18.05.2020 - 16:51 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Ökumenischer Kleiderladen feiert Wiedereröffnung nach Renovierung

Hemden, Hosen, Gummistiefel, Gläser, Bettwäsche, Spiele und mehr: Der Ökumenische Kleiderladen in Sulzbach-Rosenberg öffnet wieder nach Corona-Schließung und Renovierung. Das freut die alte und neue Kundschaft. Und die ist zahlreich.

von Autor COGProfil

Seit 1991 gibt es den Ökumenischen Kleiderladen in der Trägerschaft der vier christlichen Gemeinden der Stadt. Seit dem 1. Dezember 1992 befindet er sich in den Räumen im Hinterhaus der Frühlingsstraße 12. Unzählige Besucher haben in diesen fast 28 Jahren dort schöne, tragbare Kleidung und Hausrat abgegeben, und mindestens genauso viele Menschen haben das gekauft, was sie brauchten.

Alle profitieren

Einige Kunden kommen zum Kleiderladen, weil sie nur sehr wenig Geld zur Verfügung haben. Andere lieben Second-Hand-Artikel oder wollen sich aus Umweltbewusstsein dem Konsumzwang entziehen. Christine Lier, die Leiterin, betont: "Der Laden ist offen für alle!" Alle Besucher profitieren vom guten Angebot und den konkurrenzlos günstigen Preisen. Die Spender wissen, dass ihre Kleidung oder ihre Haushaltsgegenstände in gute Hände kommen und weiter genutzt werden, statt im Müll zu landen.

Die vielen Besucher haben Waren gebracht und mitgenommen, dabei aber auch den Fußboden im Erdgeschoss im Laufe der Zeit durchgetreten. Auch die Wände zeigten nach all den Jahren deutliche graue Gebrauchsspuren. Eine Renovierung war also dringend nötig. Aber woher das Geld nehmen?

Das ehrenamtliche Kleiderladen-Team hatte Glück. Die engagierten Damen konnten die Aktion "Lichtblicke" von Oberpfalz-Medien überzeugen und bekamen einen Gutschein über 500 Euro für die erforderlichen Arbeiten.

Firmen halfen mit

Der Nachbar in der Frühlingstraße, die Firma Raumausstattung Pilhofer, weißelte die Wände und verlegte auf dem Boden neues PVC, und zwar in einer besonders robusten Qualität.

Die Schreinerei Beck fertigte auf Maß neue Regale, in denen jetzt Heimtextilien und Geschirr ansprechend und übersichtlich präsentiert werden können. Lier ist den beiden Unternehmen für ihre Unterstützung, die weit über den Wert des Gutscheins hinausging, sehr dankbar. Der Kleiderladen wirkt jetzt viel freundlicher und einladender.

Bevor am 28. April die Renovierung beginnen konnte, musste aber das Erdgeschoss des Ladens komplett leergeräumt werden. Alle Waren wurden verpackt und sicher im Keller untergebracht, die Möbel mussten herausgetragen werden. Und zwei Wochen später ging alles retour, und zwar wegen der Ansteckungsgefahr durch Covid 19 mit möglichst wenig Helferinnen.

Sehr viel Arbeit hatten deshalb Christine Lier, Larissa Fot, Monika Preller und Gülsan Agahbeyli. Vor allem letztere, eine kurdische Asylbewerberin, die noch keine Arbeitserlaubnis hat und bisher keinen Deutschkurs besucht, erwies sich als "ein Geschenk des Himmels", weil sie unermüdlich fleißig ist.

Peter Preller, der ehrenamtliche Haushandwerker des Kleiderladens, ergänzte die neuen Regale noch durch ein Tassenbrett, das eine hübsche Dekoration ist und zugleich die Henkelbecher ins rechte Licht und die Augen der Kunden rückt. Nach einer wochenlangen Schließung wegen der Pandemie und der Renovierung freuen sich die Mitarbeiterinnen jetzt auf die Wiedereröffnung. Zuerst müssen die Bestände aufgefüllt werden. Deshalb startet der Kleiderladen mit drei Terminen zur Abgabe von Kleidung und Schuhen für Männer, Frauen und Kinder, Heimtextilien und Haushaltswaren. Nach Pfingsten, wenn alle Regale und Kleiderständer wieder voll sind, können auch die Käufer kommen.

Christine Lier und ihre Mitarbeiterinnen haben dafür ein detailliertes Hygiene- und Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Von den eigentlich 32 Ehrenamtlichen dürfen nur die zwölf Damen kommen, die unter 70 sind und keine Vorerkrankungen haben. Höchstens sechs Kunden gleichzeitig dürfen sich im Laden aufhalten. Deshalb wurden auch die Ausgabezeiten geändert (siehe Infokasten). Kunden müssen auf der Straße warten, bis sie hereingeholt werden. Dann desinfizieren sie ihre Hände und haben bis zu 30 Minuten Zeit für ihren Einkauf.

Hier eine Beschreibung der Tätigkeit des Ökumenischen Kleiderladens:

Lesen Sie hier mehr über den ökumenischen Kleiderladen

Sulzbach-Rosenberg

Masken für alle

Natürlich gilt für Mitarbeiterinnen und Kunden Maskenpflicht. An der Kasse wird eine Plexiglasscheibe als Spuckschutz aufgehängt. Kinder haben bis auf Weiteres keinen Zutritt. Die Leiterin und ihre Mitstreiterinnen wissen, dass die Kunden sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung warten.

Info:

Neue Öffnungszeiten

Das sind die neuen Öffnungszeiten im Ökumenischer Kleiderladen, Frühlingstr. 12:

Annahme: Mittwoch 8 bis 9 Uhr, Samstag 10 bis 11 Uhr. Der erste Annahmetag ist Samstag, 23. Mai.

Ausgabe: Dienstag und Donnerstag 8.30 bis 11.30 Uhr. Der erste Ausgabetag ist Dienstag, 2. Juni.

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