13.06.2021 - 16:03 Uhr
TännesbergOberpfalz

Dorferneuerung: Geld für private Umbauten in Großenschwand

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Die Dorferneuerung ist auch für private Vorhaben interessant und lohnenswert. Das erklärte eine Expertin im Marktrat von Tännesberg am Beispiel Großenschwand.

Die Dorferneuerung in Großenschwand ist eingeleitet.
von Redaktion ONETZProfil

Baurätin Teresa Meyer vom Amt für Ländliche Entwicklung informierte im Marktrat über Fördermöglichkeiten in Großenschwand. Zu beachten sei, dass Anträge nur im Zuge der laufenden Dorferneuerung möglich sei und die Baumaßnahme auch im Fördergebiet liegt.

Um von einem Altbau sprechen zu können, müsse das Gebäude älter als 25 Jahre sein. Ohne schriftliche Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn darf mit der Maßnahme nicht begonnen werden. Gefördert werden dorfgerechte Um-, An- und Ausbaumaßnahmen sowie dorfgerechte Erhaltung, Umsetzung und Gestaltung von ländlich-dörflichen Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden.

Auch Abbruch und Entsorgung sowie dorfgerechte Ersatz- und Neubauten zur gestalterischen Anpassung oder zur Innenentwicklung und die dorfgerechte Gestaltung von Vorbereichs- und Hofräumen sind förderfähig.

Der Regelfördersatz beträgt 20 Prozent (maximal 35 Prozent) bei einer Fördergrenze von 50000 Euro je Anwesen. Bei besonderen Aufwendungen für energiesparende Maßnahmen kann sich der Förderbetrag um bis zu 10000 Euro erhöhen. Bei ortsbildprägenden oder denkmalgeschützten Gebäuden beträgt der Regelfördersatz 30 bis 50 Prozent (maximal 60 Prozent) bei einer Fördergrenze von 80000 Euro. Vorberichts- und Hofräume haben einen Regelfördersatz von 20 Prozent (maximal 30 Prozent) bei einer Fördergrenze von 15000 Euro.

Auch Kleinstunternehmer der Grundversorgung können für ihre Investitionen mit einem Regelfördersatz von 30 Prozent (maximal 45 Prozent) der Nettokosten mit maximal 200000 Euro bezuschusst werden.

Zur begleitenden Beratung wurden einstimmig das Architekturbüro Schönberger und das Fachbüro „Landimpuls“ bestellt.

  • Wassersituation im Gemeindegebiet

Für den Bohrbrunnen „Bursweiher I“ werden zurzeit die Unterlagen für die Erteilung einer neuen wasserrechtlichen Erlaubnis erarbeitet. Um das Ausmaß der Arbeiten zu erläutern und um für den Umgang mit Wasser zu sensibilisieren, informierte Diplombiologe Lothar Kroll über den langen Weg zum Trinkwasser. Das kristalline Grundgebirge Ostbayerns sei Grundwassermangelgebiet, so dass Trinkwasser hauptsächlich aus Quellen und Bohrbrunnen gewonnen werden müsse. Die damals erfolgreiche Bohrung kann als Glücksfall bezeichnet werden. Es sollte daher mit Argusaugen darauf geachtet werden, die Funktion des Tiefbrunnens aufrechtzuerhalten.

Vor allem sollte er nicht dauerhaft überlastet werden. Die Quellen erfordern den gleichen Schutz, denn Tännesberg ist mit der Wasserversorgung und -qualität gut aufgestellt. Die vorausschauende Vorgehensweise beim Tiefbrunnen zahle sich jetzt aus.

  • Kanalreparatur

In Ortsteil Großenschwand hat sich die Kanalleitung in der Hauptstraße gesenkt. Bei den Reparaturarbeiten ist mit Behinderungen zu rechnen. Die Aufstellung des Bebauungsplans „Am Kohlbuch II“ verzögert sich um etwa ein Jahr. Der Grund ist die erforderliche spezielle artenschutzrechtliche Beurteilung, die in dieser Zeit durchgeführt wird.

  • Straßenbau

Die Entwurfsplanung für den Ausbau der „Hinteren Gasse“ wird zurzeit erstellt. Mit der Ausschreibung der Maßnahme ist im Herbst zu rechnen, so dass in 2022 mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann. Im Rahmen des Ausbaus der „Oberviechtacher Straße“ findet Anfang Juli mit den betroffenen Anliegern ein Gesprächstermin statt.

Die Mäharbeiten auf den gemeindlichen Flächen sind in vollem Gange und werden nach ihrer Priorität abgearbeitet. Für die witterungsbedingten Verzögerungen bittet Bürgermeister Gürtler um Verständnis.

  • Ärger am Lehrpfad

Die Erhaltung des Waldgebietes „Kohlbuch“ liegt Altbürgermeister Werner Braun am Herzen. Für den Wind- und Wetterschutz sei der Baumbestand unverzichtbar. Die Bayerischen Staatsforsten als Berater könnten hier fachkundige Hilfestellung leisten. Vermehrt wurde festgestellt, dass der „Geologische Lehrpfad“ als Durchfahrtsstrecke missbraucht wird und dafür sogar die Absperrpfosten entfernt werden. Das sollte im Hinblick auf das Gemeinwohl unbedingt verhindert werden. Zur Bewirtschaftung des Waldes und die darin befindlichen Einrichtungen steht der Weg selbstverständlich zur Verfügung.

Mehr aus dem Marktgemeinderat Tännesberg

Tännesberg
Hintergrund:

Dorferneuerung in der Oberpfalz

  • Das Amt für Ländliche Entwicklung betreut über 300 Projekte in über 180 Kommunen
  • Davon sind rund 160 Projekte Dorferneuerungen in etwa 300 Ortschaften und über 160 Flurneuordnungen
  • Unterstützung für 6 Öko-Modellregionen

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.