Sulzbach-Rosenberg
16.04.2026 - 11:09 Uhr

Bei Radlern beliebt: Warum die Brücke am Eislaufplatz mit Verspätung fertig wird

Viele Sulzbach-Rosenberger fragen sich: Wann wird denn mal die neue Brücke über den Rosenbach fertig? Wann der Radweg wieder freigegeben? Lars Pachmann vom Bauamt über den Zeitplan und ob das Projekt durch den Iran-Krieg teurer wird.

Eigentlich hätte die neue Brücke ja bis Ende 2025 fertig werden sollen. Dann könnten dort jetzt längst wieder Radler am Fünf-Flüsse-Radweg fahren und auch der Bogenschießplatz wäre per Auto erreichbar. Doch als die Firma Eiffage aus Schwabach vergangenen Spätsommer Bohrpfähle in den Untergrund rammte, ist sie überraschend auf Fels gestoßen – und das hat den ganzen Zeitplan durcheinander gebracht.

Zwar ist es noch gelungen, bis November die Betonarbeiten abzuschließen, der Rest aber musste auf das Frühjahr verschoben werden. Jetzt ist Frühjahr. Schon vor Ostern war es lange trocken und es herrschten Temperaturen von um die 15 Grad. Doch auf der Baustelle rund um die Brücke war kein einziger Arbeiter zu sehen. Woran liegt das und wann geht es weiter? Oberpfalz-Medien hat bei Lars Pachmann nachgefragt.

Haftkleber braucht Plusgrade

Der Diplom-Ingenieur ist im städtischen Baureferat unter anderem für Brücken zuständig, er kennt die Hintergründe und sagt: "Wir haben letztes Jahr vor dem Winter die Abdichtung nicht mehr geschafft. Dazu wird auf den Beton ein Haftkleber aufgebracht, der die Brücke versiegelt. Doch diese Abdichtung braucht Plusgrade, und zwar auch in der Nacht." Ansonsten leide die Qualität, das wolle ja auch niemand. Außerdem sei die Winterpause mittlerweile beendet. "Am Mittwoch letzter Woche, am 8. April, haben wir wieder mit ersten Vorarbeiten begonnen. Ich hoffe, dass wir nun nächste oder übernächste Woche die Abdichtung machen können."

Sei die erst einmal aufgebracht, würde der Rest relativ schnell gehen. "Im Anschluss füllen wir das Erdreich wieder auf, montieren die Brückengeländer und asphaltieren die oberste Fahrbahnschicht. Dann sind wir fertig." Und wann ist das? Pachmann schätzt Mitte/Ende Juni. Radfahrer können die beliebte Strecke also erst wieder im Hochsommer nutzen? "Wir sind dann schon im Sommer, ich weiß, aber ich kann es nicht ändern. Es gibt Mitte Juni am Bogenschießplatz ein großes Bogenturnier, bis dahin sind wir auf jeden Fall fertig."

Radweg nicht immer gesperrt

Wichtiger Hinweis: Die Strecke ist für Radfahrer nicht die ganze Zeit gesperrt. Über die Brücke kann man zwar nicht fahren, aber hinter dem Eislaufplatz führt ein Radweg am Bahndamm entlang – in Richtung Sulzbach bis zum Hitzelmühlweg auf Höhe des Dultplatzes und in Richtung Rosenberg unter der Maintenon-Brücke hindurch bis zum Blumen Pürzer. Dieser Radweg sei derzeit noch frei, sagt Pachmann. Erst, wenn in der nächsten oder übernächsten Woche die Baufirma Eiffage wieder mit schwerem Gerät und großen Fahrzeugen wie Baggern und Lastern anrücke, müsse auch diese Verbindung gesperrt werden.

Die großen Lkw benutzen nämlich den Radweg unter der Maintenon-Brücke hindurch als Baustellenzufahrt – würden sich Lkw und Radfahrer auf dem schmalen Radweg begegnen, sei das viel zu eng und zu gefährlich, eine Sperrung deshalb unausweichlich. Aber: "Wir werden schauen, dass wir die Radverbindung im Sommer so schnell wie möglich wieder aufmachen können. Wenn nur noch die Restarbeiten an der Brücke laufen, kann währenddessen der Weg schon wieder aufgemacht werden."

Kostenexplosion durch Irankrieg?

Eine weitere Frage, die sich stellt, ist: Welche Auswirkungen hat der Iran-Krieg? Die Krise in Nahost hat in Deutschland nicht nur Lebensmittel- und Spritpreise steigen lassen, auch die Zinsen für Bauprojekte schießen nach oben, selbiges gilt für Baumaterialien. Wird die neue Brücke nun also deutlich teurer? Das könne gut sein, sagt Lars Pachmann, in diesem Fall habe Sulzbach-Rosenberg aber Glück: "Für uns wird's nicht teurer. Wir haben den Auftrag letztes Jahr ausgeschrieben und damals für einen Festpreis unterschrieben. Wenn, dann trifft es die Baufirma."

Der Brückenneubau kostet insgesamt 900.000 Euro. Vom Freistaat gibt es eine Förderung in Höhe von 400.000 Euro, aber rund eine halbe Million muss die Stadt selbst aufbringen. Dass die Summe gleichbleibt, gelte jedoch nur für die Brücke. "Alle anderen Maßnahmen, wie Brückenbau oder Straßensanierung, die wir demnächst ausschreiben, die werden ganz sicher teurer", blickt Pachmann in die nähere Zukunft.

OnetzPlus
Sulzbach-Rosenberg06.11.2025
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