09.07.2018 - 16:59 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

"Schönen Tag" vom Tankwart

Eine Diesel-Flut, die angeblich ein 22-jähriger Sulzbach-Rosenberger an einer Tankstelle verursacht, findet weitreichende Beachtung. Auf Facebook schildert der junge Mann nun den Vorfall aus seiner Sicht. Für Oberpfalz-Medien Grund genug, bei ihm noch genauer nachzufragen.

Nach einem misslungenen Tankversuch bildete sich am Donnerstagabend an einer Tankstelle in der Rosenbachstraße diese Diesel-Lache. Durchfahrende Autos verteilten den Kraftstoff anschließend auf dem gesamten Areal zwischen den Zapfsäulen und auf der benachbarten Straße.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Es war am Donnerstag gegen 21.30 Uhr, als der 22-Jährige eine Tankstelle in der Rosenbach ansteuerte, um zu tanken. "Mein Auto war laut Bordcomputer beim Tanken bis auf zwei Liter komplett leer, also habe ich den Zapfhahn in den Tank gehängt und das Häkchen gesetzt."!. Wegen einer kurzen Unterhaltung mit einem Freund geriet das Auftanken aus dem Blickfeld und führte wegen einer Fehlfunktion zum Malheur".

Auf den Überlauf aufmerksam gemacht wurden die beiden Männer vom Fahrer eines Tanklastzuges, der dort planmäßig im Einsatz war. Der 22-Jährige beendete darauf hin sofort den Tankvorgang. Seinen Berechnungen zufolge könnten aber lediglich knapp zehn Liter Diesel - nicht wie im Polizeibericht gemeldet rund 30 Liter - aus dem BMW ausgelaufen sein. Das Volltanken, die vorhandene Restmenge und die anschließend bezahlte Kraftstoffrechnung ließen nach Angaben des Betroffenen keine anderen Schlüsse zu.

Was den Mann aber besonders sauer aufstößt, sei das wenig kommunikativ gewesene Personal, das den geschilderten Vorgang lediglich mit Unverständnis quittierte. "Als sich eine rund drei Meter lange Diesel-Lache gebildete hatte, kam auch zufällig eine Polizeistreife, um einzukaufen. Und auf die Frage, ob mein Tank undicht sei, antwortete ich, dass die Zapfanlage nicht abgeschaltet hätte. Die Polizisten fuhren dann unbeeindruckt ihres Wegs", schildert der BMW-Fahrer weitere Erlebnisse.

Kein Gehör gefunden

Wie auf Nachfrage zudem angegeben, hatte der Herzogstädter den Eindruck, dass ihm von Seiten der Tankstelle - etwa zur Beseitigung des Diesels mit Ölbinder - niemand helfen wollte. "Das wäre vom Ausmaß nicht groß und binnen fünf Minuten zu beseitigen gewesen", gibt er sich überzeugt. "Keine Ahnung, kann nix machen, schönen Tag noch", war alles was er vom Tankwart zu hören bekam. Beim Wegfahren lief beim BMW noch der Rest-Sprit aus dem Überlauf, der die Fahrbahn minimal verschmutzt hätte.

Völlig unverständlich ist für den jungen Mann aber, dass die Tankstelle ganze zwei Stunden weder gesperrt noch gesäubert wurde, weshalb Dutzende Autos den Diesel beim Durchfahren im Areal der Tankstelle und auf der Straße verteilen konnten. Wie der Betroffene ergänzend gegenüber unserer Zeitung äußert, muss er die ganze Angelegenheit nun seinem Anwalt übergeben, um weiteren Schaden abzuwenden. "Dass eine Zapfsäule nicht fehlerfrei läuft, kann passieren. Aber die Reaktion beziehungsweise die mangelnde Ausbildung des Angestellten, der Gefahrstoffe verkauft, ist erschütternd. Wo der Feuerlöscher ist und wie die Nummer der Feuerwehr lautet, hat ihm bestimmt auch keiner gesagt."

Während des Betankens kam nach Angaben des Betroffenen auch eine Polizeistreife vorbei, die nach einem eventuell undichten Tank fragte. Nach dem Hinweise auf die Fehlfunktion an der Zapfsäule, sei der Kontakt mit den Ordnungshütern beendet gewesen.

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