20.02.2020 - 16:09 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Tanquoray gibt starkes Konzert in Rosenberg

Fünf Jahre besteht die Band Tanquoray bereits. Jetzt nehmen sie ihr erstes eigenes Album auf. Vorher gab es noch ein letztes Club-Konzert in Sulzbach-Rosenberg.

Sie kamen in Orange um den Souil zu spielen: Tanquoray (von links) mit Michael Deiml, Toby Meyerl und Ashonte "Dolo" Lee.
von Autor GACProfil

Schon eine halbe Stunde vor Beginn war der Kaffeeladen in Rosenberg so voll, dass die hereinströmenden Besucher nur noch mit Mühe einen Stehplatz fanden. Intime Clubatmosphäre und Hitze waren die ideale Umgebung für die drei Musiker von Tanquoray.

Bei Soul, Blues und Gospel sind sie zuhause. Leadsänger Ashonte "Dolo" Lee ist der Soul in seiner Geburtsstadt Columbus, Georgia, bereits in die Wiege gelegt worden. In Klassikern wie "Night to remember" (Shalamar, 1982) oder "Don't look any further" (Dennis Edwards, 1984) begeistert er mit seiner voluminösen Tenorstimme, die mühelos drei Oktaven überwindet. Sein Lieblingslied sei Al Greens "Let's stay together", sagt Dolo, und er singt es mit großer Zärtlichkeit und trotzdem Kraft.

Als Dolo Country Music mit Ronnie Milsaps "No getting over me" ankündigt, geht ein Raunen durch den Raum - für Country Music sind die Zuhörer nicht gekommen. Aber Tanquoray eignen sich auch Country und Pop-Songs mit ihrem eigenen Stil an. In jeder Musik sei der Soul enthalten – man müsse ihn nur herausarbeiten, so die Musiker.

Toby Meyerl bringt mit virtuosen Keyboard-Solos immer wieder den Saal zum Kochen. Bei Elton Johns "I guess that's why they call it the Blues" vermisst niemand das Sinfonieorchester und das Pianospiel des Stars. Michael Deiml liefert am Schlagzeug solide Beats und eine variable Singstimme. Mal singt er den Lead-Part, mal den Background, immer mit Groove und perfekter Intonation.

Dass Tanquoray keine gewöhnliche Coverband ist, zeigt sich nicht nur an ihrem individuellen Sound, sondern auch an Eigenkompositionen wie "I give it all to you", das souligen Schmelz mit harten Beats kombiniert und Lust auf das kommende Album macht.

Erdigen Blues gibt es bei "Stop what yo' doin'" oder "You can stay, son, but the noise must go!" (Johnny "Guitar" Watson, 1978); "Ain't no grave to hold me down" und "Standing on the Rock" sind echte Gospels, die alle Zuhörer in Dolos Heimat Georgia versetzen. Einen letzten Höhepunkt liefern die Drei in der Zugabe, als sie "I'll be there" von den Jackson Five spielen. Dolo ist kein genialer Tänzer wie Michael Jackson, aber er hat viel mehr Stimme und setzt sie mit voller Emotionalität ein. Man darf sich auf das kommende Album freuen – Hauptsache, die Stimmung kommt so gut rüber wie an diesem Abend.

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