03.04.2020 - 15:42 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

St.-Anna-Krankenhaus: Eigene Waschstraße für Klinikbetten

Hygiene wird im St.-Anna-Krankenhaus groß geschrieben. Moderne Bettenaufbereitung gewährleistet Sicherheit für Patienten und Personal. Auch in Zeiten der Corona-Pandemie sieht sich die Klinik mit einer Bettenwaschstraße gut aufgestellt.

Auch das St.-Anna-Krankenhaus stemmt sich gegen das Coronavirus: Eine vollautomatische Bettenwaschanlage leistet dabei wertvolle Hygiene-Dienste.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Welches Krankenhausbett ist seit der letzten Reinigung wie lange benutzt worden? Gab es beim letzten Patienten Besonderheiten, die es bei der Aufbereitung zu beachten gilt? Lag eventuell sogar ein infektiöser Patient im Bett? Die Bettenreinigung sei in Bezug auf Hygiene und Patientensicherheit eine sehr wichtige Aufgabe. Im St.-Anna- Krankenhaus sei deshalb in den letzten Jahren in mehreren Schritten eine moderne Neukonzeption der Bettenaufbereitung umgesetzt, die sich aus mehreren Komponenten zusammensetzt, heißt es in einer Pressemitteilung der Klinik.

Per Barcode gescannt

So kämen dort grundsätzlich im Reinigungsdienst wie in allen Bereichen kein Fremdpersonal, sondern nur fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Einsatz. Dies alleine gewährleiste bereits eine erhöhte Arbeitsqualität. Wie Vorstandsreferent Andreas Poeplau erklärt, sei für den Prozess der Bettenaufbereitung eine digitale Dokumentation implementiert worden. "Jedes Bett wird vor der Reinigung per Barcode gescannt und je nach vorheriger Nutzung individuellen Aufbereitungsvorgängen zugeführt. Die Mitarbeiter wissen bei jedem Bett, wie intensiv es genutzt wurde, wie es aufbereitet werden muss oder wann es aus dem Kreislauf genommen soll und zu warten ist."

Von links Hygienefachkraft Andrea Pfab, Hauswirtschaftsleiterin Irmgard Berger sowie Vorstandsreferent Andreas Poeplau vor der hochmodernen Bettenwaschstraße.

Im Februar sei nun der komplette Bereich der Bettenzentrale nach Umbau wieder in den Vollbetrieb gegangen. Dort würden die Betten in einer geschlossenen Reinigungs- und Desinfektionsanlage vollautomatisch aufbereitet. Bei der Modernisierung der gesamten technischen Anlagen (Bettenwaschstraße, Waschmaschinen und Wäschetrockner) sei auf Sicherheit und Zuverlässigkeit der Aufbereitungsprozesse geachtet worden.

Ein Alleinstellungsmerkmal

"Jeder Patient hat ein Anrecht auf ein optimal aufbereitetes Patientenbett, deswegen legen wir sehr großen Wert auf eine sorgfältige Bettenhygiene", erläutert Hygienefachkraft Andrea Pfab. Wie die Klinikleitung weiter anführt, verfüge das St.- Anna-Krankenhaus mit seiner Bettenwaschstraße über ein Alleinstellungsmerkmal, da die Krankenhäuser heute überwiegend eine händische Aufbereitung praktizierten. "Wir sind sehr froh, dass wir durch die Sanierung der Räume und die Investition in eine neue Bettenwaschanlage den hohen Standard, den wir über viele Jahre hatten, halten und ausbauen können", ergänzt Andreas Poeplau. Die Anlage sei beides: Eine große Erleichterung für die Mitarbeiter der Bettenzentrale und der Garant für ein hygienisch einwandfreies Bett - insbesondere auch in der aktuellen Grippe- und Corona-Zeit.

Im Blickpunkt:

Zwölf Corona-Patienten, acht Verdachtsfälle

Zu den aktuellen Corona-Fällen sagte die Leitung, dass in der St.-Johannes-Klinik in Auerbach nach wie vor keine Patienten an Covid-19 erkrankt seien. Es gebe dort auch keine Verdachtsfälle. Das St.-Anna-Krankenhaus listet neun positiv getestete Patienten auf. Zudem würden drei positiv getestete Patienten beatmet. In der Klinik gibt es insgesamt zwölf bestätigte Corona-Patienten und acht Verdachtsfälle.

Weiterer Artikel zum Thema

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Maschinelle Bettwäsche

Eine maschinelle Bettenwäsche dauere insgesamt acht Minuten und funktioniere wie eine Spülmaschine: die Bettgestelle werden mit Desinfektionsmittel gereinigt, abgespült und einem Trocknungsprogramm unterzogen. Ist das Programm beendet, gibt die Maschine das Waschgut frei und dieses kann auf der reinen Seite wieder mit Frischwäsche bezogen werden und ist somit bereit für den nächsten Patienten. Ein großer Vorteil der neuen Anlage sei die gleichbleibende Qualität des Waschergebnisses, geringere ergonomische Belastung des Personals und somit eine höhere Arbeitssicherheit. Durch regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen, Wartungen der Anlage und Validierung sämtlicher Waschprogramme werde eine gleichbleibende Qualität sichergestellt. Hinzu komme, dass nicht nur Betten, sondern sämtliche Transportwägen und Nachtkästchen turnusgemäß maschinell aufbereitet werden können, informiert die Krankenhaus-Leitung.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.