Sulzbach-Rosenberg
29.03.2019 - 16:51 Uhr

Vogelschwund nimmt zu

Weniger Mitglieder, aber auch weniger Vögel in Wald und Flur: Dem Verein für Vogelschutz und -liebhaber macht der Bestandsrückgang zu schaffen. Trotzdem kümmern sich die Mitglieder weiter um die gefiederten Freunde.

Helga Ullrich wurde für 40 Jahre Schriftführerin geehrt. Dritter Bürgermeister Hans Jürgen Reitzenstein gratulierte, ebenso Vorsitzender Karlheinz Späth (rechts) und Kassier Hans Ertel (links). Bild: exb
Helga Ullrich wurde für 40 Jahre Schriftführerin geehrt. Dritter Bürgermeister Hans Jürgen Reitzenstein gratulierte, ebenso Vorsitzender Karlheinz Späth (rechts) und Kassier Hans Ertel (links).

Karl-Heinz Späth erinnerte an den 60. Geburtstag des Vereins, an dem Gründungsmitglied Fritz Schmer über die Gründung berichtet hatte. Neben zahlreichen Versammlungen habe es 2018 auch Preisschafkopf, Vatertags- und Höhlenwanderung rund um Lockenricht gegeben. Die Jungvogelschau war wieder sehr gut besucht, die Preisrichter bestätigten gute Ausstellungsvögel in allen Sparten.

Das beliebte Grundstücksfest war wie immer ein Anziehungspunkt für Bevölkerung und befreundete Vereine. Ehrenabend und Jahresabschlussfeier in Breitenbrunn beendeten das Vereinsjahr. Der Mitgliederstand sei von 152 auf 149 zurückgegangen.

Nachwuchssorgen

Die Vogelzucht und Vogelhaltung seien nach wie vor rückläufig, nicht nur im Verein, sondern auch in den großen Verbänden gingen die Mitgliederzahlen weiter zurück. Gründe dafür: Es komme kein Nachwuchs, es werde immer schwieriger, nachgezüchtete Vögel zu veräußern.

Erfreulicherweise stellte Anfang November Züchter Egon Ullrich seine Vögel in Kümmersbruck zur Oberpfalz-Meisterschaft aus - mit guten Ergebnissen. Willi Prößl stellte bei der Jungvogelschau die beste Gesamtleistung und bei einer Jungvogelschau in Franken den besten Vogel. Aktive Vogelzüchter im Verein seien derzeit bei Wellensittich Willi Prößl, Franz Schönstein und Manfred Zintl, bei den Exoten Harald Rauch und bei den FPMC-Kanarienvögeln Helga und Egon Ullrich sowie Erminio Tabita.

In den Vereins-Schutzgebieten rund um die Stadt hängen etwa 300 Nistkästen, berichtete Späth. Sie waren sehr gut belegt, mit etwa 80 Prozent. "So konnten wir vielen verschiedene Meisenarten (Blau,- Kohl,- Weiden,- Sumpf,- Hauben und Tannenmeisen), Staren, Kleibern, Bachstelzen, Wasseramseln und Käuzen ein Zuhause geben." Auch verschiedene Insekten, Wildbienen, Hornissen und Fledermäuse fanden dort eine Unterkunft. Peter Prätori fertigte 40 Nistkästen an.

Bei Vogelarten, die in der Agrarlandschaft leben, sei der Bestandsrückgang besonders groß. Sowohl der Nahrungsmangel als auch die Zerstörung von Lebensräumen stünden in direktem Zusammenhang mit dem Einsatz von Chemie, aber auch der Pestizideinsatz in Gärten sei ein großes Problem. "Wiesen und Äcker mit Hackfrucht verschwinden. Jetzt haben wir meist große Maisfelder, in denen Bodenbrüter und andere Tiere keine Überlebensmöglichkeit finden", klagte Späth. Jeder Gartenfreund könne aber etwas für die Vögel tun: Naturnahen Garten anlegen, Blumenwiese statt Rasenmäher.

Regeln beim Füttern

Der Verein vertrete die Meinung: Winterfütterung ja, aber nur bei geschlossener Schneedecke oder Minusgraden. So seien für Vereinsfutterstellen im Winter zehn Zentner Sonnenblumenkerne, je ein Zentner Haferflocken und Nüsse sowie 20 kg Rosinen an die Gebietsbetreuer ausgegeben worden, nicht ganz so viel wie im Vorjahr. "Die Artenvielfalt nimmt ab. Dompfaffen, Goldammern, Baumläufer, Birkenzeisig und Haubenmeise konnten wir an unseren Futterstellen nur selten beobachten." Stabil bleibe die Zahl der Kohl-, Blau-, Tannen- und Weidenmeisen. Weitere Arten waren Kleiber, Bunt- und Grünspecht, Buch-, Berg- und Grünfink, Erlenzeisig, Rotkehlchen, Kernbeißer, Haus- und Feldsperling. Dank galt Helfern der Winterfütterung und Betreuung der Nistkästen, Familie Erwin Bauer mit Ingrid, Günter Wiesent, Hans Ertl. Vogelfreunde, die auch im Sommer füttern wollen, sollten nur spezielles Weich- und Insektenfutter anbieten. Sonnenblumenkerne und Nüsse könnten für Jungvögel im Nest tödlich sein.

Das Vereinsgrundstück stehe nach wie vor im Mittelpunkt des Vereinslebens. Späth dankte allen Helfer für die Pflege. Um die Zukunft des Vereins müsse man sich aber weiter Sorgen machen: "Es kommen keine jungen, aktiven Mitglieder die Interesse am Vereinsleben zeigen." 2019 gebe es keine Jungvogelschau. Gründe seien personelle Probleme bei den Helfern der Auswertung und nur ein Aussteller des Vereins.

 
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