22.09.2019 - 15:37 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Von Turmblick bis Trinkspruch

Welch herrlicher Blick über Sulzbach-Rosenberg! Die Herzogstadt liegt einem zu Füßen. Die Möglichkeit, die Blicke vom Turm der Christuskirche schweifen zu lassen, nutzten viele Besucher als Eröffnung der Kulturnacht.

von Redaktion ONETZProfil

Eine Menschentraube drängte sich vor dem Eingang zur Schneiderei Reyzend. Zweimal dirigierte Astrid Reyzl unter dem Motto Dirndlmoden die männlichen und weiblichen Modelle zum Laufsteg. Die beiden Männer erhielten von den überwiegend weiblichen Besuchern viel Applaus. Wie heißt es so schön, erst der Träger bringt ein Kleidungsstück zur richtigen Geltung. Wie wahr. In diesem Punkt hatte Astrid Reyzl die richtige Wahl getroffen.

Auf mehr schwankendem Boden begab man sich gleich gegenüber vor dem Sportcamp, wenn man die Slackline betrat. Obwohl nur zwei handbreit über dem Boden, kann das breite Band dennoch arg ins Schwanken geraten, wenn Körpergefühl und Gleichgewichtssinn nur verzögert zusammen arbeiten. Hier war die Jugend eindeutig im Vorteil.

Bekannte Klänge hallten vom Haus, das auch eine Niederlassung der Optik Klenck GmbH beherbergt. Dort spielte die Bergknappenkapelle auf. Der Vorsitzende von Pro Su-Ro, Kurt von Klenck, ließ es sich nicht nehmen, die Musiker zu bewirten. „Pub.Li.City©Su-Ro“ hatte mit ihren jungen Autoren zur Schreibwerkstatt in die Galerie der Gruppe 81 eingeladen. Der „Neue Sulzbach-Rosenberger Kalender“ konnte bereits in einem Ausdruck erkundet werden. Noch Ende September soll das aufwendige Werk der jungen Künstler in Druck gehen.

Hell erleuchtet die Synagoge. Stadtarchivar Johannes Hartmann zeigte im Rahmen der gleichnamigen Ausstellung den Film „Oase des Friedens, die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule 1926 bis 1938.“ Ein Film, der nachdenklich machte, der verarbeitet werden muss. Eine Besucherin erzählte aus ihrer Kindheit. Alle Zuhörer waren sich einig, Frieden geht uns alle an.

Lesung im Modehaus

Das Modehaus, das ist nicht nur Mode & Textil Carl Schmidt, sondern auch der Roman-Titel von Autorin Julia Kröhn. Die Buchhandlung Volkert hatte in das Modehaus zur Lesung eingeladen und für Dekoration und Präsentation gesorgt. Vor ausverkauftem Haus las die studierte Historikerin aus ihrem Buch. Die Geschichte von drei Generationen, die sich von der Modewelt der 20er Jahre bis hin zu den 70ern zieht, hat kein ehrwürdigeres Ambiente verdient als das traditionsreiche Haus von Mode & Textil Carl Schmidt, das sich bereits seit über 175 Jahren um qualitativ hochwertige Bekleidung kümmert. So mancher plante eine längere Verweildauer im Geschäft der Firma Ottmann ein. Hier konnten verschiedene Weine probiert werden. Körperlich und mental gestärkt konnte man der Einladung zur Krimi-Lesung in der Buchhandlung Dorner folgen. „A Hochzeit und a Leich“ ist das neueste Werk des Oberpfälzer Autors Fabian Borkner. Eine Brautentführung, die riesige Holzkugel am Steinberger See und eine tote Frau. Auf einer bequemen Ledercouch blätterte Borkner durch den kniffligen Fall für die Versicherungsdetektive Agathe Viersen und Gerhard Leitner. Borkner ist übrigens am Samstag während der Sofanacht in Rosenberg bei der Firma Kalkbrenner zu Gast.

Über ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel für lebensgroße Spieler im Rathaus oder einem Benzingespräch mit Oldtimer-Besitzern auf dem Luitpoldplatz konnte der Weg in die Stadtbibliothek führen. Schattenseiten ist das Werk von Tobias Sichelstiel. Mit sprachlicher Kreativität beschreibt der Autor eine imaginäre Welt. Oder ist es doch düstere Phantastik oder sogar die Realität? Die Leseproben als Amuse Gueule des Autors luden ein, das Buch bzw. die Geschichte selbst zu entdecken.

Alter Sulzbach-Film in der Landkutsche oder Lesung aus dem Hutza-Boichl im Zollhaus. Statt Geschichten hörte man im Zollhaus zu später Stunde mehr oder minder historische Trinksprüche. Und wer einen Platz in der Landkutsche ergattert hatte, hätte ihn am liebsten bis zum Volksmusikspektakel am Samstag nicht mehr hergegeben. Die Vorfreude auf diesen Event unterstützen die Salleröder Boum. Sie zogen durch die Stadt. Noch lange waren die Klänge des Duos in den Gassen zu hören.

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