03.06.2020 - 16:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Second-Hand-Laden nur für soziale Projekte

Die Idee ist bisher einmalig in der Region: Ein Second-Hand-Laden, der zwar Gewinn erwirtschaftet, aber diesen komplett an soziale und ökologische Projekte spendet. Initiatorin Gerda Krusche erklärt die Idee.

Gerda Krusche (rechts) und Miriam Herbst legen letzte Hand an vor der Eröffnung.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

"Die Kommode" heißt das neue Geschäft. Die Idee für das Projekt Second-Hand-Laden entstand bereits im letzten Jahr. "Durch meine Kinder, die sehr nachhaltig leben und schon seit Jahren nur Second-Hand-Waren kaufen, habe ich mich viel mit der Thematik Konsum in unserer Gesellschaft auseinandergesetzt", erläutert Gerda Krusche unserer Zeitung gegenüber. Es gebe alles im Überfluss und trotzdem werde immer noch mehr gekauft und produziert.

"Das geht auf Kosten unserer Umwelt und auf Kosten derer, die für Hungerlöhne und unter katastrophalen und menschenunwürdigen Bedingungen für uns arbeiten." In Großstädten habe sich der Secondhandladen bereits durchgesetzt, jedoch bei uns in der Region gebe es noch wenig Möglichkeit, an schöne, gebrauchte Klamotten zu kommen. Flohmärkte sind selten, Online-Verkaufsplattformen bedeuten Verpackung, Versand und keine Möglichkeit, die Sachen vor dem Spiegel anzuprobieren. "Warum also nicht einen Kleiderkreisel in Sulzbach-Rosenberg initiieren, der schöne ehemalige Lieblingsstücke zu Neuklamotten von anderen werden lässt?", dachten sich die aktiven Frauen rund um Gerda Krusche.

Bei einem Gesprächsabend zum Thema Nachhaltigkeit Anfang März im benachbarten Unverpacktladen sprach sie die Idee aus und fand dort gleich viele begeisterte Mitstreiterinnen. Die bereits im Herbst angefragten Ladenräume in der Neutorgasse 7 waren noch frei, und alles nahm seinen Lauf.

Das Team bestehe inzwischen aus 10 Frauen von U 20 bis Ü 60. "Wir arbeiten alle rein ehrenamtlich und spenden unseren gesamten Gewinn an ausgesuchte soziale und ökologische Projekte, die wir im Laden genauer beschreiben." Die Kommode sieht sich als eine Art Mischform aus herkömmlichen Second-Hand-Läden, die meist kommerziell arbeiten, und den karitativen Kleiderlagern, die dafür sorgen, dass Kleidung für alle erschwinglich ist.

Dank vieler großzügiger Spender gebe es zur Eröffnung am 4. Juni bereits ein sehr vielfältiges Angebot in der Kommode, freuen sich die Damen auf viele Besucher. Sie können mit einem Kauf nicht nur Modewünsche erfüllen, sondern gleichzeitig auch ein gutes Werk tun.

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