29.12.2019 - 15:57 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberger JU im Wahlkampf-Modus: Eigene Liste braucht Unterstützer

Junge Menschen in den Stadtrat: Das ist das erklärte Ziel der Jungen Union. Deswegen tritt sie im März mit einer eigenen Liste zur Kommunalwahl in Sulzbach-Rosenberg an.

Maxhütte und Schlackenberg finden sich im Programm der jungen Union wieder: Von links Stadtratskandidatin Marlis Stubenvoll, JU-Vorsitzender Max Klose, Stadtrat Florian Bart, Kandidatin Lisa Haller.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Themen wie Kinderbetreuung, Schulbildung, Jugend- und Vereinsförderung, Wohnen oder Freizeit stellen sich in der heutigen Zeit einfach anders dar als noch vor 20 Jahren. Und so müssen auch weiter junge Menschen im Stadtrat die Möglichkeit bekommen, an der Zukunft mitzuwirken. Das stellten Florian Bart, Maximilian Klose, Marlis Stubenvoll, Lisa Haller und Tobias Neidel als Kandidaten im Gespräch mit unserer Zeitung klar heraus.

Wünschenswerte Pläne

Dass sich nun endlich eine positive Entwicklung beim Storg-Gebäude abzeichne, ist laut Bart absolut wünschenswert. Die Pläne des Investors würden eine deutliche Belebung der Innenstadt zur Folge haben und vor allem die unattraktive Eingangssituation am Rande der Altstadt massiv aufwerten. Es sei daher völlig kontraproduktiv, ohne Kenntnis von Details an den Plänen herumzukritisieren.

Wir möchten eine eigene Vereins- und Sportfördersatzung auf den Weg bringen.

Max Klose

Gleiches gelte für das Liliencenter. "Was sich dort entwickeln könnte, kann das Gesicht Sulzbach-Rosenbergs in Verbindung mit dem Storg-Gebäude für die nächsten Jahrzehnte völlig verändern - und das zum Positiven", sagt der 34-jährige Stadtrat. Denn die Bausünde von damals würde verschwinden und einem dezenten und maßgeschneiderten Angebot weichen. Eine Herzensangelegenheit sei der Jungen Union die Förderung des Vereinswesen und vor allem der Jugendarbeit in den Vereinen. JU-Vorsitzender Max Klose erklärt: "Wir möchten nach dem Vorbild anderer Städte wie Amberg oder Neumarkt eine eigene Vereins- und Sportfördersatzung auf den Weg bringen." Darin verankert könnten zum Beispiel sein: feste Pro-Kopf-Zuschüsse für Jugendliche und Kinder, Förderungen für Sportplatz- oder Sportheimpflege, Zuschüsse für Ausbildung von Übungsleitern und Trainern. Ein Dorn im Auge der Jungen Union sind zum Beispiel die Hallennutzungsgebühren für Jugendgruppen und -mannschaften.

Weitere Baugebiete

Dass die Stadt derzeit darauf setzt, Leerstände an den Mann zu bringen, Sanierungen zu fördern und Baulücken zu schließen, sei zwar sinnvoll und gut, wie Lisa Haller sagt. Jedoch sollten diejenigen nicht vernachlässigt werden, die sich noch immer ein neu gebautes Eigenheim wünschten. "Derzeit sind alle verfügbaren städtischen Baugrundstücke schon wieder vergeben." Daher fordert die JU weitere Ausweisung von Wohnbaugebieten.

Dass mittlerweile auch andere Wählergruppierungen auf die Idee gekommen sind, den Schlackenberg für Freizeit- und Musikveranstaltungen zu nutzen, freut vor allem Tobias Neidel. Bereits im vergangenen Kommunalwahlkampf sei es eine Forderung der Jungen Union gewesen, dort Veranstaltungen durchzuführen. Allein die regelmäßige Öffnung scheiterte zu oft am Unwillen der Stadtspitze. "Wir können uns eine Silvesterparty, ein Open-Air oder auch ein Osterfeuer dort sehr gut vorstellen", regt Neidel an.

Völlig unverständlich ist für Marlis Stubenvoll, dass sich die Stadt in Sachen Digitalisierung noch immer "in einem steinzeitlichen Zustand befindet". Funklöcher, fehlende W-Lan-Hotspots in der City, im Stadtpark oder im Waldbad, Antrags- und Formularflut in den städtischen Behörden: Die Liste ließe sich endlos weiterführen. Dass andere Parteien mittlerweile mehr Transparenz und ein "gläsernes Rathaus" fordern, irritierte vor allem Max Klose.

Alle dagegen gestimmt

Alle Parteien außer der CSU hätten sich schließlich gegen einen Antrag von Florian Bart ausgesprochen, Stadtratssitzungen live im Internet zu übertragen, in einer Datenbank zu speichern, auf der Homepage zugänglich zu machen und so die größtmögliche Transparenz herzustellen. Dass die industrielle Bedeutung der Maxhüttenstadt nicht in Vergessenheit gerät, sei der JU wichtig, meinte Bart. Daher sei es richtig, die nicht mehr genutzten Teile rückzubauen, um nach der Bodensanierung einen innovativen Gewerbepark zu entwickeln.

Im Idealfall könne dabei der Hochofen samt Plaza für eine Mischung aus moderner und historischer Eventkulisse bestehen bleiben. Dafür müsse die Stadt gegenüber Freistaat und Eigentümer aber endlich genau benennen, wie sie sich dies vorstellt, wie es finanziert und unterhalten werden soll. "Solange er nicht weiß, wofür, wird uns der Finanzminister keinen Sack Geld zukommen lassen und sagen: Macht, was ihr wollt."

Hintergrund:

Liste liegt aus

Die Unterstützerliste der Jungen Union für Stadt und Landkreis liegt noch bis zum 3. Februar im Einwohnermeldeamt im Haus für Bürgerdienste zur Unterschrift aus. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr, Freitag von 7.30 bis 13 Uhr. Außerdem ist am Samstag, 1. Februar, von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Unterstützer müssen lediglich einen gültigen Ausweis vorzeigen und ihren Wohnsitz in Stadt bzw. Landkreis haben.

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