02.05.2019 - 17:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Schwanenvater verteidigt seine Küken

Der große, weiße Vogel richtet sich auf, schlägt mit den Flügeln und zischt wütend. Gleich wird er angreifen. Die Schwäne im Bürgerpark haben Junge und beschützen diese vor aufdringlichen Passanten. Ein Experte bittet um Rücksichtnahme.

Der Hals ist gereckt, die Flügel schlagen: Jetzt ist es Zeit, sich zurückzuziehen und die Schwanenfamilie in Ruhe zu lassen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Familie ist nicht nur den Menschen heilig. Auch in der Tierwelt gibt es viele Beispiele, wie Eltern sich für ihre Kinder einsetzen. Bekannt ist das auch vom Schwan - nur wissen das viele Leute offensichtlich nicht. Oder sie ignorieren es.

Im Bürgerpark hat das Schwanenpaar erfolgreich gebrütet, und einige Jungvögel sind ausgeschlüpft. Die allerliebsten Schwanenküken schwimmen schon und gehen mit den Eltern auf Entdeckungsreise. Aber die endet nicht immer harmonisch.

Grenze überschritten

Der Sulzbacher Tierarzt Dr. Hartmut Burkhardt bekam das am Feiertag mit: Er war mit seiner Familie im Bürgerpark unterwegs und beobachtete eine leider typische Szene: Die durchaus selbstbewussten Schwaneneltern hielten sich mit ihrer Kinderschar drei, vier Meter neben dem Weg auf. Das veranlasste einige Neugierige dazu, sich den Vögeln zu nähern. Dabei überschritten sie die Toleranzgrenze der Schwäne, und der Vater nahm bereits eine drohende Haltung ein. Doch die Menschen ignorierten das und gingen weiter auf die Schwäne zu. Das kann gefährlich werden.

Ein aufgerichteter, wütender Schwanenvater kann 1,6 Meter hoch sein und hat eine Spannweite von bis zu 2,4 Metern. Mit gut zwölf Kilo Gewicht setzt er den nötigen Druck hinter seine Angriffe. Das bekommen neugierige Hunde, aber auch Menschen zu spüren.

Bitte um Mäßigung

Der Tierarzt klärte die Passanten auf und bat sie darum, die Vögel in Ruhe zu lassen. Wenn sie sich in der Nähe der Wege aufhalten, hat das viele Gründe, aber ganz sicher nicht den, dass sie die Nähe der Menschen suchen. Auch sind die Küken nicht darauf erpicht, gestreichelt zu werden.

Hartmut Burkhardt richtet deshalb seinen Appell, den wir gerne unterstützen, an alle Bürgerpark-Besucher: "Lassen Sie die Schwäne in Ruhe, gehen Sie ihnen nötigenfalls sogar aus dem Weg und kommen Sie ihnen auf keinen Fall zu nahe!" Auch sollten Hunde hier kurz angeleint sein (das schreibt die Parkordnung ohnehin vor) und sich ebenfalls nicht den Vögeln nähern. Ein Schwan, der seine Küken verteidigt, macht keinen Unterschied zwischen einem Menschen und einem Hund.

Halten sich alle daran (auch die Polizei wird ein Auge darauf haben), dann können wir bald vier bis fünf graue Jungschwäne auf den Wasserflächen bestaunen. Und dem Schwanenvater und uns selbst viel Ärger ersparen, einfach durch Vernunft.

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