12.03.2019 - 17:05 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Spatenstich zur neuen Stadtgärtnerei in Sulzbach-Rosenberg

Am Anfang war Gezänk um Standort und Kooperation. Die Zukunft von Stadtgärtnerei und Bauhof schien fast infrage gestellt. Nach mehrjähriger Diskussion rang sich der Stadtrat zu einer Lösung durch, die fast drei Millionen Euro ausmacht.

Beim Spatenstich zur neuen Stadtgärtnerei greifen Bürgermeister Michael Göth und die versammelte Prominenz mit Planern, Architekten, Stadtbauamt, Kommunalpolitikern und Baufirmen zum Werkzeug.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die heiße Phase in der Diskussion um die Zusammenlegung von Stadtgärtnerei und Bauhof datiert vom September 2015. Damals lag im Stadtrat eine Kostenschätzung von 6,7 Millionen Euro ohne Grunderwerb auf dem Tisch. Ein Zusammenschluss der beiden Einrichtungen wurde weder am Annabergweg noch am Erlheimer vom Architekten als möglich erachtet. Das Gremium teilte sich in zwei fast gleich starke Lager, die Diskussion war eröffnet und fiel heftig aus.

Zwei Monate später beerdigte der Stadtrat - nachdem er die Kostenschätzung von etwa 8,5 Millionen Euro ohne Grundstück gehört hatte - das Tauziehen um die Zusammenlegung. Die neue Devise hieß Sanierung der beiden bestehenden Gebäude. Vorrang sollte die Stadtgärtnerei haben. Alle anderen Überlegungen hätte der Stadthaushalt finanziell nicht hergegeben.

Dann vergingen nochmals zwei Jahre - die Kämmerei musste in dieser Zeit Geld aufwenden für Projekte wie Neubau des Feuerwehrhauses oder Schulsanierungen - bis das Thema wieder im Januar 2018 konkret im Stadtrat auf der Tagesordnung stand. Architekt Martin Kunert ließ damals keinen Zweifel daran, dass eine Sanierung der alten Gärtnerei-Gebäude komplett unrealistisch sei. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen müsse es einen Neubau geben.

Der Bauausschuss empfahl darauf hin dem Stadtrat einstimmig, für den Neubau der Stadtgärtnerei die zweite von vier Varianten, die zwar mit etwa 2,8 Millionen Euro Kostenvolumen nicht die billigste, aber nach Ansicht der Fraktionen die sinnvollste war. Am Dienstag fiel nun mit dem Spatenstich der offizielle Startschuss zum nach dem Worten von Bürgermeister Michael Göth "größten Hochbau-Projekt der Kommune in den kommenden zwei Jahren", das aus Eigenmitteln finanziert werde. Der Rathauschef musste dabei seine Stimme schon etwas anheben, um vor der versammelten Schar mit Bauamt, Planern, Architekten, Vertretern der Baufirmen und Kommunalpolitikern den Lärm der Baumaschinen zu übertönen. "Die Abbrucharbeiten laufen hier bereits seit gut drei Wochen und wir hoffen, dass der Neubau bis Mai 2020 abgeschlossen wird. Wenn alles gut geht, können wir die Hallen bereits im Winterhalbjahr 2019/2020 in Betrieb nehmen.

Schotter für Tragfähigkeit

Oberbauleiter Markus Hofmann vom Städtischen Bauamt informierte auf SRZ-Nachfrage, dass die Sanierung des maroden Altbaus aus technischen und wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen war. Zudem erfüllte die Gebäudesubstanz auch die nötigen Abmessungen nicht.

"Für den Neubau musste der Lagerplatz verlegt werden, die rückwärtigen Flächen sowie die Gewächshäuser bleiben aber in Betrieb. Gegenwärtig läuft die Vorbereitung des Untergrunds, der Baustraße und der Entwässerungskanäle. Hier werden Gesamtflächen über rund 2000 Quadratmeter neu befestigt. Der Baugrund erfordert eine Bodenverbesserung mit Schottermaterial, da die tragfähigen Schichten erst in circa 5 Meter Tiefe liegen", sagt Hofmann.

Bei der Vorbereitung des Baugrunds tauchte dieser verfüllte Kanal auf.
Der Unterbau für die neue Stadtgärtnerei wird vorbereitet.
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