19.03.2019 - 15:58 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Spendenaktion für Flutopfer im indischen Kerala

Die Katastrophe kam aus heiterem Himmel. In Kerala, einem von 29 indischen Bundesstaaten mit über 33 Millionen Einwohnern an der Südwestküste, fielen im August sintflutartige Regenfälle. Pfarrer Saju Thomasstartete eine Spendenaktion.

Unzählige Häuser stürzten nach den Erdrutschen ein.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die gewaltigen Regenfälle gingen über das normale Monsun-Maß deutlich hinaus. Überflutungen, Unterspülungen und Erdrutsche waren die Folge, was fatale Auswirkungen auf die Häuser und Wohnungen hatte. Fast eine Million Menschen wurde obdachlos.

Für Pfarrer Saju Thomas, Seelsorger von Herz Jesu Rosenberg, der aus diesem Bundesstaat des Subkontinents stammt, stand es sofort außer Frage, den Betroffenen schnell und unbürokratisch über eine Spendenaktion zu helfen. Und sein Aufruf verhallte nicht ungehört. Binnen kürzester Zeit kamen rund 15 000 Euro an Spendengeldern zusammen, die der Geistliche in den letzten Wochen den Notleidenden beim Besuch in seiner Heimat persönlich übergab. Auf diesem Weg dankt der Geistliche allen großzügigen Unterstützern für ihre finanziellen Gaben, die in dieser Höhe nicht erwartet worden waren.

"Zurzeit laufen überall die Aufbauarbeiten, es ist wieder alles trocken, aber die Not ist immer noch sehr groß, da nicht alles zügig umgesetzt werden kann. Ich vermute, dass die Aufbauarbeiten noch Jahre dauern werden", sagt Pfarrer Saju. Über Kontakte mit seiner indischen Diözese, die bereits 105 Häuser neu baute, erfuhr er, wo die Not am größten ist. Mit den Spenden aus Rosenberg konnten sechs Familien unterstützt werden, indem sie jetzt wieder Häuser oder Wohnraum beziehen können.

"Bei einem Gesamtschaden von 5,6 Milliarden Euro wirkt unsere Spendensumme auf den ersten Blick zwar etwas gering, aber dennoch hat diese Unterstützung einigen Menschen wieder Hoffnung und etwas materielle Sicherheit gebracht."

Wie Saju Thomas weiter berichtet, zeigten sich die mit Spenden bedachten Menschen tief bewegt und dankbar. "Die Bewohner waren zu Tränen gerührt, denn sie wissen, dass sie nicht allein gelassen werden und dass es weltweit Unterstützer gibt, die an ihrem schweren Schicksal teilhaben." Der indische Geistliche sagt im Pressegespräch, dass in seiner engeren Heimatregion 1,2 Millionen Menschen evakuiert werden mussten. Die extremen Regenfälle hätten fast 500 Menschenleben gefordert. "Alleine auf dem zwei Kilometer langen Weg von meinem Dorf zur Kirche hat es neun Erdrutsche gegeben", sagt Saju, der kürzlich von einem einmonatigen Heimaturlaub zurückkehrte.

Viel Menschen waren nach der Katastrophe ohne Trinkwasser und Nahrung. Das Land wurde so schnell überschwemmt, dass alle 44 Staudämme, die zu brechen drohten, aufgemacht werden mussten. Tausende Menschen waren in Zelten, Schulen und Kirchen untergebracht. "Ein großes Problem für die betroffenen Menschen, die fast ausschließlich von der Landwirtschaft leben, dass sie von ihren angestammten Grundstücken aus Sicherheitsgründen wegziehen müssen, was so auch ihre Existenz vernichtet. Einige Männer waren deshalb so verzweifelt, dass sie den Freitod wählten", sagt der Pfarrer.

Pfarrer Saju Thomas übergab die Spenden persönlich an die Flutopfer.
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