11.12.2019 - 15:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Sulzbach-Rosenberger Trinkwasser-Reservoir im Karst schrumpft

Wasser ist unser wichtigstes Lebenmittel. Doch bei der Jahresbilanz stellten die Stadtwerke eine beunruhigende Entwicklung fest: Der Wasserspiegel in den Tiefbrunnen sinkt. Erstes Zeichen dafür, dass diese Ressource durchaus endlich ist.

Noch steht das Wasser gut über der Pumpe im Tiefbrunnen-Schacht. Aber die Stadtwerke wollen Politiker und Bevölkerung allmählich für die Auswirkungen des Klimawandels sensibilisieren.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Aber die Stadtwerke haben noch andere Aufgaben außer der Wasserversorgung: Sie betreiben mit bürgerfreundlichen Parkzeiten die Schlossgarage, die nächstes Jahr für 1,4 Millionen Euro saniert wird, sie erwirtschaften mit den stadteigenen Photovoltaik-Anlagen auf Jahn- und Pestalozzi-Schule, dem Bauhofdach und auf dem eigenen Haus rund 30 000 Euro Erlös, sie erledigen die Buchhaltung für Stadtbau, Gründerzentrum, Gründerpark, USG, und sie machen auch die Wartungen für die Fernwärme-Leitungen der Danpower. Rund 71 000 Euro kommen durch alle Geschäftsfelder in die Kasse .

Bestes Trinkwasser

Aber die Hauptbeschäftigung der Stadtwerke ist natürlich die Versorgung der Stadt mit bestem Trinkwasser. Vier Brunnen, drei im Haselgraben und einer in Breitenbrunn, liefern das kostbare Nass, das im unterirdischen Grundwasserstrom durch den Jura-Karst aus der Gegend des Birglandes in die Wasserschutzgebiete fließt.

Preise lange stabil

"Wir haben übrigens seit 2004 keine Wasserpreiserhöhung mehr gehabt, es kostet immer noch 1,25 Euro plus 7 Prozent der Kubikmeter", freut sich Werkleiter Roland Kraus mitteilen zu können. Sein Vertreter Armin Wolf kündigt an, dass turnusgemäß 2021 eine eigene Neukalkulation stattfinden werde.

Im Stadtrat legten beide ihren Jahresabschluss vor, informierten aber auch über eine seit kurzem auftretende Entwicklung: Die Tiefbrunnen Nummer I bis III im Haselgraben und Nummer IV in Breitenbrunn, weisen einen leicht sinkenden Ruhewasserspiegel auf.

Noch reichlich da

Stand das Grundwasser im Haselgraben noch 2013 bei etwa 3,5 Meter, so sank der Spiegel kontinuierlich bis 2019 auf 5,6 Meter hinab. In Breitenbrunn ähnliche Zahlen: ein Meter 2013, jetzt 2,3 Meter. "Es ist immer noch reichlich Wasser über der Pumpe", beschreibt Kraus die Situation im Brunnenschacht, "doch der Wasserkörper braucht immer länger, um sich auf die alte Höhe zu regenerieren."

Die Ursachen sieht er auch im klimabedingten Mehrverbrauch: "Wir haben 2018 rund 37 000 Kubikmeter, also 37 Millionen Liter, mehr als sonst üblich gefördert" - geschuldet dem heißen Sommer mit all seinen Auswirkungen. Das brachte einen Mehrerlös von rund 45 000 Euro für die Bilanz, aber auch allmählich Sorgenfalten. "Zwei brutal warme Sommer und drei regenarme Herbst-Winter-Perioden erschwerten die Neubildung des Grundwassers." Dafür solle die Bevölkerung sensibilisiert werden.

"Der Klimawandel ist auch bei uns angekommen - die Lage ist noch nicht bedenklich, aber sie muss aufmerksam beobachtet werden", meinen die beiden Werkleiter. Nach Jahrzehnten der Stabilität sinke nun der Wasserspiegel.

Ob es wieder besser werde, könne man noch nicht sagen: Nötig wären ausgiebige, mehrtägige Regenfälle und schneereiche Winter. Und die lassen immer mehr auf sich warten...

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