17.09.2018 - 17:05 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Die Rösels wollen "Agrarfamilie 2018" werden

Sie lachen aus einem blühenden Feld in die Kamera: Die Mitglieder der Familie Rösel vertreten Bayern in einem großen deutschlandweiten Landwirtschafts-Wettbewerb. Sie wollen "Agrarfamilie 2018" werden. Dazu braucht es viel Nachhaltigkeit sowie Umweltbewusstsein. Und die Rösels sprühen vor Ideen.

Familie Rösel will "Agrarfamilie 2018" werden.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Landwirtschaft hat einige Jahrhunderte Tradition auf dem Hof nahe Neukirchen. Auch die aktiven Generationen sind voll dabei: Betriebsleiter Hermann Rösel (56) ist Diplom-Agraringenieur, Sohn Leonhard (28) Techniker für Landbau und Fachagrarwirt für Erneuerbare Energien, Sohn Michael (23) Bachelor im Dienstleistungs- und Handelsmanagement und Mutter Claudia (55) Hauswirtschaftsmeisterin.

Sie alle haben sich entschlossen, bei dem Wettbewerb der deutschen Agrarmedien mitzumachen: Im Rennen um den Titel "Agrarfamilie 2018" sind sie schon weit gekommen: Sie sind als eine von drei Familien aus Bayern im Bundesfinale. Noch bis 24. September kann im Internet abgestimmt werden. Chef Hermann Rösel erklärt die Absicht hinter der Bewerbung: "Mit unserem Betrieb wollen wir zeigen, dass moderne Landwirtschaft nachhaltig und umweltschonend ist - der Bevölkerung durch Feldschilder, Zeitungsberichte, soziale Medien, persönliche Kommunikation und auch unseren Berufskollegen."

In diesem Jahr ist der nachhaltige Maisanbau ihr Thema. In den letzten Jahren hat die Familie immer wieder alternative Energiepflanzen für die Biogasproduktion (Mischungen mit Buchweizen, Anbau von Silphie und Szarvasigras) vorgestellt. Für ihren "Maisversuch" wurden Parzellen mit unterschiedlicher Bodenbearbeitung angelegt, um die einzelnen Vor- und Nachteile darzustellen. Im Herbst zuvor wurden dafür Zwischenfrüchte ausgesät. "Die Unterschiede", erläutert Leonhard Rösel, "zeigten sich im Frühjahr recht deutlich."Er wünscht sich, dass sich mehr Berufskollegen für diese Erkenntnisse interessieren.

Der nächste Themenblock sei nun einem Schädling gewidmet, es geht um die biologische Bekämpfung des Maiszünslers. Das erledigen Schlupfwespen, per Drohne ausgebracht. Im Herbst werde die Bekämpfung der Larven in den Maisstoppeln gezeigt. Der dritte Punkt beim Maisanbau sei die Digitalisierung in der Landwirtschaft, die Dokumentation der Arbeitsschritte, die automatisierten Lenkhilfen und wie diese Techniken helfen, die Umwelt zu schonen. All diese Punkte hat die Familie dokumentiert und die Ergebnisse und Erfahrungen mit dem örtlichen Landwirtschaftsamt entweder bei Feldtagen und Vorträgen präsentiert oder schriftlich festgehalten und veröffentlicht. Was hat das nun mit der Agrar-Familie zu tun? "Man braucht für dieses Projekt eine starke Familie im Hintergrund", stellt Hermann Rösel fest. Einer alleine könne die zusätzliche Arbeitsbelastung gar nicht stemmen, außerdem müsse hinter solch öffentlichkeitswirksamen Projekten immer die ganze Familie stehen. Jeder kann und muss sich mit seinen Stärken und Fähigkeiten einbringen. " Unser Ziel ist, dass wir mit unseren Maßnahmen ein Vorbild für andere Betriebe sind und in der Öffentlichkeit als Landwirte wieder mehr positiv wahrgenommen werden", stellt Leonhard Rösel klar.

Die Botschaft der Familie: "Wir sind stolz darauf, unseren Mitbürgern durch verschiedenste Aktionen immer wieder zu zeigen, wie die moderne Landwirtschaft funktioniert und dass diese nachhaltig ist." Eine zeitfressende Aufgabe sei das, aber die Arbeit mache Spaß, und die Früchte könnten täglich geerntet werden - als viele positive Rückmeldungen.

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