Jeder Radfahrunfall, und sei er zunächst noch so klein, wird statistisch erfasst bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg. Polizeioberkommissar Uwe Aulinger hat das Jahr 2018 ausgewertet und stellte die Ergebnisse nun gemeinsam mit dem Inspektionsleiter, Erstem Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck, und Polizeihauptkommissar Peter Krämer vor.
In der Tat fallen einige Tatsachen sofort ins Auge: 44 Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr - fast dreimal so viele wie im Vorjahr. Und der Anteil der Pedelec-Fahrer beträgt davon genau ein Viertel. Zu beklagen waren insgesamt 42 verletzte Radfahrer. Uwe Aulinger liegt dabei sehr am Herzen: "Es gab 15 Schwerverletzte, und elf von ihnen hatten keinen Helm getragen." Auch bei den 27 Leichtverletzten gab es elf Personen ohne Helm.
Unabhängig vom Alter
Deswegen richtet der Verkehrssachbearbeiter den dringenden Appell an alle Radler: "Setzen Sie Ihren Fahrradhelm auf." Das diene nicht nur der eigene Sicherheit, sondern auch den anderen als Vorbild. Schließlich müsse ja auch ein Mofafahrer, der nur 25 Kilometer pro Stunde schnell ist, einen Motorradhelm tragen. Aulinger ist überzeugt, dass die Zahl der Verletzten dann drastisch zurückginge, wenn die Vernunft hier siegt. "Hängt die Zunahme der Unfallzahlen mit dem Alter zusammen?", wollte die SRZ von den Beamten wissen. Michael Kernebeck verneint das: "Der Anteil der Senioren über 71 an den gesamten Radunfällen liegt bei genau 25 Prozent. Das ist im normalen Bereich." Doch woran liegt es, dass der Unfall-Anteil der Pedelec-Fahrer inzwischen auch ein Viertel beträgt? Peter Krämer: "Es sind inzwischen einfach immer mehr Elektro-Räder unterwegs." Fünf der elf verunglückten Lenker seien dem Seniorenbereich zuzuordnen, die Unfallursachen lägen ebenfalls breit gestreut: Stürze ohne Fremdbeteiligung, Zusammenstöße mit unachtsamen Autofahrern, aber auch Selbstverschulden beim Abbiegen.
Aufpassen am Radweg
"Radler haben immer Vorfahrt auf ausgewiesenen Radwegen", erinnert Uwe Aulinger zum Beispiel an die Ein- und Ausfahrten am Dultplatz, an denen die Autofahrer eben vor dem Radweg warten müssen, bis frei ist. In der Hofgartenstraße gibt es zudem seit geraumer Zeit keinen kombinierten Geh- und Radweg mehr: Hier müssen die Zweiräder der Erwachsenen und Kinder über acht Jahre auf die Fahrbahn ausweichen. Anders ist das auf der Strecke am Feuerhof: Von der Edelsfelder Straße bis nach Forsthof dürfen Fußgänger und Radfahrer gemeinsam den 2,5 Meter breiten Streifen benützen.
Aulinger empfiehlt vor allem Senioren ein spezielles Pedelec-Training: "Diese Räder haben ein anderes Fahrverhalten als die bisher gewohnten. Schon eine kleine Abweichung im Reifendruck kann bei Wechsel der Straßenoberfläche zu Zwischenfällen führen." Und noch einmal seine Bitte zum Schluss: "Helm auf bei der Fahrt."














Ja, Ältere Radfahrende empfehle ich, gerne eine Schulung mitfahren, wo gezeigt wird wie mit Pedelecs richtig umgegangen wird. Aber Victim Blamig (Täter-Opfer-umkehr) ist keine gute Art hier für Fahrradhelme Werbung zu machen. Sichere Infrastuktur und Autofahrer die eben keinen "mal Übersehen" wären wohl hier eine bessere Lösung. Meistens sind es ja zu enges Überholen und eben das Berühmte Übersehen was diese Art von Unfällen verursacht. Vorrallem Infrastruktur die Zugeparkt ist, obwohl es Verboten ist. Halte ich für gefährlicher, als keinen Helm zu Tragen.
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