24.08.2020 - 16:59 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Unterschriftenaktion: Widerstand gegen Bahnstromtrasse zahlenmäßig darstellen

Der Widerstand gegen die Bahnstromtrasse stellt sich breit auf. Neben Protestaktionen und einer IG, gibt es auch viele kritische Einzelmeinungen. Jetzt ist eine neue Aktion angelaufen, die den Widerstand anschaulich macht.

Nicht nur die Protagonisten der Widerstandsbewegung gegen die geplante Bahnstromtrasse befürchten massive Naturzerstörung durch das angedachte Projekt. Auch viele Privatpersonen äußern immer wieder ihren Unmut gegen die Trassenführung und hoffen auf ein Einlenken der Bahn.
von Andreas Royer Kontakt Profil

"Die geplante Bahnstromtrasse geht 100 km quer durch unberührte die Natur. Geplant durch dünn besiedeltes Gebiet mit laut DB geringem Raumwiderstand", führt IG-Sprecherin Pia Huber gegenüber unserer Zeitung aus.

In vielen Gesprächen in den Gemeinden, mit den Bürgern sei klar geworden, dass auch der Raumwiderstand groß sei. Jetzt sollte dieser nach Auffassung der Protestbewegung auch in Zahlen gezeigt werden, um in offenen Gesprächen mit Politik und DB umweltschonende, zukunftsweisende, durchdachte Alternativen zu finden.

Daher habe die Interessensgruppe "Bahnstrom - so nicht!" aktuell eine Unterschriftenaktion gestartet, bei der jeder interessierte Bürger elektronisch oder auch auf Papier unterschreiben und damit seinen persönlichen Beitrag leisten könne. Dadurch werde auf offiziellem Wege der breite Protest der Bevölkerung festgehalten und sichtbar gemacht.

Wie Pia Huber am SRZ-Telefon anführt gehe das Unterschreiben sehr schnell online, dauert gerade mal wenige Minuten. "Ergänzend können unter dem Link zur Aktion Unterschriftsbögen ausgedruckt und in den Läden, Gasthäusern, Geschäften usw. ausgelegt werden. Nach Unterzeichnung online hochladen und die Unterschriften gehen in die Zählung mit ein", sagt Pia Huber. Auf verschiedenen Informationsveranstaltungen und in persönlichen Gesprächen sei nach Angaben der IG immer wieder deutlich geworden, dass zur Thematik um die geplante Bahnstromtrasse verschiedene Aussagen im Umlauf sind. Daher fasst Pia Huber einige wesentliche Fakten zusammen:

Notwendigkeit

Die geplante Bahnstromleitung von Ottensoos nach Irrenlohe wird als Sicherungsversorgungsleitung für die beschlossene und begonnene Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof benötigt. Diese Bahnstrecke hat eine maßgebliche Bedeutung als Nord-Süd-Linie des europäischen Güterverkehrs.

Planungsstand

Für die Bahnstrecke Nürnberg-Schwandorf liegt bislang kein Planungsauftrag der Bundesregierung an die Deutsche Bahn vor. Sollte dieser erteilt werden, so handelt es sich lediglich um einen Planungsauftrag. Erst nach erfolgter Planung und Kostenschätzung kommt es in einem neuen Verfahren zu einer eventuellen Genehmigung.

Voraussetzung

Die Bahnstromleitung aktuell steht nicht im zwingendem Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Nürnberg-Schwandorf

Ausführung

Bei der geplanten Bahnstromleitung handelt es sich um eine 110kV-Hochspannungsleitung mit einer Schneise von 60 Meter Breite, mit mindestens 28 Meter hohen Masten, alle 300 Meter.

Verlauf der Trasse

Die geplante Trasse läuft von West nach Ost quer durch den Landkreis, durchquert unberührte, schützenswerte Landschaft und Natur, unter anderem durch geschützte Uhu-Brutgebiete. Direkt vorbei an Häusern, Siedlungsgebieten oder vorbei an Naherholungsgebieten. Sie schädigt damit nachhaltig unsere Heimat, mindert die Lebensqualität und beeinträchtigt unter anderem die Landwirtschaft, unseren Tourismus und Gastronomie.

"Für viele betroffene Bürger ist unverständlich, warum in der heutigen Zeit die Elektrifizierung der Bahn mit der Zerstörung unberührter und schützenswerter Natur einhergehen muss. Es drängt sich für viele die Frage auf, ob neue Bahnstromtrassen noch zeitgemäß sind.

Insbesondere da es mittlerweile technologische Alternativen gibt, die zukunftsgerichtet und umweltverträglich sind, und dazu andernorts in Deutschland bereits bewährt im Einsatz sind", weiß IG-Vertreterin Pia Huber.

Mehr zum Widerstand gegen die Bahnstromtrasse

Weigendorf
Pia Huber fungiert als Sprecherin der IG und koordiniert mit vielen Gleichgesinnten den Widerstand.
Hintergrund:

Kern-Aspekte der
Unterschriftenaktion

  • Grundsätzliches Ja zur Elektrifizierung der Bahnstrecken
  • Nein zum vorliegenden Leitungsentwurf der Bahnstromtrasse
  • Gefordert werden: umweltschonende, zukunftsweisende und durchdachte Alternativen.
    Eine Einschränkung auf eine Alternative erfolgt bewusst nicht, da eine Prüfung aller möglichen Alternativen durch die DB erfolgen sollte.

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