14.01.2022 - 14:20 Uhr
TännesbergOberpfalz

Gemeinderat berät über Bürgerwindpark Tännesberg

In der Gemeinderatssitzung in Tännesberg stand ein Großprojekt auf der Tagesordnung: der geplante Bürgerwindpark. Bürgermeister und Experten haben über das Vorhaben gesprochen, eine Infoveranstaltung für die Einwohner wird folgen.

"Woppenriether Berg" - Standort für den Bürgerwindpark Tännesberg (
von Redaktion ONETZProfil

In der vergangenen Sitzung des Gemeinderats Tännesberg nahm der Bürgerwindpark einen großen Themenkomplex ein. "Entweder", sagte Bürgermeister Ludwig Gürtler, "wir nehmen es selbst in die Hand und die Marktgemeinde als auch der einzelne Bürger haben etwas davon oder wir überlassen es geschäftstüchtigen Investoren, die Windenergie in unserer Gemeinde zu nutzen." Es sei für ihn ein Muss, sich mit diesem Thema zu befassen, da Klimaschutzmaßnahmen dringend notwendig seien und die jüngste politische Entwicklung daran keinen Zweifel ließen, sollen doch zwei Prozent der Landesfläche als Flächenziel für den Ausbau der Windenergie an Land ausgewiesen werden. Um die Wertschöpfung in der Gemeinde zu halten und den Bürgern die Möglichkeit der Beteiligung zu geben, müsse man, wie bei der Photovoltaikanlage auch, entsprechende Unternehmensformen einzurichten.

Ein Windparkprojekt als Gemeinde auf eigene Faust durchzuführen, sei aufgrund der komplexen Sachlage unmöglich. Dazu seien gute Partner, die auch bereits gefunden wurden, erforderlich. Mit dem „Windkümmerer Bayern“, der etz Nordoberpfalz (Energie-Technologisches Zentrum), der ZENO, vertreten durch Günther Stich und Boris Damzog, und der Max Bögl Wind AG sei man gut aufgestellt.

Möglichkeit der Bürger-Energiegenossenschaft

Über eine Bürger-Energiegenossenschaft gebe es Möglichkeiten einer Beteiligung der Bevölkerung. Mit der „Bürger-Windkraft“ ist ein Mitspracherecht der Tännesberger durch die eigenen Beteiligungen gewährleistet und der erzeugte Strom kann vor Ort direkt verbraucht werden. Auch die Finanzierung soll vorrangig von den Banken aus der Region kommen. Ein Regio-Grünstrom-Modell mit einer Strompreissenkung für Tännesberger ist ebenfalls beabsichtigt. Als Biodiversitätsgemeinde geht Tännesberg mit einem Positivbeispiel für die ganze Region im Klimaschutz voran.

Vorarbeiten hat die Firma Max Bögl Wind AG bereits gemacht. Christoph Walter erläuterte den günstigsten Standort, der am Woppenriether Berg gefunden wurde. Ausschlaggebend waren letztlich der einzuhaltende Abstand von einem Kilometer von bebauten Wohnflächen, die exponierte Lage auf 600 Metern Höhe, die gut erschlossene landwirtschaftlich geprägte und von Waldflächen umgebene Hochebene, eine gute Verkehrsanbindung, die Nähe mehrerer Umspannwerke und der räumliche Bezug zur gemeindlichen Photovoltaikanlage. Die als profitabel eingeschätzte Anlage kann aber nur umgesetzt werden, wenn eine breite Unterstützung innerhalb der Gemeinde erreicht wird und möglichst viele Bürger davon einen Vorteil haben. Mit den Grundstückseigentümern, den Bayerischer Staatsforsten und den Privateigentümern wurde bereits Kontakt aufgenommen. Grundsätzlich konnte Einigung erzielt werden.

Infoveranstaltungen für Bürger

"Schauen wir nicht die Windräder fremder Investoren an, sondern entwickeln selbst den Bürgerwindpark Tännesberg“ und lassen die Wertschöpfung in der Gemeinde", ermutigte Bürgermeister Gürtler.

Einstimmig wurde beschlossen, den Bürgerwindpark Tännesberg weiter zu verfolgen und mit der Max Bögl Wind AG möglichst noch im Ersten Quartal 2022 einen städtebaulichen Vertrag abzuschließen. Unter anderem soll auch geregelt werden, dass der Markt keine Risiken und Kosten bei der Windparkentwicklung zu tragen hat. Auch die Bürger sollen von den Experten über das Vorhaben informiert werden.

Weitere Baugenehmigungen

Für die vier auf der Tagesordnung gestandenen Bauvorhaben wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Soweit Ausnahmen und Genehmigungen erforderlich waren wurden sie erteilt.

Mit dem Anschluss an den bestehenden Schmutzwasserkanal für ein geplantes Wohnhaus in Großenschwand bestand grundsätzlich Einverständnis, das Vorhaben ist durch eine Sondervereinbarung zu regeln. Die Kosten hat ausschließlich der Antragsteller zu tragen.

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Eschenbach
Hintergrund:

Online-Infoveranstaltungen

  • Freitag, 18. Februar, 18 Uhr
  • Freitag, 25. Februar, 18 Uhr
  • Teilnahmevoraussetzungen werden noch bekannt gegeben
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