27.02.2020 - 16:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Politischer Aschermittwoch: Grüne beziehen klaren Standpunkt gegen Rechts

Am Aschermittwoch ist alles vorbei: Für die Freunde des Faschings vielleicht, aber nicht für die Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer. Ihr Credo heißt: "Für uns Grüne ist nichts vorbei. Wir fangen jetzt an."

Politische Statements und Musik bringt der Aschermittwoch der Grünen im Wulfen-Saal in Kauerhof.
von Heidi FranitzaProfil

Knapp 50 Gäste folgten der Einladung des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen zum Politischen Aschermittwoch in den Gasthof zum Wulfen in Kauerhof. Zwischen den Reden von Landratskandidat Peter Eckert und der Bundestagsabgeordneten Beate Walter-Rosenheimer hörten sie heimatliche Klänge des Duos Erlbach-Musi.

Landratskandidat Peter Eckert fordert in seinem Wahlprogramm eine Reduzierung des Flächenverbrauchs und ein intensives Leerstandmanagement.

Kreistagskandidatin Yvonne Rösel führte durch den Abend und stellte Peter Eckert vor. Er erläuterte seine Schwerpunktthemen im Wahlkampf um den Landratsposten. Er führte die Reduzierung des Flächenverbrauchs und ein intensives Leerstandmanagement an. Als Auerbacher sehe er leerstehende Gebäude nicht nur in seiner Heimatstadt, sondern auch in Sulzbach-Rosenberg und der Kreisstadt Amberg. Klimaschutz und CO2-Reduzierung stünden, genau wie der Naturschutz, auf seiner Agenda ganz oben. "Sollte ich Landrat werden, so will ich einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Amberg zur Arbeit kommen!" Mit diesem Satz forderte Eckert nötige Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis ein.

Beate Walter-Rosenheimer: Lediglich fünf der 71 Landkreise in Bayern werden von Frauen geführt.

"Es wird sehr feministisch": Mit dieser Vorgabe stieg die Bundestagsabgeordneten Beate Walter-Rosenheimer in ihre Rede ein. Noch immer gebe es zu viele Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen. Zwei Beispiele zog sie aus der Politik heran: Nur 9 Prozent der Bürgermeisterämter in Bayern seien mit Frauen besetzt, und lediglich fünf der 71 Landkreise würden von Frauen geführt. Beruf und Familie müssten zur breit akzeptierten Normalität geführt werden.

"Heute, am Aschermittwoch, ist alles vorbei", zitierte die fünffache Mutter die Aussagen der Faschingsgesellschaften und widersprach: "Für uns Grüne ist nichts vorbei. Wir fangen jetzt an. Wir müssen eine Welt retten!" Aus den Wahlergebnissen in Hamburg leitete sie die Feststellung ab, dass sich die Grünen zur Volkspartei gemausert hätten.

Das Ergebnis in Hamburg macht Mut, meint die Bundestagsageordnete Beate Walter-Rosenheimer und begrüßt es, dass die Grünen mit Peter Eckert einen eigenen Landratskandidaten aufgestellt haben.

Seitenhiebe auf andere Parteien, das normalerweise übliche Derblecken am Aschermittwoch, fand die 55-jährige Abgeordnete im Schatten der Anschläge in Hanau für unangebracht. Klare Aussagen gegen Rechts müssten die Antwort sein. "Die politischen Werkzeuge gegen Rechts haben wir schon lange auf dem Tisch. Nutzen wir sie", forderte die Diplom-Psychologin Walter-Rosenheimer und reichte mit Nachdruck das Wort "Jetzt!" nach. Die Wahl in Hamburg mache Mut. "Keinen Fußbreit den Rechten", schloss die Obfrau der Enquete-Kommission "Berufliche Bildung" Walter-Rosenheimer.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.