Sulzbach-Rosenberg
09.12.2024 - 14:51 Uhr
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Wunschbaum macht Kinder im Ernst-Naegelsbach-Haus glücklich – so kann jeder mitmachen

Der Wunschbaum in Sulzbach-Rosenberg ist eine tolle Idee: Jeder kann sich einen beschriebenen Papierstern von seinen Ästen nehmen – und damit freiwillig Wünsche von Kindern erfüllen, die im Erziehungszentrum Ernst-Naegelsbach-Haus leben.

Beim Besuch von Oberpfalz-Medien zum Pressetermin weihnachtet es sehr an diesem Adventsnachmittag im Ernst-Naegelsbach-Haus (ENH) in Sulzbach-Rosenberg, zumindest im Foyer der Verwaltung. Am Christbaum schimmern Kugeln, eine Krippe ist aufgebaut und ein kleiner Berg von Spielsachen wird gerade von Stefan Reither und seinen Mitarbeitern sortiert. "Es sind Geschenke, die bei uns direkt abgegeben werden", sagt der Geschäftsführende Vorstand des Hauses, das früher ein "Waisenhaus" und "Haus für ausgestoßene Kinder" war. Heute ist es ein diakonisches "regionales Zentrum der Erziehungs- und Eingliederungshilfe", getragen vom Verein "Großes Ev. Waisenhaus Sulzbach-Rosenberg e.V."

In neun Jugendwohngruppen wohnen bis zu zehn Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren. Ein halbes Dutzend Betreuerinnen und Betreuer ist bemüht, den meist aus belasteten Familien kommenden Jugendlichen ein sicheres Zuhause zu geben, auf Zeit oder auch länger. Auch eine Gruppe unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge lebt im Haus – junge Männer, die aus Syrien, Afghanistan oder Afrika kommen.

Kinder glücklich machen

Die Kinder des Ernst-Naegelsbach-Hauses kennen die Wunschbaum-Aktion, viele nehmen seit Jahren daran teil. So auch der 13-jährige Lukas. Er kommt aus Fürnried, lebt seit drei Jahren im ENH und besucht die Krötensee-Mittelschule. Wie alle Jahre hat er auch heuer auf einen Papierstern seinen Weihnachtswunsch geschrieben. Zusammen mit den vielen anderen Wunsch-Sternen der Kinder ist der von Lukas nun am Christbaum befestigt und wartet auf einen Menschen, der Gutes tun und ein Kind glücklich machen möchte.

Einen Basketball hätte er gern, sagt Lukas, der alte sei kaputt gegangen. Stefan Reither macht ihm Hoffnung: "Die Wünsche der Kinder werden meistens erfüllt." Dabei handelt es sich zum Beispiel um Brettspiele, Kleidung, ein Radio oder ein Skateboard – Geschenke, die Kinder glücklicher, ihren Alltag bunter machen.

Manche Wünsche sind zu groß

Jeniece Blaine und Yunus Misral betreuen Gruppen von bis zu zehn Kindern. "Das sind dann zehn Sterne pro Gruppe", rechnet Jeniece vor, "oder einer für die ganze Gruppe, die sich vielleicht einen Ausflug oder ein anderes Gemeinschaftserlebnis wünscht". Louis (15) hat auf seinen Stern zwei Wünsche geschrieben: eine Handyhülle und Kopfhörer. "Das sind Wünsche, die das Heim natürlich nicht erfüllen kann", sagt Betreuer Yunus. Der Junge aus Windischeschenbach, seit zwei Jahren im ENH, hat sich in den Vorjahren aber zumindest schon über einen Fußball und einen Fahrradhelm freuen dürfen.

Nadine (21) hat Töchterchen Miriam (11 Monate) auf dem Arm. Außer ihr sind sechs weitere Mütter mit Kindern im Heim, manche seit mehreren Jahren. "Alleinerziehende Mütter sind überproportional vertreten", berichtet Stefan Reither, "häufig auch Kinder alleinerziehender Eltern". Nadines Wünsche: Ein kleines Spielzelt für ihr Kind und einen Staubsauger für die Wohnung, die sie bald beziehen will.

Jeder kann mithelfen

Nun liegt es an Menschen mit gutem Herz und offener Hand, die Wünsche dieser Bewohner des Ernst-Naegelsbach-Hauses zu erfüllen. Der Wunschbaum wechselt von einer vorweihnachtlichen Veranstaltung zur anderen. Beim Winter-Anna-Fest war er schon, die Dorfweihnacht in Rosenberg am 7. und 8. Dezember schmückte er auch, demnächst dürfen beim "Weihnachtsmarkt auf der Schanze" am dritten Adventswochenende Sterne gepflückt und Wünsche erfüllt werden. Außerhalb der Weihnachtsmärkte ist der Baum auch für die Öffentlichkeit zugänglich (siehe Infokasten unten).

Die langersehnte Bescherung mit der Übergabe der Geschenke wird schließlich im Ernst-Naegelsbach-Haus stattfinden. Privatleute und Spender wie die Firmen Conrad und Stahlgruber sowie das Autohaus Auers tragen dazu bei, dass weitere Wünsche, auch des Hauses, in Erfüllung gehen.

Service:

Wunschbaum: Infos zu Standort, Sternen und Geschenken

  • So geht's: Wunschbaum aufsuchen, Stern wählen und mitnehmen, Geschenk besorgen und einpacken, Stern außen auf das Geschenk aufkleben und bis zum 18. Dezember abgeben.
  • Sterne hält auch die Physiotherapie-Praxis Rossmann in der Neumarkter Straße bereit.
  • Geschenke können in den Geschäften Carl Schmidt in der Rosenberger Straße oder Raumausstattung Pilhofer in der Frühlingsstraße zu den Öffnungszeiten abgegeben werden.
  • Baum-Standorte: Weihnachtsmarkt auf der Schanze: Donnerstag bis Sonntag, 12. bis 15. Dezember. Bislang schon aufgestellt: Am Winter-Anna-Fest und bei der Rosenberger Dorfweihnacht. Außerhalb der Märkte steht der Wunschbaum im Foyer der Raiffeisenbank.
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