-Projektes Schulsanierung.

Die Fassade der Walter-Höllerer-Realschule strahlt in neuem Glanz. Vier verschiedene Farben sorgen für Abwechslung und einen neuen Auftritt.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die zweite Halbzeit bei der Generalsanierung der Walter-Höllerer-Realschule hat begonnen. Seit etwas mehr als einem Jahr laufen dort die Bauarbeiten. Rund 30 Millionen Euro investiert der Landkreis in die Sanierung der Realschule, inklusive dem Ersatzneubau der Dreifach-Turnhalle. Nun informierte Landrat Richard Reisinger gemeinsam mit Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises und Schulleiter Martin Zimmermann über den aktuellen Stand der Bauarbeiten. Und der kann sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen.

Optischer Hingucker ist die neue, bunte Fassade der Realschule. Vorbei ist es mit dem tristen Grau von früher, die Realschule strahlt seit wenigen Tagen in völlig neuem Glanz. Im Juli vergangenen Jahres rückten die Bagger der Fassade des Altbaus aus den 60er Jahren zu Leibe und nahmen die Stahlbetonfassade ab. Anschließend ersetzte die Firma Schulte & Falk Montage GmbH aus Sulzbach-Rosenberg die alte Fassade durch eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade.

Die Obergeschosse haben laut Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises eine dunkle Plattenverkleidung aus Faserzement erhalten, von denen sich die Stützen mit leuchtenden Farben absetzen. Im Erdgeschoss sticht eine umlaufende Pfosten-Riegel-Fassade aus Leichtmetall ins Auge.

"Dem Landkreis ist es ein großes Anliegen, hier in Sulzbach-Rosenberg eine moderne und zukunftsfähige Realschule entstehen zu lassen und für die Schüler ein attraktives Lernumfeld zu schaffen", betonte Landrat Richard Reisinger beim Pressetermin. Dabei sei die neue Fassade ein weiterer wichtiger Meilenstein.

Ein zusätzlicher Höhepunkt ist das Folienkissendach, ein Alleinstellungsmerkmal, das an die Allianz-Arena in München erinnert und als Überdachung für den Innenhof dient. Dieser konnte dadurch zu einer großzügigen, hellen und begrünten Halle werden, in der der Ganztagsbereich, die Mensa, ein offener Ganztagsbereich und Ausweichräume ihren Platz gefunden haben.

Schulleiter Martin Zimmermann dankte Landrat Richard Reisinger für die richtungsweisenden Schritte, die der Landkreis bereits gesetzt hat, bei denen die Anforderungen der Schule stets berücksichtigt wurden. "Energetische Ansprüche werden hier an der Walter-Höllerer-Realschule perfekt mit ästhetischen und pädagogischen Aspekten verknüpft", lobte Zimmermann.

Der Schulleiter kündigt schon einmal an, dass die Farbakzente nicht nur die Außenfassade prägen, sondern die vier Farben sozusagen als "Schulfarben" künftig auch das Innenleben der Realschule prägen werden.

Die Walter-Höllerer-Realschule wurde 1968/69 gebaut und zählt aktuell rund 640 Schüler. Die erste Generalsanierung lief von 1987 bis 1992. Im Jahr 2005 wurde die Schule mit dem Anbau erweitert.

Für die aktuelle Generalsanierung sprachen laut Landrat Richard Reisinger erhebliche Mängel beim Brandschutz und bei den Sicherheitsanlagen. Zudem war das Gebäude ,,teilweise abgewirtschaftet", wie Thomas Raithel erklärt, Fenster und Verschattung waren defekt, sanitäre Anlagen marode. Auch energetisch entsprach der Altbau nicht den aktuellen Erfordernissen.

2017 stimmte deshalb der Kreistag des Landkreises Amberg-Sulzbach unter Vorsitz von Landrat Richard Reisinger für die Generalsanierung der Walter-Höllerer-Realschule, sie wird rund 30 Millionen Euro kosten. Der Abschluss der Bauarbeiten am Hauptgebäude ist für Frühjahr 2021 geplant. Dann folgt der nächste Schritt, der Neubau der Sporthalle. Diese soll dann bis spätestens Frühjahr 2023 fertiggestellt sein.

Im Blickpunkt:

Energetisches Konzept

Bei der Erneuerung der Fassade war die Zielsetzung ein energetisches Konzept, denn natürlich sollte die sanierte Schule energetisch auf dem aktuellsten Stand sein. Die Experten wollten mit einer optimierten Planung der Gebäudetechnik und der Dämmung der Gebäudehülle die gesetzlichen Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern wenn möglich unterschreiten.

Dies war nur möglich mit der Wärmeversorgung durch Fernwärme. Da diese hier als Abwärme der Stromerzeugung aus Holz entsteht, konnten sogar die Anforderungen des Standards KfW-Effizienzhaus 70 erfüllt werden, erklärte Thomas Raithel stolz. „Das bedeutet, die gesetzlichen Anforderungen werden nochmals um 30 Prozent unterschritten. Dafür könne ein KfW-Kredit in Anspruch genommen werden, für den ein Tilgungszuschuss von 17,5 Prozent gewährt wird. Die Höhe der Kreditsumme beträgt circa 5,5 Millionen Euro.

Für das Erreichen dieses sehr guten energetischen Standards bei einer Sanierung waren noch weitere haustechnische Systeme notwendig: beispielsweise eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, eine PV-Anlage zur Eigenstromnutzung und flächendeckende LED-Beleuchtung sowie eine neue und besser gedämmte Fassade. Die Faserzementplatten haben einen dunklen Farbton, der die farbigen Paneele zwischen den Fensterelementen leuchten lässt. Ausführende Firmen sind Schulte & Falk, Vollmuth Metallbau und die Otto und Heinrich Müller GmbH. (ge)

Hintergrund:

Fakten zur Realschule

Die Walter-Höllerer-Realschule wurde 1968/69 gebaut und zählt aktuell rund 640 Schüler. Die erste Generalsanierung lief von 1987 bis 1992. 2005 wurde die Schule per Anbau erweitert. Für die aktuelle Generalsanierung sprachen laut Landrat Richard Reisinger erhebliche Mängel bei Brandschutz und Sicherheitsanlagen. Zudem war das Gebäude ,,teilweise abgewirtschaftet“, wie Thomas Raithel erklärt. 2017 stimmte deshalb der Kreistag für die Generalsanierung mit rund 30 Millionen Euro. Der Abschluss der Bauarbeiten am Hauptgebäude ist für Frühjahr 2021 geplant. Dann folgt der Neubau der Sporthalle. Sie soll spätestens im Frühjahr 2023 fertiggestellt sein. (ge)

Weitere Infos zur Sanierung:

Sulzbach-Rosenberg
Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises.
Landrat Richard Reisinger freute sich über den Baufortschritt.
Rektor Martin Zimmermann ist stolz aufs neue Aushängeschild.
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