05.02.2019 - 19:24 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Wiedereinbürgerung gelungen

Der Biber ist einst Fastenspeise und Pelz-Lieferant. Resultat: Ausrottung. Fast 100 Jahre später fühlt sich der Ur-Bayer hier wieder wohl. Das Stadtmuseum zeigt jetzt die Ausstellung "Biber - die guten Geister des Wassers".

Die meiste Zeit verbringt der Biber im Wasser. Auf dieses Leben ist er bestens angepasst, etwa durch Schwimmhäute an den Hinterfüßen oder seinen breiten Schwanz, der auch als Ruder dient.
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(exb) Seit etwa 15 Millionen Jahren gibt es den Biber in Bayern - er ist damit ein echter Ur-Bayer. Der Mensch dagegen lebt hier erst seit zirka 100 000 Jahren. Im Mittelalter galt das Fleisch des Bibers als "Fisch", weil er im Wasser lebte, und war daher als Fastenspeise erlaubt und beliebt. Aber auch wegen seines Fells wurde der Biber gejagt, was im Jahr 1867 zu seiner Ausrottung in Bayern führte. Fast 100 Jahre später ist dem Bund Naturschutz mit dem Biber seit 1966 die erfolgreichste Wiedereinbürgerung eines Wildtieres in Bayern gelungen.

Vom 13. Februar bis 19 Mai ist im Stadtmuseum in Sulzbach-Rosenberg die Sonderausstellung "Biber - die guten Geister des Wassers" in Kooperation mit dem Bund Naturschutz Bayern zu sehen. Eröffnet wird sie am Dienstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr. Zur Einführung spricht Horst Schwemmer, Geschäftsführer der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach des Bundes Naturschutz und Biber-Manager für Nordbayern.

Vegetarier

Der Biber frisst keinen Fisch. Er ist ein reiner Vegetarier und ernährt sich von Grünpflanzen, aber auch Ästen und Rinde von Bäumen. Die meiste Zeit verbringt er im Wasser. Auf dieses Leben ist er bestens angepasst, etwa durch Schwimmhäute an den Hinterfüßen oder seinen breiten Schwanz, der auch als Ruder dient.

Heute sorgt der Ureinwohner Bayerns für mehr Artenvielfalt und Hochwasserschutz im Freistaat, aber auch für Unmut, wenn er mit seinen Baukünsten in der dicht bebauten und intensiv genutzten Landschaft dem Menschen in die Quere kommt.

Die Ausstellung "Biber - die guten Geister des Wassers" begegnet Vorbehalten und Gerüchten mit Bildern und Fakten, stellt Fehlinformationen zur Vermehrung oder zur Populationsentwicklung der Biber richtig. Gleichzeitig werden ihre positiven Leistungen für die Biodiversität durch die Schaffung von Lebensraum und die Fähigkeit der Wasserrückhaltung erläutert.

Über den Vergleich mit der Vielzahl an Berufen, deren Arbeit der Biber quasi selbstverständlich und mit scheinbar unermüdlichem Ehrgeiz leistet, führt die Ausstellung den Besucher schon zu Beginn anschaulich an den fleißigen Baumeister heran.

Gewässer-Gestalter

Bildreiche Darstellungen der Biologie und Lebensweise machen verständlich, wie die Tiere zu solchen Leistungen fähig sind und was sie damit bezwecken. Wo der Biber das Gewässer gestaltet, verbessert er auch den Lebensraum für zahlreiche Tiere wie Fischotter, Schwarzstörche, Eisvögel, bestimmte Fischarten, Amphibien und Libellen, aber ebenso für spezialisierte Wasserpflanzen.

Obwohl nur knapp fünf Prozent der bayerischen Landesfläche überhaupt vom Biber besiedelt werden können, wird er als "Schädling" tituliert, etwa wenn er sich in ufernahen Mais- und Rüben-Äckern bedient, Uferflächen unterhöhlt, wenn er Bäume am Wasser fällt oder seine Dammbauten Wiesen überschwemmen. Daher gibt es bei Fragen zum und Problemen mit dem Biber bereits seit fast 20 Jahren das Bibermanagement in Bayern. Die Mitarbeiter der Naturschutzbehörden, die Biber-Manager des Bundes Naturschutz und über 200 ehrenamtliche örtliche Biberberater der Landratsämter stehen mit Rat und Tat zur Seite und versuchen, allen "Beteiligten" gerecht zu werden. Die Wanderausstellung des Bundes Naturschutz wird bereichert durch hochwertige Präparate, unter anderem Leihgaben des Tiergartens Nürnberg beziehungsweise der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. Sie zeigen eine Auswahl von Tieren des Lebensraumes, den der Biber neu geschaffen hat.

Begleitprogramm:

Dienstag, 12. Februar, 19.30 Uhr: Öffentliche Vernissage der Sonderausstellung: „Biber – die guten Geister des Wassers“.

Donnerstag, 28. Februar, 19.30 Uhr: Vortrag „Biber – die guten Geister des Wassers“ von Horst Schwemmer, Biber-Manager für Nordbayern. Eintritt, inklusive Sonderausstellung zwei Euro.

Freitag, 22. März, 17.30 Uhr: Kostenlose, einstündige Führung zur Biberburg und Biberpfad im Stadtpark in Sulzbach. Ohne Anmeldung. Treffpunkt am großen Spielplatz beim Bahnhof.

Sonntag, 19. Mai (Internationaler Museumstag): Kostenlose Führungen am letzten Tag der Sonderausstellung. Eintritt frei.

Führungen für Schulklassen und Gruppen nach Voranmeldung am Stadtmuseum.

Geöffnet hat die Ausstellung montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr sowie samstags, sonntags und feiertags von 13.30 bis 16.30 Uhr.

Weitere Informationen gibt es auf www.suro.city/Freizeit/Kultur, unter Telefon 09661/87768-00, 09661/87768-12 oder 09661/510-290 und E-Mail stadtmuseum[at]sulzbach-rosenberg[dot]de.

Adresse: Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg, Neustadt 14 - 16, 92237 Sulzbach-Rosenberg. (nd)

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