21.11.2019 - 16:01 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Nürnberger Percussion Ensemble: Begeisterndes Schlagwerk

Trommeln, Becken und Gongs, Glocken, Marimba, Xylophon, Metallophon und Vibraphon kommen schlagkräftig im Saal der Sulzbach-Rosenberger Berufsschule zum Einsatz.

Prof. Szarek und Dozent Schmidt mit dem Nürnberger Percussion Ensemble
von MÜBProfil

Sie kommen aus Deutschland, Polen, der Türkei und China und spielten zusammen mit ihren Ausbildern Professor Radoslaw Szarek und Dozent Roland Schmidt ein Konzert der Superlative. "Senza Titulo", so begann der Abend mit einer Komposition von Szarek selsbt. Es bereitete mit Marimba und Xylofon auf einen erhöhten Pegel vor, der aufgrund der vier großen Basstrommeln im Hintergrund noch zu erwarten war.

"Klopfzeichen" von Werner Heider: Zwischen zwei virtuellen Räumen, die Trennung wird durch die große mittige Basstrommel dargestellt, tauschen sich Szarek und Schmidt mit verschiedensten Geräuschen der Instrumente aus, sie unterhalten sich. Mal ganz sacht wird auf der kleinen Trommel gewischt, oder erschreckend hart wird die Basstrommel beiderseits geschlagen. Der wechselnde Rhythmus, das perfekte Zusammenspiel ohne Sichtkontakt, macht die Unterhaltung der beiden Trommler emotional verständlich.

"Hola Federico" von Roland Schmidt: Ein Stück für vier Basstrommeln über den Tod des Federico Garcia Lorca 1936 durch spanische Faschisten. Umrahmt von dem Gedicht des Lyrikers Antonio Machado, einfühlsam von Roland Schmidt in deutscher Übersetzung vorgetragen, brachte den Saal zum Beben. Drei Studenten bearbeiteten die großen Trommeln zusammen mit Szarek und übertrugen mit dumpfen Tönen die düstere Todesstimmung der Erschießung des Federico Lorca auf die Gemüter der Zuhörer.

"La Caccia", die Jagd, ein Kammermusikstück aus dem Jahr 1989 für Schlagquartett von Peter Kiesewetter rundete den Abend ab. Franziska Meyer gab mit der großen Trommel stets präzise den Takt vor, den rasend schnellen Bewegungen der Hände und Schlegel war kaum zu folgen, dazu der verwirrende schnelle Wechsel der Instrumente. Die Jagd wurde immer schneller und endete mit einem mächtigen dumpfen Schlag, ausgeführt mit einem riesigen Holzschlegel auf einem Holzbock.

Als Zugabe gab es gemeinsam gespielte latein-amerikanische Klänge, die die Emotionen glätteten und auf Normalpegel brachten. Franziska Meyer, Philipp Mohr, Kerem Alptekin und Xiqiao Wang, sowie ihren Lehrmeistern Roland Schmidt und Radoslaw Szarek ist ein spektakulärer Abend zu verdanken, der die klanglichen Möglichkeiten eines Schlagwerkensembles wunderbar aufgezeigt hat.

Ohne Sichtkontakt bei "Klopfzeichen" im Takt mit Prof. Szarek (links) und Dozent Schmidt
"Hola Federico" mit vier Basstrommeln ein Trauerstück intensiv vermittelt
Franziska Meyer beendet die wide Jagd.
(von links) Prof. Szarek, Kerem Alptekin, Xiqiao Wang, Franziska Meyer, Philipp Mohr, Dozent Schmidt, Frau Schmidt

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