Er ist ein Investor, der die Stadt seit 15 Jahren schon in vielen Ecken geprägt hat: Ludwig Hetzenegger aus Thalmassing bei Regensburg, der dort gerade ein ganzes Wohn- und Gewerbequartier, samt Supermarkt, Versorgungszentrum mit Pflegeheim, einem Generationenwohnpark, Parzellen für 48 Einfamilienhäuser und einem innovativen neuen Energiekonzept errichtet, ist viel in seinem Sulzbach-Rosenberger Lieblingsprojekt zu finden: Rosenbergs „Neue Mitte“ ist in den letzten Jahren unter seiner Regie entstanden, mit einem Wohnviertel, dem umgebauten Heldrich-Anwesen mit Fitness-Studio, Reha-Zentrum, Café, Rösterei, Barista-Schulung, Tanzstudio, Nagelstudio, Kickbox-Akademie, Bistro mit Freisitz und vielem mehr. Vorm Haus steht die alte Straßenbahn, die jetzt restauriert wird, drinnen erklärt uns der 47-jährige Immobilienunternehmer sein neuestes Projekt: „Ich habe jetzt endlich den alten Rosenberger Bahnhof von der Bahn erwerben können.“
Lange habe es gedauert bis zur Versteigerung, seit Jahren war er interessiert an dem Gebäude in seiner unmittelbaren Nachbarschaft und oft fast verzweifelt an dem Zuständigkeits-Wirrwarr bei der DB. Inzwischen hat er aber den Zuschlag bekommen, seit März 2022 gehört ihm der Bahnhof samt Umgriff - nur der Bahnsteig nicht, der bleibt im DB-Eigentum. Im Frühjahr beginnt die Sanierung, beginnend mit der Entkernung und Sanierung der Außenhülle.
Holzofen-Gastronomie
Innen und außen geht es dem Bahnhof an die (noch gute erhaltene) Substanz. „Es wird eine sogenannte KfW-Sanierung mit Förderung und Anschluss an die benachbarte Hackschnitzelanlage der eigenen HELU-Heizkraftwerk: Vollwärmeschutz, komplette Außensanierung, große Fenster, eine offene Terrasse, Appartements und im Erdgeschoß die Attraktion - eine Schau-Brauerei.“ Das muss er uns näher erklären: Im Erdgeschoss in der ehemaligen Eingangshalle samt Stellwerk plant Hetzenegger eine rund 240 Quadratmeter große Holzofen-Gastronomie mit einer offenen Bierbrau-Showanlage. „Dort können wir zusätzlich zu den Barista- und Röstschulungen nun auch Bierbrau-Kurse anbieten in der Rosenberger Neuen Mitte.“
Der erste Stock und das Dach beherbergen nach dem Umbau insgesamt fünf Appartements mit 40 bis 50 Quadratmetern, die dann vermietet werden oder eine andere Nutzung erfahren - hier ist der Unternehmer wie immer flexibel. In diesem Frühjahr soll es losgehen, im Frühjahr 2025 bereits alles fertig sein. Rund eine Million Euro investiert Ludwig Hetzenegger alleine in den Bahnhof - ohne Kaufpreis, wohlgemerkt.
Verschiedene Pläne
Nachdem die Neue Mitte Rosenbergs sehr gut angenommen wird, hat der findige Investor ein weiteres Highlight im Sinn: „Durch die großen Fenster in der Gastronomie entsteht eine gute Sichtbeziehung zur bestehenden Bistro-Terrasse gegenüber am ehemaligen Heldrich-Anwesen - das alles soll zu einer gastronomischen Einheit wachsen.“ Wenn das komplett fertig ist, könnte sich hier vor allem im Sommer ein äußerst attraktiver Treffpunkt entwickeln, meint Hetzenegger. Und dabei vergisst er auch die Kleinigkeiten nicht: „Die alte Straßenbahn wird jetzt saniert, neu lackiert, erhält einen eigenen Zugang und wird beleuchtet. Darin kann man dann auch gastronomisch genießen.“
Das Projekt reiht sich dann ein in die Vielzahl seiner lokalen Engagements wie die Sanierung der ehemaligen Maxhütten-Betriebskrankenkasse zum eigenem Betriebs- und Verwaltungsgebäude der HELU-Gruppe mit einem integrierten Appartement-Haus mit elf Einheiten für seine Mitarbeiter („mit Hotelstandard“) oder der momentanen Entwicklung des Ernst-Naegelsbach-Hauses am Loderhof, das mit mehreren nachhaltigen neuen und sanierten Gebäudekomplexen zu einem Kinder- und Jugendcampus heranwächst.
Halten wieder Züge an?
Wie ist das möglich? Hetzenegger verfügt über eine eigene Baufirma, in der rund 30 Handwerker aller Sparten, vom Sanitärtechniker über den Tief- oder Betonbauer bis zum Elektriker arbeiten, dazu kommt ein fünfköpfiges Team aus Ingenieuren und Architekten, das beispielsweise eigene Brandschutz- und Statikkonzepte entwickelt. Insgesamt werden es wohl so um die 45 Personen sein, die er hier beschäftigt. So wie es aussieht, brauchen sie sich keine Sorgen um ihre Arbeit zu machen: Ihr Chef hat noch viel vor. Und vielleicht halten dann auch wieder Züge in Rosenberg-Hütte - denn auch hier ist der Investor dran ...
Daten Bahnhof Sulzbach-Rosenberg-Hütte
- Eröffnung: 12. Dezember 1859
- Strecke: Nürnberg-Hauptbahnhof - Irrenlohe (km 58,16)
- Haltepunkt:Zur Zeit keine Halts von Personenzügen mehr
- Besitzer:Verkauft im März 2022 an Ludwig Hetzenegger
- Neue Nutzung: Erdgeschoß 237 Quadratmeter Gastronomie mit Schau-Brauerei und offenem Holzofen
- 1. Stock/Dach: Fünf Appartements mit bis zu 50 Quadratmetern
- Sanierungsbeginn: Frühjahr 2024
- Abschluss: Frühjahr 2025
- Gesamtinvestitionskosten: Rund eine Million Euro



















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