14.04.2020 - 14:46 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Thorsten Schinke säubert den Rosenbach

Gewässerschutz ist lebenswichtig. Nur wird leider viel zu wenig dafür getan. Ein junger Mann säubert den Rosenbach Stück für Stück und fördert dabei Erstaunliches an Müll zutage.

Haufenweise holt Thorsten Schinke den Müll aus dem Rosenbach. Hauptsächlich sind es Flaschen und Dosen, aber auch viele Plastikteile.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Wenn er seine Gummistiefel und Handschuhe anzieht, dann wird es ernst: Thorsten Schinke, hat sich ein Ziel gesetzt: Er will saubere Gewässer, ohne Müll und Unrat. Vor zwei Jahren begann der 31-jährige Sulzbach-Rosenberger, der als Gärtner in den Jura-Werkstätten arbeitet, mit seiner Solo-Aktion. Am Eislaufplatz fing er an und durchkämmte systematisch das Bachbett in Flussrichtung. Er findet vor allem Flaschen, aber auch jede Menge anderes Material, das nicht hineingehört.

"Schnaps- und Weinflaschen häufen sich an manchen Stellen", weiß er zu berichten. Obwohl er vorsichtig arbeitet, bleiben kleinere Verletzungen an Scherben nicht aus. Doch das stört ihn nicht.

Schon bei der Kläranlage

Er ist inzwischen mit seiner Aktion, die er ausschließlich in seiner Freizeit betreibt, bereits kurz vor der Kläranlage angekommen. Dort zeugt wieder ein großer Haufen Flaschen, Blechdosen, Plastiktüten und Müll von seinem Fleiß und seinem Engagement. "Da liegt noch eine große Plane drin, aber um die rauszuholen, brauche ich noch Hilfe von meinem Freund", meint Thorsten Schinke mit einem Blick ins drei Meter breite Bachbett des dort relativ schnell fließenden Gewässers. Jetzt haben die Fische wieder einen sauberen Lebensraum.

Anhand der Flaschenformen erkennt er inzwischen auch das Alter der weggeworfenen Gefäße: "Da sind welche dabei, die es heute schon gar nicht mehr gibt!" Also liegen die Teile schon viele Jahre lang im Bach, gemeinsam mit Plastikmüll, Metalltrümmern und sonstigem Unrat. Seltsamerweise befinden sich auch immer wieder viele Pfandflaschen unter den Objekten - ein Zeichen, dass das System nicht von allen begriffen wurde.

Genügend Arbeit

Sogar Maler-Utensilien, die wohl ein Heimwerker im Bach entsorgt hat, fischte Thorsten hier heraus. Und das macht ihn dann doch manchmal richtig wütend auf diese verantwortungslosen Zeitgenossen. Vor allem am Wehr in Höhe des Rohrwerks zeigt sich der schwimmende Müll.

Wenn der angesammelte Haufen am Ufer groß genug ist, verständigt Thorsten Schinke die Stadt, die das Zeug abholt und entsorgt. Wenigstens das braucht er nicht auch noch selber zu tun. Denn er hat wahrlich genug Arbeit und macht sich jetzt auch schon an die Vils heran. Bei Traßlberg hat er schon mit der Säuberung begonnen. Und da sieht es leider genauso aus - es scheint eine Lebensaufgabe zu werden...

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Videos aus der Region

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.