"Dass sich zwei erprobte Formate zusammentun, das hat sich wunderbar gefügt": Bezirksheimatpfleger Tobias Appl ist stolz auf die abgeschlossene Planung und unterstreicht die musikhistorische Bedeutung des Oberpfälzer Zwiefachentages. Der findet zum dritten Mal statt und läuft unter dem Motto "Druntn va da Wirtshaustür" am 21. September in Sulzbach-Rosenberg. Denn die Stadt hat an diesem Tag ja ohnehin zahlreiche Musikanten zu Gast: Am Abend veranstalten die Birgländer Musikanten ihr "Birg aaf, Birg o", bereits zum fünften Mal - doch dazu später.
Zunächst unterstrich Appl die Bedeutsamkeit der Musik: Die Zwiefachen stehen auf der Landes- und auch auf der Bundesliste des immateriellen Kulturerbes: Der Zwiefache als typisch bayerisch-böhmische Musikgattung wird musiziert, getanzt und gesungen. Die Besonderheit besteht im unregelmäßigen Wechsel zwischen Dreivierteltakt (Walzer) und Zweivierteltakt (Dreher). Appl präsentierte dem Bürgermeister und dem Kulturamtsleiter ein Programm mit 24 Einzelveranstaltungen - und das nur allein tagsüber. Hier ein Blick ins Angebot: Vorträge: "Musikantenhandwerk", Dr. Heidi Christ, Musikethnologin, Leiterin der Forschungsstelle für fränkische Volksmusik in Uffenheim; "Gespielt - gepflegt - gelistet. Der Zwiefache in der Oberpfalz vom 19. Jahrhundert bis heute", Tobias Appl, Historiker, Bezirksheimatpfleger
Kindersingen: "Hupf mit der Durl" mit Hans Wax, "Einfach - Zwiefach... singa mit Kindern" mit Manuela Haberberger/Marion Steger; Musikhistorischer Spaziergang durch Sulzbachs Altstadt mit Markus Lommer.
Bairische in kleiner Blasmusikbesetzung spielen mit Michael Roßkopf; Zwiefache für Streicher - Grundlagen und gemeinsames Musizieren mit Nadine Hofmann; Gitarrenworkshop "Schnell rauf und runter" mit Hans Wax; Zwiefache spielen, einfach, verzwickt mit den Birgländer Musikanten; Rhythmus-Begleitung für Zwiefache - Trommeln mit "heimischen" Rhythmen mit Stefan Huber; Einsteigerkurs "Zwiefache auf der Mundharmonika" mit Josef Spagl; Zwiefachenworkshop für Bläser und Harmonikaspieler mit Georg Leugner-Gradl; "Zwiefach Saite für Saite" - Zwiefache gesungen, getanzt und auf Saiteninstrumenten gespielt mit Martha Pruy und Rita Butz.
Sing-Workshops: Bairische mehrstimmig singen mit den Birgländer Sängerinnen; Seniorenzentrum Am Herzogschloss Singstunde im Seniorenheim mit Rita Butz; Bairische aus der Sammlung Hanns Binder. Offenes Singen sowie Bilder und Geschichten vom Binder Hannsl mit Evi Strehl.
Text-Workshop: Zwiefacher 2-fach reloaded mit Eva-Maria Eiberger
Tanz-Workshops: Einfach Zwiefach - Übungsrunde für Bairische mit Manfred Grädler/Hans-Gerd Königer; "Singa macht as Tanz'n leichter" - Bairische/Zwiefache (an)singen und tanz'n mit Markus Stauber.
Zwiefache/Bairische im Unterricht mit Anke und Florian Schwemin.
Ein Riesenangebot also und eine wahre Fundgrube für Volksmusikenthusiasten. Am Vorabend, dem 20. September, gastiert zudem das Monika-Drasch-Quartett mit "Auf der böhmischen Grenz" - ein passender, stilvoller Auftakt.
Bürgermeister Michael Göth freute sich enorm über die Zusammenarbeit mit dem Bezirk und die Innenstadtbelebung. Als ehemaliger Oberkirwabou wisse er die Herausforderungen des Zwiefachen sehr zu schätzen. Und er ließ noch wissen, dass just an diesem Tag auch das Besenfest des heimischen Einzelhandels für Zustrom sorgen werde. Der Dank von Kulturamts-Chef Fred Tischler galt dann den Birgländern, seinen Mitarbeitern und dem Bezirk für die unkomplizierte Umsetzung.
Kneipenclubbing auf Bayerisch
Aber das ist noch lange nicht alles - am Abend setzen die Experten dann noch live einen drauf: Matthias Fiedler von den Birgländer Musikanten schilderte die Planung. Sieben Lokale bilden den Hintergrund für sieben Kapellen, die dort stationär auftreten. Tanz und Musik gibt es am Samstag, 21. September, ab 19 Uhr auf dem "Birg aaf, birg o"-Kneipenclubbing in der Sulzbacher Innenstadt mit den Alfelder Musikanten, Großstadt-Boazn, Veldensteiner Musikanten, D'Stodara & Er, Dagesteiner Musikanten, Roum Boum und den Kirchenreinbacher Spitzboum. Die Birgländer Musikanten als Gastgeber wandern komplett zwischen den Gaststätten hin und her und spielen die musikalische Gästerolle.













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