24.04.2019 - 16:04 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Spezialisten entfernen Platten an der Storg-Fassade

Ohne Muskelschmalz geht gar nix: Mit zentnerschweren Platten in 20 Metern Höhe zu jonglieren, ist nicht jedermanns Sache. Die Spezialisten befreien die Storg-Fassade in Sulzbach-Rosenberg von ihrer Ummantelung. Und sie kommen flott voran.

Die zentnerschweren Teile werden gelöst, abgenommen und zunächst auf der Plattform gesammelt.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil
Die Linksabbiegespur zum Josefshaus ist gesperrt, solange die Fassadenarbeiten andauern.

"Alle Platten müssen runter", vermeldete die SRZ schon am Donnerstag mit Verweis auf die Notwendigkeit aus Sicherheitsgründen. Begonnen wurde der Rückbau der Fassade an der Friedhofseite: Dort hat sich der mächtige Autokran der Illschwanger Firma Prosch in Stellung gebracht. Am Haken des fast senkrecht stehenden Auslegers hängt ein Container, in dem zwei Männer von der Edelsfelder Firma Dieter Kohl ihren Job verrichten: Sie lösen die Verankerung der jeweils rund 50 Kilogramm schweren Keramikplatten und wuchten sie in den Korb.

Der Kranführer positioniert die Arbeitsplattform zentimetergenau und hebt nach Abschluss einer Reihe den Container bis ganz nach oben. Dann schwenkt er und senkt ihn nach unten in die Kolping-Straße. Denn dort wartet der Abfall-Container, in den die Männer dann die 1,5 Quadratmeter großen Platten deponieren. Metallstäbe und die schon arg mitgenommenen Latten des Unterbaues kommen gleich mit auf die schnell wachsenden Stapel.

Das geht verhältnismäßig flott, da es sich an der Südseite meist nur um große Flächen handelt. Schwieriger wird es wohl an den Ecken und in den Winkeln des Gebäudes, denn dort sind die Platten teils geklebt. Auf ein bis zwei Wochen sind die Arbeiten veranschlagt, immerhin müssen rund1200 Quadratmeter Fassade mit einigen Hundert Platten abgebaut werden.

Ist der Container voll, sollen die Untersuchungen des Materials anlaufen. Asbest wird sich wohl nicht finden, aber es könnten sich ja auch noch andere Schadstoffe an dem Jahrzehnte alten Material abgelagert haben. Wie zu erfahren war, sollen die bis zu 50 Kilogramm schweren Keramikteile sogar aus der Oberpfalz stammen: Sie seien bei Buchtal in Schwarzenfeld (Landkreis Schwandorf) gefertigt worden und fänden sich auch in U-Bahnhöfen und anderen Bauwerken.

Der Abbau geht aus Sicherheitsgründen mit einer Sperrung der benachbarten Fußwege einher. Das wird zum einen nicht von allen Passanten akzeptiert, sie laufen regelmäßig einfach durch die Baustelle. Zum anderen müssen sich die Männer auch schon mal Beschimpfungen anhören, warum sie einfach den Weg versperrten. Dabei machen sie nur ihre Arbeit. Aber das begreift offensichtlich nicht jeder.

Info:

Hintergrund

Es ist eines der markantesten Gebäude in Sulzbach-Rosenberg: das sieben Stockwerke hohe ehemalige Kaufhaus Storg. Erbaut 1968, war es 32 Jahre lang Brennpunkt des Einzelhandels in der Stadt. Im Jahr 2000 wurde das Kaufhaus geschlossen und steht seitdem leer. Mehrere Verkaufsversuche scheiterten. Schließlich ersteigerte die Stadt Sulzbach-Rosenberg die Immobilie im Jahr 2015. Seitdem läuft die Suche nach einem Investor.

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