07.09.2018 - 15:56 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Neue Straße in 72 Stunden

Fast eine Million Euro in 72 Stunden im Straßenbau zu verbrauchen, das war noch nicht da. Vom 14. bis 17. September stemmt das Staatliche Bauamt diese Aktion. Die B 14 durch die Stadt wird gesperrt. Sie bekommt ein neues Gesicht.

Bauoberrat Stefan Noll und Bauleiter Stephan Weiß (von rechts) erläuterten Bürgermeister Michael Göth die Pläne für die Arbeiten an der B 14.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Lange minutiös geplant, rückt das große Wochenende immer näher: Im rund 975 Meter langen Abschnitt zwischen der Meister-Kreuzung und der Einmündung Alte Straße laufen, beginnend am Nachmittag des Freitags, 14. September, 14 Uhr, bis in den frühen Montagmorgen des 17. September, 5 Uhr, umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn.

Vorbereitende Arbeiten mit geringen Beeinträchtigungen des Verkehrs haben bereits begonnen. Sollte die Witterung an besagtem Wochenende sich als ungeeignet erweisen, ist als Ausweichtermin das Wochenende vom 28. September bis 1. Oktober vorgesehen.

Bauoberrat Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach arbeitet seit Monaten an der Vorbereitung. Er traf sich jetzt mit Bürgermeister Michael Göth und Bauleiter Stefan Weiß an der Storg-Kreuzung, um das Projekt zu besprechen. Dabei stellte Noll es offiziell der Presse vor.

Damit die Arbeiten kompakt an einem Wochenende durchgeführt werden können und die B 14 an den verkehrsstärkeren Wochentagen wieder zur Verfügung steht, ist neben der Vollsperrung des betroffenen Streckenabschnitts überdies Nacht-, Samstags- und Sonntagsarbeit sowie ein Zwei-Schicht-Betrieb erforderlich. "Besonders in der Nacht vom Freitag zum Samstag und am Sonntag kann es zu Lärmemissionen kommen, wir bitten die Anwohner um Verständnis", schickte Noll als Botschaft voraus.

Wie kam es zu diesem Plan? "Wären die erforderlichen Straßenbauarbeiten nicht an einem Wochenende unter Vollsperrung und im Schichtbetrieb möglich, müssten sie stattdessen in kleineren Teilabschnitten über mindestens drei reguläre Arbeitswochen ausgeführt werden. Das hätte insgesamt längere Verkehrsbeeinträchtigungen zur Folge."

Die Ausführung an einem Wochenende ist das Ergebnis intensiver Abstimmungen zwischen den beteiligten Behörden, dem Staatlichen Bauamt und der ausführenden Baufirma, erläuterte der Planer. Insgesamt betrachtet würden die Beeinträchtigungen für Anlieger und Verkehrsteilnehmer so auf wenige Tage an einem Wochenende konzentriert. Tatsache ist, dass im Bauzeitraum alle dort in die B 14 einmündenden Straßen Sackgassen sind und von der B 14 aus nicht mehr angefahren werden können. Es handelt sich um Rosenberger, Hofgarten-, Nelken-, Weiher-, Untere Gartenstraße, den Friedhofberg (Zufahrt Liliencenter), die Obere Gartenstraße und Adolph-Kolping-Straße, den Sparkassenplatz, die Bastei, die Zufahrt zum Großparkplatz Bayreuther Straße, An der Allee und Annabergweg.

Eine Einfahrt in die B 14 ist während der Bauzeit ebenfalls nicht möglich. "Die Anlieger werden deshalb gebeten, ihre Fahrzeuge rechtzeitig außerhalb des gesperrten Bereiches zu parken", appelliert der Bauplaner. Die Einmündungen Untere Gartenstraße, An der Allee und Annabergweg werden im Anschluss an das Wochenende zur Erledigung von Anpassungsarbeiten für zwei weitere Tage, also bis Mittwochmorgen, gesperrt bleiben.

Natürlich gibt es Umleitungsstrecken: Die ausgeschilderten Umleitungen verlaufen für beide Fahrtrichtungen der B 14 über die Kreisstraße AS 11 (Gemeindestraße Forsthof - B 85), für den Verkehr der Staatsstraße 2040 über die Sulzbacher Straße, Richard-Strauss-Straße, Südstraße, Fromm- und Erzhausstraße und Europastraße (AS 35) bis zur B 85.

Das wird alles gemeinsam erledigt: Sulzbach-Rosenberg. (ge) Die Kosten der gesamten Straßenbauarbeiten im Verlauf der B 14 belaufen sich auf rund 900 000 Euro. Bei der bereits mit Vorleistungen begonnenen Straßenbaumaßnahme wird die alte, rissige, unebene und mit Ausbrüchen gespickte Asphaltdeckschicht auf einer Gesamtfläche von rund 10 500 Quadratmetern abgefräst und durch eine neue, leisere Schicht ersetzt. Das ist ein Asphaltbelag, der wegen seiner feinen, gleichmäßigen Oberflächentextur ein Schallminderungspotenzial von etwa 2 dB(A) entfaltet. Er ist aber dennoch so robust, dass er die Lebensdauer herkömmlicher Beläge (circa 15 Jahre) erreicht.

Zugleich wird die unter der Deckschicht liegende Asphaltbinderschicht ausgetauscht. Damit sind an diesem Wochenende etwa 2600 Tonnen Altasphalt auszubauen, abzutransportieren und wiederum circa 2600 Tonnen neues Asphaltmischgut einzubauen. Rund 30 Sattelschlepper und zwei Riesen-Fräsen mit je 1000 PS sind dabei im Einsatz. Im Vorfeld werden beschädigte Entwässerungsrinnen und Hochborde saniert und neu verfugt.

Stadt und Stadtwerke ihrerseits leisten einen maßgeblichen Beitrag zur Minderung der Lärmbelastung, indem sie alle dort in der B 14 liegenden Schieberkappen und Schachtabdeckungen gegen neue „einwalzbare“ Bauteile austauschen. Gerade tieferliegende Einbauten wie abgesackte Schachtdeckel sind sehr lärmintensiv. Die neuen Kappen und Abdeckungen werden in den Asphaltbelag dauerhaft bündig eingewalzt, sie „schwimmen“ quasi in dieser Schicht, so dass das Niveau stets gleichbleibt.

Riesige Maschinen, schwere Lastzüge, dazwischen jede Menge Bauarbeiter: Die B 14 ist ein gefährliches Pflaster am nächsten Wochenende. Das erfordert rücksichtsvolles und aufmerksames Fahren rund um die einen Kilometer lange Baustelle. Vor allem sollten die aufgestellten Schilder strikt beachtet werden. Für die Einschränkungen und Verkehrsbehinderungen bittet das Staatliche Bauamt um Verständnis.

Das ist der Verlauf der B 14-Baumaßnahme in Sulzbach-Rosenberg.

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