Die christliche Hilfsorganisation Shelter Now mit engen Verbindungen nach Sulzbach-Rosenberg startete nach dem schweren Erdbeben im Osten Afghanistans am 1. September eine humanitäre Hilfsaktion. „Ein Team aus Kabul ist bereits in der Katastrophenregion, macht sich ein Bild der Schäden und ermittelt, was besonders dringend benötigt wird“, so Georg Taubmann beim Pressegespräch. Die afghanischen Behörden haben das Hilfswerk ausdrücklich um Unterstützung gebeten, berichtet der Shelter Now-Direktor gegenüber Oberpfalz-Medien.
Nach Angaben von Taubmann seien bei den heftigen Erdstößen in der Nacht zum 1. September mindestens 1400 Menschen ums Leben gekommen, viele Tausend wurden verletzt. Besonders schwer getroffen sind die Provinzen Kunar und Nangarhar. „Die Erdbebentiefe betrug lediglich acht Kilometer. Wird die Energie so dicht an der Oberfläche freigesetzt, sind die Schäden meist katastrophal“, so der gebürtige Rosenberger.
Krankenhäuser sind überfüllt
Zahlreiche Dörfer mit ihren oft in Lehmbauweise errichteten Häusern wurden demnach zerstört. Nach Angaben von Shelter Now ist auch die mit rund 300.000 Einwohnern größte Stadt der betroffenen Gebiete, Dschalalabad, hart getroffen und kann die große Zahl der Verletzten nicht alleine versorgen. „Die Krankenhäuser sind überfüllt, viele Menschen müssen wegen der Schwere ihrer Verletzungen eigentlich in die 150 Kilometer entfernte Hauptstadt Kabul gebracht werden“, erklärt Taubmann nach Informationen von Shelter-Now-Mitarbeitern vor Ort.
Neben Transportmöglichkeiten für die Verletzten werden nach ersten Bewertungen des Hilfswerks vor allem Zelte, Lebensmittel, Decken und sauberes Trinkwasser benötigt. „Shelter Now wurde auch gebeten, dringend benötigte Arzneimittel wie etwa Antibiotika oder Schmerztabletten für zwei Krankenhäuser der Region bereitzustellen“, berichtet der International Director auf Nachfrage.
Mitarbeiter reist ins Katastrophengebiet
„Shelter Now wird mit seinem lokalen Know-how und bewährten Strukturen schnell und effektiv reagieren“, kündigt Taubmann an. Bereits bei den Erdbeben in Herat 2023 und Khost 2022 habe man rasche Nothilfe geleistet. Ein deutscher Mitarbeiter der Organisation wird am 7. September in das Katastrophengebiet reisen, um sich direkt ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.
Um möglichst vielen betroffenen Familien helfen zu können, bittet das Hilfswerk dringend um zusätzliche Spenden. Diese können unter dem Verwendungszweck „50915 Afghanistan Erdbeben“ auf das Konto IBAN DE87 7525 0000 0021 1513 29 überwiesen werden, so Georg Taubmann beim Pressegespräch.
Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Sitz in Deutschland und engagiert sich seit 1988 in Afghanistan. Das Hilfswerk finanziert seine Aktionen hauptsächlich aus privaten Spenden. Nach dem schwierigen Winter 2021/2022 hat die Organisation erneut Projekte in Afghanistan aufnehmen können, die Menschen vor Ort Hoffnung und Hilfe geben, so Georg Taubmann in seinem Shelter-Now-Büro am Steg 7 in Sulzbach-Rosenberg gegenüber Oberpfalz-Medien.



















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