31.07.2020 - 09:13 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Stadtmauersanierung in Sulzbach-Rosenberg: Vom Bruchsteinwall zum Schmuckstück

Geflickt, jahrelang vernachlässigt und jetzt quasi wiederentdeckt worden: Die Stadtmauer steht im Mittelpunkt eines Sanierungsprojektes von eineinhalb Millionen Euro. Und für die Kultur springt auch noch einiges dabei heraus.

von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Schon seit Monaten sind die Handwerker fleißig bei der Sache: Die Bruchsteine der alten Stadtmauer stehen meist im Mittelpunkt. Beginnen wir den Baustellenrundgang am Stiber-Turm: Dort wird ein neuer öffentlicher Zugang zu Graben und Allee entstehen. Von der Langen Gasse aus gelangt man zum Turm, dessen Hof gerade gepflastert wird, und dann über eine luftige Stahltreppe hinab in den Stadtgraben. Dort kann der Besucher über die bestehende Steintreppe die Allee erreichen. Der Weg wird beleuchtet, allerdings im Winter nicht gestreut.

Vor den verpachteten Gärten an der Ostseite des Hofes stieß man bei den Bauarbeiten auf den ursprünglichen Verlauf der alten Zwingermauer. Eine Buchenhecke und ein Zaun grenzen die Gärten bald ab.

Geschichtspfad entsteht

Unten im Graben wird nächstes Jahr ein 1,5 Meter breiter Geschichtspfad die Besucher über sechs Höhepunkte und Stationen der Stadt-Historie (Bergbau, Montangeschichte etc.) bis zur Schanze führen.

Die Wallmauer zwischen Stiber-Turm und Schanze war schon an vielen Stellen eingestürzt, von Baum- und Gebüschwurzeln durchsetzt und baufällig. Sie ist nun auf einer Länge von rund 150 Metern wieder restauriert und erhält noch eine glatte Abdeckung. Eine Schotterpackung hinter der Mauer ermöglicht die Entwässerung, Hainbuchen werden für gefälliges Grün sorgen. Die Schanze selbst erfährt auch eine enorme Aufwertung: Dort, wo sonst beim Altstadtfest oder ähnlichen Gelegenheiten die Feuerspucker-Show die Besucher begeistert, erhält der Nordhang zwei Stahlbühnen samt Treppen, die sich unauffällig ins Bild einfügen.

Auch für Schulen

Sie können dank Stromanschluss künftig auch von Schulen oder Vereinen für Aufführungen genutzt werden. Und weil man schon dabei war, setzte die Stadt auch gleich noch die Reparaturarbeiten an den Stadt- und Zwingermauerstücken am Kindergarten St. Marien an. Dort hatten sich schon Brocken aus dem Bruchsteinmauerwerk gelöst, auch die Abdeckung aus Mönch-Nonne-Ziegeln war beschädigt. Die Spezialisten der Baufirma Bernd Kopp, die alle Baumeisterarbeiten erledigt, sind hier schon fast fertig.

Die Landschaftsbauer und Gärtner der Firma Lobinger zeichnen für Rodungen, Bepflanzung, Pflastern und einiges andere verantwortlich, die Firma Seitz für den Gerüstbau. Das Ingenieurbüro Lerzer aus Neumarkt, vertreten durch Bauleiter Stefan Grabmann, hat die Planung übernommen. Die Metallteile liefert ATW-Metallbau und Kunst. Als Oberbauleiterin fungiert Dipl.-Ing. (FH) Architektur Christine Schaller-Kokesch vom Stadtbauamt Sulzbach-Rosenberg.

Sie alle versuchen, bei idealen Wetterbedingungen noch heuer fertig zu werden. Nächstes Jahr steht noch die Gestaltung des gerade in der Planungsphase befindlichen barrierefreien Geschichtsbandes im Graben auf dem Programm.

Es gibt Zuschuss

Förderungen gibt es übrigens, wie zu erfahren war, aus den Städtebaumitteln der Regierung der Oberpfalz, dem Entschädigungsfonds des Landesamtes für Denkmalpflege und vom Bezirk. Sie alle ermöglichen, dass die im Haushalt 20/21 eingeplante Maßnahme ein Schmuckstück der Stadt wieder ins rechte Licht rückt.

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