Stephan Röthenbacher ist der neue Pflegedirektor des St.-Anna-Krankenhauses in Sulzbach-Rosenberg. „Ich fühle mich so, als wäre ich schon immer hier gewesen“, meint der 39-Jährige im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Tatsächlich sind es zwar erst sieben Jahre, doch die haben ihn schon in verantwortungsvolle Positionen geführt. Doch von Anfang an: Der geborene Nürnberger kam bei der Bundeswehr zum Sanitätsdienst und entschied sich dann für den Beruf des Krankenpflegers. Eine einjährige Ausbildung in München und dann drei Jahre in Martha-Maria St. Theresien in Nürnberg schlossen sich an. Röthenbacher arbeitete danach zehn Jahre in der Notaufnahme der Erler-Klinik, wo er schließlich, nach zahlreichen Weiterbildungen, auch die pflegerische Leitung übernahm.
Doch dann rief St. Anna in Sulzbach-Rosenberg: Röthenbachers Frau arbeitete schon in diesem Krankenhaus, gemeinsam baute man sich ein Häuschen in Etzelwang, und Stephan Röthenbacher nahm 2019 ebenfalls seinen Dienst in Sulzbach-Rosenberg auf. Er hatte als Abteilungsleiter bald die Verantwortung für die Pflege in der allgemeinen Viszeralchirurgie. Nach der Corona-Zeit baute er die Stabsstelle für das Pflegecontrolling mit auf, diese ist direkt der Pflegedirektion unterstellt. Sie steuert und analysiert pflegerelevante Kennzahlen und unterstützt die Digitalisierung der Pflegedokumentation.
Seit 1. Juli offiziell im Amt
Ab 1. Januar arbeitete er als stellvertretender Pflegedirektor und bewarb sich natürlich, als die Stelle der Pflegedirektion frei wurde. Kommissarisch hatte er diese Arbeit schon vorher ausgeübt. Und es hat geklappt: „Seit 1. Juli bin ich offiziell im Amt“, bestätigt er im Gespräch. Der Job hat allerdings nicht mehr viel mit der praktischen Krankenpflege am Patientenbett zu tun, das war ihm schon lange vorher klar. „Es geht den ganzen Tag um organisatorische Dinge in der Pflege, um das Lösen von Problemen, um die Weiterentwicklung des Mitarbeiter-Pools und um das gesamte Portfolio der Pflege im Hause.“
Das Kommunalunternehmen Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach ist ja mit über 800 Beschäftigten der größte kommunale Arbeitgeber im Landkreis, und die Pflege wiederum nimmt in St. Anna Sulzbach-Rosenberg und St. Johannes Auerbach gut die Hälfte der Stellen ein – ein großes Verantwortungsgebiet. „Da gehören Bewerbungsgespräche, der Dialog mit den Beschäftigten, die strategische Aufstellung und das stetige Suchen nach guten Leuten ebenso dazu wie der tägliche Austausch mit der Klinikführung und den anderen Führungskräften.“ Insgesamt 20 Abteilungsleiter gehören zur Zuständigkeit der Pflegedirektion.
Erhalt ist oberste Prämisse
Ein Ziel hat Stephan Röthenbacher immer klar vor Augen, daran lässt er keinen Zweifel: „Patienten müssen sich hier absolut wohlfühlen und stets wahrnehmen, dass sie optimal und kompetent betreut und behandelt werden.“ Er zitiert den Wahlspruch des Hauses: „Hand in Hand und mit viel Herz über alle Arbeitsbereiche und Fachgebiete hinweg, Wertschätzung, offener Umgang auf Augenhöhe und gegenseitige Unterstützung.“ Das will er nach eigener Aussage zu hundert Prozent leben. „Die Versorgung der Bevölkerung im Landkreis und darüber hinaus liegt uns allen sehr am Herzen.“ Und das bringt er auch als Mitglied des Direktoriums vor, dessen Ziel es ist, St. Anna als vollwertiges Krankenhaus zu erhalten: „Dafür brennen wir, das ist die oberste Prämisse, das erste Ziel.“
Aber da gibt es ja, neben der anstehenden Krankenhausreform, noch das Beitragsstabilisierungsgesetz: Hier drohe eine Deckelung beziehungsweise Kürzung bei den Pflege-Personalkosten. „Die Verhandlungen mit den Kassen werden zunehmend härter.“ Bestraft werde durch eine neue Generalnorm, wer 2026 Pflegestellen wegen Personalmangels unbesetzt lassen musste. Doch hier sei St. Anna glücklicherweise gut aufgestellt: „Durch unsere hauseigene Krankenpflegeschule können wir weitgehend ohne Personalsorgen leben.“
Sorge um pflegeentlastende Maßnahmen
Wenn Personal zusätzlich gebraucht werde, rede man darüber mit der Leitung und begründe dies auch ausführlich. An Personalabbau in der Pflege sei derzeit jedenfalls nicht gedacht. Sorgen bereitet Stephan Röthenbacher allerdings die geplante Einschränkung der sogenannten pflegeentlastenden Maßnahmen wie zum Beispiel beim Patientenservice oder Hol- und Bringdienst. Diese Bereiche sollen künftig von den Kostenträgern nicht mehr vergütet werden.
Der neue Pflegedirektor weiß auch genau, wovon er spricht, wenn er die Bedeutung des St.-Anna-Krankenhauses hervorhebt: „Ich habe selbst schon im privaten Umfeld bei einem Unfall mitbekommen, wie wichtig es ist, ein vollwertiges Krankenhaus in der Nähe zu haben und nicht lange Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen.“ Dass das so bleibt, will er nach eigener Aussage durch die Verwirklichung des gemeinsamen Zieles erreichen: "Beste Pflege als Herz des Krankenhauses."















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.