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29.10.2018 - 16:13 Uhr
TännesbergOberpfalz

Kunst muss wachrütteln

Bildhauer Andreas Kuhnlein spricht beim Besuch in der Pfarrgemeinde Tännesberg über religiöse Kunst. Die ausgestellten hölzernen Jungfrauen sind für ihn aus einem persönlichen Grund unverkäuflich.

Zuhörer nehmen nach dem Gottesdienst die Gelegenheit wahr, mit Bildhauer Andreas Kuhnlein (links) ins Gespräch zu kommen.
von Erich SpickenreitherProfil

Die dreiteilige Skulpturengruppe stand vier Wochen unter der Marienstatue in der Pfarrkirche St. Michael. Sie beziehen sich auf das Gleichnis von den törichten und klugen Jungfrauen (Mt. 25, 1-13). Bildhauer Andreas Kuhnlein hat die lebensgroßen Figuren aus Ulmenholz im Jahr 2006 gefertigt. Die expressive Arbeit trägt den Titel "Seid also wachsam". Nun besuchte der Chiemgauer die Pfarrgemeinde. Pfarrer Wilhelm Bauer sprach im Sonntagsgottesdienst über die religiöse Kunst. Sie müsse nicht schön sein, sondern ausdrucksvoll. Menschen müsse sie wachrütteln.

Die Besucher sprachen nach dem Gottesdienst mit dem seit 1983 freischaffenden Bildhauer. Die kleine Resi aus der 3. Klasse wollte etwa wissen, wie lange Kuhnlein für diese Skulpturengruppe gebraucht habe.

"Das hängt davon ab, wie ich gerade aufgelegt bin", sagte der Bildhauer. Eine der drei Figuren sei an einem einzigen Tag entstanden. Er habe Motorsäge, Flammenwerfer und Schweißgerät verwendet. Jemand wollte wissen, woher die Ideen für seine Werke kommen. Der Künstler erzählte von Begegnungen mit Schulklassen, Erfahrungen aus dem Leben, aber auch von der Inspiration durch Papst Benedikt XVI. Der Autodiktat räumte zum Schluss ein, sein Weg sei steinig gewesen. Kunst entstehe im Auge des Betrachters.

Verkaufen will Kuhnlein seine Skulpturengruppe übrigens nicht. Den Künstler beschäftigt das Gleichnis, das die Figuren repräsentieren immer wieder. Es ruft bei ihm die Gedanken zu Solidarität, Vorsorge und Eigenverantwortung hervor.

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