Er hat Lehren abgebrochen und auch Therapien. Immer mal wieder verhaftet nach langen Einbruchsserien in Amberg und Sulzbach-Rosenberg. Ein Drogenkonsument, vor dem die Öffentlichkeit offenbar nur sicher ist, wenn er hinter Gittern sitzt. Ansonsten rückt er aus zum Schlösser- und Türen-Knacken, um Geld für seine Sucht zu finden.
Vor dem Amberger Schöffengericht saß der 21-Jährige nun und hörte eher gelangweilt zu, als Richter Peter Jung Urteile aus der Vergangenheit verlas. Einbruchsserien in Amberg und Sulzbach-Rosenberg. 8000 Euro Beute und 16 000 Euro Sachschaden. Wer das bezahlt, ist für den jungen Mann eher Nebensache. "Haben Sie Schulden?, fragte der Richter im Prozessverlauf. Die Antwort: "Keine Ahnung".
Es gab in der Vergangenheit auch räuberische Erpressungen und massive Körperverletzungsdelikte. Dafür hat der 21-Jährige ebenfalls Strafen kassiert. Momentan sitzt er in Haft und wurde von dort aus von Polizeibeamten vorgeführt.
Diesmal ging es um drei Einbrüche, die im April und Mai letzten Jahres in Sulzbach-Rosenberg geschahen. Ins Visier genommen wurden dabei ein Steuerbüro, ein Frisörsalon und eine Gaststätte. Die Beute betrug ein paar Hundert Euro, der Sachschaden hingegen nahm sich erheblich aus. Mit dabei war ein Bruder des 21-Jährigen. Auch der sitzt gegenwärtig hinter Gittern.
Das Geständnis war kurz und knapp. Der Angeklagte räumte die Beutezüge ein und ließ über Verteidiger Michael Trummer ergänzen, dass die Drogensucht als Triebfeder zu gelten habe. Die Teilnahme eines weiteren und damit dritten Täters ließ der 21-Jährige bestreiten.
Der psychiatrische Sachverständige Thomas Lippert (Nürnberg) bescheinigte dem Sulzbach-Rosenberger einen Hang zum Rauschgift. Weil nun der Bundesgerichtshof in Karlsruhe bei einer solchen Diagnose kompromisslos darauf besteht, dass da (auch wenn vorherige Maßnahmen abgebrochen wurden) ein erneuter Entzug anzuordnen ist, hatte das Jugendschöffengericht keine Wahl. Denn Heilung und Genesung gilt für die Bundesrichter noch immer als wichtiger wie das Einsperren hinter Mauern. Das geht dann auf Kosten des Steuerzahlers.
Der 21-Jährige, nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt, bekam zwei Jahre und drei Monate Haft für die drei Einbrüche. Parallel dazu wird er nun in die geschlossene Drogentherapie eingewiesen. Das deckte sich mit dem Strafantrag von Staatsanwältin Franziska Meinl.
Der Serientäter wurde abgeführt. Am Tag darauf musste ihn die Polizei nach München bringen, wo vor dem Landgericht ein Prozess wegen diverser Drogendelikte gegen den Mann und weitere Verdächtige begann.













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