06.05.2020 - 15:29 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Polizei verwarnt erst und kassiert später

Es geht auch anders als mit demonstrativer Autorität: Die Polizeiinspektion setzt nach Verschärfung der Bußgeldregeln auf Einsicht. Dabei hilft ihr ein Zettel, der anstelle eines Knöllchens unter dem Scheibenwischer von Parksündern landet.

So ein Gehsteigparker bekommt von der Polizei erst einmal einen Zettel unter den Scheibenwischer.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Seit dem 28. April gilt eine Novelle der Straßenverkehrsordnung. Durch sie sollen Fußgänger und Radfahrer besonders geschützt und Raser entsprechend zur Kasse gebeten werden. Auch die Bußgeldsätze für bestimmte Parkverstöße stiegen demnach auf weit über das Doppelte an. Bei einem längerfristigen Verstoß droht sogar ein Punkt in Flensburg.

Wir sprachen mit Polizeihauptkommissar Peter Krämer über die Strategie, die die Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg seit dem Inkrafttreten anwendet. Im Stadtgebiet, weiß der Polizeisprecher, gebe es eine Vielzahl von Straßen, gerade in Wohngebieten, in denen Verkehrsteilnehmer ihre Fahrzeuge parkten, obwohl die erforderliche Restfahrbahnbreite von drei Metern dann nicht mehr gegeben sei - es werde also eng. Deshalb werde in diesen schmalen Straßen der Gehweg als Parkstreifen missbraucht.

"Bislang wurde sporadisch, wenn es die Einsatzlage erlaubte, auch entsprechend verwarnt", erklärt Krämer. Jetzt aber, nach der Novelle, würde wahrscheinlich der eine oder andere Autofahrer aus allen Wolken fallen, wenn er ein Bußgeld von 50 bis 80 Euro erhalte.

Aus diesem Grund habe sich ein Dienstgruppenleiter der Inspektion die Mühe gemacht und einen Hinweiszettel kreiert, der mittlerweile bereits in vielen Schwerpunkt-Straßen unter manche Wischerblätter geklemmt wurde. Eine Ahndung unterblieb derweil noch.

"Vorrangig für die Polizeiinspektion war dabei, den Verkehrsteilnehmer auf ein mögliches Fehlverhalten und die damit verbundenen Folgen hinzuweisen - dies ist das Selbstverständnis einer bürgerfreundlichen Polizei!", schildert der Sprecher die Strategie.

Und er hat noch eine Bitte: "Die Verkehrsteilnehmer werden in diesem Zusammenhang gebeten, sich über die geänderten Bußgeldsätze, gerade im Hinblick auf ein mögliches Fahrverbot bei Geschwindigkeitsverstößen oder im Zusammentreffen mit Radfahrern, eigenständig zu informieren." Sonst kann es ein böses Erwachen geben, wenn nach einem Verstoß die Rechnung präsentiert wird.

Info:

Die neuen Tarife

Aufgrund der seit dem 28 4. in Kraft getretenen Novelle der Straßenverkehrsordnung wurden auch die Verwarnungsgelder/Bußgelder wie folgt geändert:

Halten auf Gehweg 50 Euro

Parken auf Gehweg 55 Euro

Parken auf Gehweg zusätzlich mit Behinderung 70 Euro +1 Punkt

Parken auf Gehweg, Dauer über eine Stunde 70 Euro +1 Punkt

Parken auf Gehweg über eine Stunde mit Behinderung 80 Euro + 1 Punkt.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos aus der Region

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.