01.10.2020 - 14:49 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Statistik zeigt: Mehr Gewalt gegen Polizeibeamte in Sulzbach-Rosenberg

Straftaten gehen zurück, Aufklärungsquoten steigen, Wohnungseinbrüche tendieren gegen Null. Aber der Sulzbach-Rosenberger Polizeichef bilanziert auch 163 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.

Alles gestohlen und ausgebaut, was möglich war: Bei diesem Pkw-Aufbruch entstand erheblicher Sach- und Diebstahlsschaden.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Polizei hat die Lage im Griff: Dieser Eindruck verfestigte sich bei Bürgermeister Michael Göth und Ordnungsamts-Chefin Rosalia Wendl, als der Inspektionsleiter seine Zahlen für das vergangene Jahr ausbreitete. Beim Pressegespräch zum Sicherheitsbericht ließ Erster Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck keinen Aspekt der Arbeit aus. Immerhin betreut die PI Sulzbach-Rosenberg rund 37 500 Einwohner auf etwa 350 Quadratkilometer. 3544 Einsätze fuhren die Beamten 2019, etwas mehr als der Durchschnitt.

Schon der Jahresvergleich der Straftaten insgesamt spricht eine deutliche Sprache: 982 im gesamte Dienstbereich, davon 745 im Stadtgebiet, das sind rund 230 weniger als im Vorjahr. Auf 1000 Einwohner gerechnet, liegt die PI Sulzbach-Rosenberg mit 26,2 im Land und 38,4 in der Stadt deutlich unter dem Bayern-Schnitt von 43,4, erklärte Kernebeck. Die Aufklärungsquote betrug 71,9 Prozent, in Bayern liegt sie bei 65.

Dass sich die Delikte lokal gesehen natürlich hauptsächlich in der Stadt ereigneten, liegt in der Natur der Sache, meinte der Polizeibeamte mit Blick auf die einzelnen Sparten: 28 Fälle von Gewaltkriminalität sind registriert, die meisten davon Körperverletzungen nach Streit. Auch diese Zahl sank leicht. Ebenso ging die Straßenkriminalität um 24 Fälle auf 145 zurück, es handelte sich oft um Sachbeschädigungen an Autos, etwa durch Verkratzen des Lacks. "Die Bevölkerung hilft uns hier sehr bei der Aufklärung, meist nach Aufrufen in der SRZ", lobte Kernebeck.Wenig Einbrüche

Wenig Einbrüche

Auch die Diebstähle sanken um 25 auf 159 Fälle. Hauptsächlich einfache Diebstähle seien es hier, auch Entwendungen aus Autos oder von Fahrrädern waren dabei. Örtlich gebe es keine erkennbaren Schwerpunkte, so der Inspektionsleiter.

Ganz gut sah es 2019 bei den Wohnungseinbrüchen aus: Nur ein einziger Fall steht in den Akten. "Meist bleiben die Taten im Versuch stecken", erläuterte Kernebeck, Mitteilungen aus der Bevölkerung, Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen und gute Spurensicherung spielten hier eine wichtige Rolle, ebenso gesonderte Streifen in der dunklen Jahreszeit.

Nachdem ein Serienbetrüger jetzt in Haft sitzt, sank auch die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte um die Hälfte auf 70. Oft spiele hier das Internet eine Rolle.

Eine Aufklärungsquote von 99 Prozent erzielten die Beamten bei den 97 Fällen von Rauschgiftkriminalität. Cannabis, aber auch Heroin oder Crystal gelangten teils sogar in den Handel. Die wenigen politisch motivierten Straftaten beschränkten sich auf Graffiti oder Sachbeschädigung an Wahlplakaten.

Ein immer mehr zunehmendes leidiges Thema ist die Gewalt gegen Polizeibeamte (von 13 auf 16). Zwar seien es meist nur Beleidigungen, aber Michael Kernebeck schilderte auch den Fall einer Polizeibeamtin, die bei einem Einsatz gegen einen Randalierer erheblich verletzt worden war.

Leicht gestiegen ist die Zahl der Verkehrsunfälle auf 1093, davon 127 mit Verletzten, auch drei Tote waren zu beklagen. Als häufigste Unfallursachen nannte der Polizeichef Nichtbeachten der Vorfahrt, zu hohe Geschwindigkeit, zu wenig Abstand und Fehler beim Abbiegen.

Lob für Sicherheitswacht

Die Alkoholunfälle gingen von 21 auf 11 zurück, die Geschwindigkeitsunfälle stiegen von 19 auf 25. Besonders die Wildunfälle nahmen stark zu von 361 auf nunmehr 426.

Asylproblematik spiele keine Rolle, die Lage bei den Festen 2019 habe sich als zufriedenstellend erwiesen und die Polizei setze künftig auf mehr Fußstreifen. "Wir wollen immer ansprechbar bleiben!", schloss Kernebeck.

Lob und Dank gab es vom Bürgermeister für Polizei und die acht Mitglieder der Sicherheitswacht. Besonders die hohen Aufklärungsquoten beeindruckten. Im Ausblick nannte Kernebeck noch die Zahl von 163 Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz, die Bußgeldverfahren von 75 bis 2500 Euro nach sich gezogen hätten. "Einige dieser Verfahren wurden vom Landratsamt auch wieder eingestellt."

Erster Polizeihauptkommissar Michael Kernebeck, Leiter der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg.

Mehr zum Sulzbach-Rosenberger Polizeichef

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.