23.10.2019 - 15:47 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Querschreiber" schaffen neue Schriften

Die Kalligraphen-Gruppe "Querschreiber" aus Sulzbach-Rosenberg eröffnet mit einer Vernissage eine Ausstellung mit individuellen Beispielen ihrer Darstellung von Schriftbildern und angewandter Schriftkunst.

Die „Querschreiber“ mit der Leiterin der VHS Julia Wolfsteiner (rechts) und Kunsterzieherin Nora Matocza (Zweite von rechts).
von MÜBProfil

Julia Wolfsteiner, Leiterin der Volkshochschule Amberg-Sulzbach, freuete sich bei der ersten Vernissage unter ihrer noch kurzen Amtsleitung über ein volles Haus. Die Künstlerin und Kunsterzieherin Nora Matocza gab eine Einführung in die Kalligraphie. Sie erklärte den Begriff der Kunst des schönen Schreibens und bedauerte: "Die Handschrift wird heutzutage immer mehr vernachlässigt, Kinder lernen nur noch Buchstaben, damit die Tastaturen der Laptops richtig bedient werden können." Das eigene, charakterlich geprägte Schriftbild gibt es nicht mehr. Die Feinmotorik der Hände, geübt durch das Schreiben, wird stark vernachlässigt, was sich nachweislich auf die vielfältigen Vernetzungen des Gehirns auswirke. Matocza wies auf die Charakteristik der einzelnen ausgestellten Schriftstücke hin. Jeder Kalligraph habe eigenständige Schriften entwickelt, die mit unterschiedlichen Werkzeugen erarbeitet werden, so dass die Kunstwerke in Form und Farbe differieren.

Elke Gehr, die an der VHS Kalligraphie unterrichtet, stellte als Gruppensprecherin die seit 2013 bestehenden "Querschreiber" pointiert vor. Die Kalligraphen bearbeiten nicht nur Papier, Steine, Stoffe, Wände, Möbel, sondern alles, was beschreibbar ist, wird mit Lettern versehen. Basierend auf historischen, exotischen oder modernen Alphabeten lassen sich die Künstler inspirieren und erfinden neu gestaltete ausdrucksstarke Zeichen, die zu Worten, Sätzen oder Gedichten und Texten zusammengeführt werden und in ausgewogenen Bildkompositionen münden. Jedes Bild spiegelt die Persönlichkeit seines Erschaffers in den gestalteten Lettern wie auch in den gewählten Texten wider.

Die Gruppe begann ihre Zusammenarbeit mit 12 Künstlern - inzwischen ist auch ein männlicher Kalligraph der nun 14-köpfigen Gruppe beigetreten - die sich monatlich zum Arbeiten trifft.

Elke Gehr bewunderte als Kind die Schrift ihres Vaters, sie vermittelte mit ihrer sehr persönlichen Ansprache Freude und Leidenschaft fürs Kalligraphieren. Vorstellbar, dass sich einige der Gäste zum nächsten Kurs bei ihr anmelden. Umrahmt wurde die Vernissage durch Musiker der Missionsgemeinschaft "Offene Tür" mit Lobpreis-Musik.

Die Ausstellung, die wegen ihrer Intensität und Vielzahl der Werke zum mehrmaligen Besuch einlädt, ist bis zum 14. Februar 2020 während der üblichen Öffnungszeiten der Volkshochschule zu besichtigen.

Die Gruppe:

Die "Querschreiber" sind: Elke Gehr, Anita Dürr, Monika Eichinger, Katharina Götz, Roswitha Götz, Margita Grädler, Renate Hildebrand, Gisela Laschtowitz, Konrad Pirner, Dagmar Rösl, Monika Roßmann-Fertsch, Markusine Uebler, Renate Weiß und Bettina Willnich. (müb)

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