15.10.2021 - 15:49 Uhr
TännesbergOberpfalz

Feuer in Tännesberg wohl Brandstiftung

Das hätte schlimm enden können. Als der Integrierten Leitstelle Weiden der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Tännesberg gemeldet wird, schrillen alle Alarmglocken. Nun ergaben Ermittlungen, dass von Brandstiftung auszugehen ist.

von Elisabeth DobmayerProfil

Ein Großaufgebot an Feuerwehrkräften kennt nach der Alarmierung am Donnerstagnachmittag kurz nach 17 Uhr nur ein Ziel: Tännesberg. Der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in der Hafnergasse war gemeldet worden. Nicht auszudenken, wenn inmitten der dicht bebauten Ortschaft ein Großbrand ausbrechen würde. Doch die ganze Sache ging sehr glimpflich aus, es entstand weder Sach- noch Personenschaden. Die Einsatzkräfte konnten das Feuer schnell löschen.

Wie die anschließenden Ermittlungen der Vohenstraußer Polizeibeamten ergaben, wurde eine geringe Menge Heu über dem ehemaligen Kuhstall in Brand gesetzt. "Die vorgefundenen Gegebenheiten schließen eine Selbstentzündung aus, weshalb von Brandstiftung ausgegangen muss", teilte die Polizei am Freitag mit. Vor Ort wurde den Beamten erzählt, dass einige Zeit vor der Rauchentwicklung Kinder oder Jugendliche durch den Hintereingang des Stalls in die Baulichkeit gelangt waren. Es ist demnach nur einem glücklichen Umstand zu verdanken, dass das Feuer nicht auf die umliegenden Baulichkeit übergriff und so einen Vollbrand verursachte. "Dieser mögliche Kinderstreich hätte jederzeit auch ein jähes Ende finden können", heißt es im Pressebericht. Zeugen können sich unter Telefon 09651/9201-0 melden.

Nachbarin bemerkt Rauch

Am späten Nachmittag hatte eine Nachbarin bemerkt, wie plötzlich Rauch aus einem unbewohnten landwirtschaftlichen Anwesen aufsteigt. Seit rund 20 Jahren steht der gesamte Gebäudekomplex, bestehend aus einem Wohnhaus und einem Stall sowie Nebengebäuden, nach ersten Informationen leer. Die Nachbarin informierte daraufhin den ehemaligen Besitzer, der das Anwesen in der Hafnergasse aber mittlerweile an die Gemeinde verkauft hat.

Trotz allem machte sich der Mann umgehend auf den Weg. Als auch er Rauch aufsteigen sieht, rief er einen zufällig in der Nähe befindlichen Gemeindearbeiter zu Hilfe, der geistesgegenwärtig mit einem Feuerlöscher in das ehemalige Heu- und Strohlager vordrang. Er konnte jedoch aufgrund der zu diesem Zeitpunkt bereits herrschenden dichten Rauchentwicklung nichts mehr ausrichten und zog sich deshalb schnell wieder zurück.

160 Mann vor Ort

Daraufhin wurde die ILS in Kenntnis gesetzt. Die Ortsfeuerwehr rückte mit Atemschutz vor und konnte den Brand schnell löschen. Mit einem Drucklüfter wurde das Gebäude schnell wieder rauchfrei. Die gesamte Landkreisfeuerwehrführung und ein Fachberater THW waren neben zig Feuerwehrkräften aus der gesamten Region angerückt, brauchten aber nicht mehr einzugreifen. Bis zum Ortsbeginn an der Bundesstraße 22 standen die Einsatzfahrzeuge aufgereiht. Mit acht Feuerwehreinheiten aus dem Landkreis-Osten, die Unterstützungsgruppe des Landkreises und sechs Ortswehren aus dem Landkreis Schwandorf kamen so 160 Feuerwehrleute für diesen Einsatz zusammen. Ebenso waren vorsorglich BRK-Kräfte an den vermeintlichen Brandort.

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